Tunesien-Rallye: Fabrizio Meoni gewinntHarte Wüstenfahrt – KTM überlegen

Stuttgart (tde/rka) – Starker Wind und schlechte Sicht machten den Fahrern zu Beginn der Tunesien-OPTIC 2000-Rallye zu schaffen. Nachdem der Prolog aufgrund starken Regens abgesagt wurde, starteten die Fahrer nach der Reihenfolge der Startnummern in die erste Etappe. Fabrizio Meoni mit der Startnummer 1 nutzte den Vorteil des Vorausfahrenden und navigierte seine Werks-KTM am besten durch die Sandstürme – ganze 13 Minuten setzte sich der Italiener gleich zu Beginn der Rallye von seinen Konkurrenten ab. Am Ende trug Meoni vor dem Südafrikaner Alfie Cox (ebenfalls KTM) den Gesamtsieg am vergangenen Sonntag nach Hause. Platz drei und vier belegten die beiden Honda-Piloten Cyril Despres und Cyril Esquirol aus Frankreich.
Bester Deutscher wurde Norbert Schilcher (Foto) auf der 99er Werks-KTM von Jürgen Mayer, mit der dieser die diesjährige Dakar-Rallye bestritt. Mit knapp vier Stunden Rückstand auf den Gesamtsieger Meoni gehörte Schilcher – bei der Dakar-Rallye Teamchef von KTM – immerhin noch zu den Top Ten: zehnter Platz. Respektabel auch der 72. Platz von Herbert Schek. Während andere im Alter von 67 Jahren einen Kuraufenthalt bevorzugen, treibt der Veteran des Endurosports seine KTM noch zu harten Wüstenfahrten nach Afrika.
Pech für Andrea Mayer aus Kaufbeuren: Sie musste am letzten Tag ihre BMW mit einem Motorschaden abstellen. Am Tag zuvor lag die Rallye-Pilotin noch auf dem guten zwölften Platz. Mayers einzige Konkurrentin in der Damenwertung, die Dakar-Siegerin Elisabete Jacinto aus Portugal, schied schon vorher verletzt aus. Von den insgesamt 179 Motorradfahrern der Rallye sahen 102 Fahrer das Ziel.
Böse Unfälle

Am letzten Tag auf der Etappe von Tabarka nach Tunis ereignete sich noch ein böser Unfall. Auf dem Programm standen 103 km Sonderprüfung mit ausgeprägten Endurocharakter. Der KTM-Fahrer Miguel Farrajota aus Portugal glaubte sich verirrt zu haben und fuhr die Strecke wieder zurück. Er stieß dabei frontal mit Carlo de Gavardo zusammen. Bis dahin kämpfte de Gavardo mit Alfie Cox um den zweiten Platz in der Gesamtwertung. Beide wurden ins Krankenhaus nach Tunis geflogen, sollen jetzt aber wieder wohlauf sein. Leider kam es bei dieser Rallye zu einem weiteren tragischen Unfall: Der Privatfahrer Marc Beuls aus Belgien verunglückte bei einem Sturzes tödlich.
Die Tunesien-OPTIC 2000 ist nach der Dakar- und Pharao-Rallye die wichtigste Veranstaltung für Wüsten-Motorsportler. Für die KTM-Mannschaft hat sich der Einsatz einer anderen Variante der Keihin-Vergaser in ihren Motorrädern offensichtlich gelohnt. Sechs der ersten zehn Plätze gingen an die Mattighofer. Zufrieden dürfte man auch bei Honda sein, denn mit Platz drei, vier, sieben und acht fahren die Japaner im Rallyesport wieder ganz vorn mit. Aber auch Privatfahrer und Rallye-Einsteiger nutzen in Tunesien die Gelegenheit, sich und ihr Einsatzgerät im Rennbetrieb unter Beweis zu stellen und bereiten sich auf höhere Weihen vor. Nähere Infos zur OPTIC 2000 und die genauen Ergebnisse der einzelnen Etappen finden Rallye-Begeisterte im Internet.
Endstand:
Meoni (KTM), 22:26'06
Cox (KTM), +00:24'20
Despres (Honda), +01:12'16
Esquirol (Honda), +01:55'14
Flick (KTM), +02:23'56
Graziani (KTM), +02:51'24
Escuder (Honda), +03:03'15
Perez (Honda), +03:10'21
Sala (KTM), +03:12'36
Schilcher (KTM), +03:52'41

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