Unsere Helden: Chris Pfeiffer (Archivversion) "Ich bin nicht mehr der Jüngste"

Motorradsport in Deutschland – das Thema hat viele Gesichter. Einige sind der Redaktion besonders aufgefallen,und gern stellen wir sie den MOTORRAD-Lesern vor.

Der mit dem Bike tanzt: Das ist Chris Pfeiffer. Stuntfahrer, Freestyler – Motorradartist. Der zuletzt genannte Begriff beschreibt seine Kunst noch am besten. Wenn er freihändig auf dem Hinterrad seiner von BMW speziell präparierten F 800 R Pirouetten dreht, auf dem Lenker sitzend Stoppies fabriziert oder Publikum und Punktrichtern beim WM-Finale Ende Februar in Zürich seine Vier-Minuten-Kür zeigt, bei der nicht einmal während der Hälfte der Zeit beide Räder der BMW am Boden sind, ist er absolut überzeugend. In Zürich krönte er seine mehr als 15 Jahre andauernde Karriere mit dem dritten WM-Titel in Folge, dem vierten insgesamt. Pfeiffers Show fasziniert weltweit, funktioniert in Trinidad und Taiwan, in Neuseeland und Nigeria, auf Parkplätzen und im fließenden Verkehr.

„Wo ist die Schwerkraft, wo die Angst?“ fragt er frech während der ersten Minuten seiner neuen DVD. Wer das 80-Minuten-Werk gesehen hat, kennt die Antwort: Schwerkraft und Angst weichen bei Pfeiffer scheinbar absoluter Kontrolle. Selbst wenn ein Trick mal schiefgeht. „Dann mache ich spontan was anderes draus – das merken oft nicht mal die Punktrichter.“ Diese Vielseitigkeit macht aus ihm einen besonderen Stuntfahrer: Pfeiffer kann auch mit einem Trialmotorrad umgehen oder ein Endurorennen gewinnen. In Zukunft gilt die Konzentration aber den Stunts. „Die Jungen, die weniger Shows haben als ich, traineren dafür mehr und rücken auf. Ich muss noch mehr üben. Schließlich bin ich nicht mehr der Jüngste“, so der 38-Jährige.

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