Topspeed und Rundenzeiten: MotoGP an der Tempo 350-Barriere (Archivversion) +++ Nakano hob den Arm – zum Zeichen, dass er lebt +++

Weil sich sein Hinterreifen auf der Zielgeraden in Mugello auflöste, wurde Kawasaki-Star Shinya Nakano bei 300 km/h abgeworfen und blieb wie durch ein Wunder unverletzt. MOTORRAD schilderte er seine Erinnerungen.
»Ich spürte seltsame Vibrationen. Ich dachte, jetzt explodiert der Motor, und drehte das Gas zu. Im nächsten Moment blockierte schon das Hinterrad. Der erste Moment war wie bei einem normalen Highsider – erst ein Luftsprung, dann der Aufprall. Anschließend lief alles mit unfassbarer Geschwindigkeit ab. So wie
in einem Film, der mit einer Highspeed-Kamera gedreht wird. Ich überschlug mich mehrmals, hatte aber die Augen offen und sah die Mauer auf mich zukommen. In meinem Kopf hämmerte es: Nein, nein, nein. Vielleicht habe ich in diesem Augenblick auch an Daijiro Katos schweren Sturz gedacht. Als ich endlich liegen blieb, hob ich die Hand, um anzuzeigen, dass ich noch am Leben bin. Ich war überzeugt: Jeder, der den Unfall gesehen hat, hält mich für tot.
Am Montag und Dienstag nach dem
Sturz hatte ich schreckliches Kopfweh. Am Mittwoch ging ich schon wieder zum Training ins Sportstudio. Ich bin Motorradrennfahrer, das ist mein Job, den ich liebe, und deshalb kann ich mich von solchen Unfällen nicht aufhalten lassen. Gleichzeitig bin ich aber auch ein normaler Mensch, und bestreite nicht, dass mir solche Dinge im Gedächtnis haften bleiben. Mein schlimmster Unfall war nicht der von Mugello, sondern ein Highsider letztes Jahr in Brünn, an den ich keine
Erinnerung habe. Mich danach wieder zu konzentrieren, war schwierig. Diesmal fiel es mir leichter: Ich wusste, was den Sturz ausgelöst hatte und schöpfte nach den Zusicherungen von Bridgestone, dergleichen werde nicht mehr passieren, neues Vertrauen. Das hat sich im Rennen von Barcelona bestätigt – mit einem siebten Platz als Happy-End!“

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