US-Weltmeister und GP-Fahrer: Kommentare zu Amerika-Themen (Archivversion)

Edwards: Der Blow-job schlechthin. Etwa zehn Kilometer von mir entfernt wohnt ein Typ, der zu dieser Zeit Zigarren einkaufte, frisch verpackte und sie Lewinsky-Zigarren nannte. Er machte eine Million Dollar nur mit dem Verkauf dieser Zigarren – und ich dachte mir: Warum kam ich eigentlich nicht auf diese Idee?

Roberts: Das waren die guten Zeiten im Weißen Haus. Als es ein paar delikate Geheimnisse gab. Bestimmt haben viele andere Präsidenten das Gleiche getan. Nur, dass Bill Clinton erwischt wurde. Natürlich wurde die ganze Geschichte viel zu sehr aufgebläht. Doch es war nun mal der Präsident der Vereinigten Staaten, und jeder hatte seinen Spaß an der Affäre. Die Sache hat ihm in Wirklichkeit nicht geschadet.

Edwards: Was seine Fahrweise angeht: absolut unglaublich. Als Mensch ist er ebenfalls unglaublich. Ein aufrichtiger, netter Kerl. Und ein großartiger Botschafter für unseren Sport.
Ich erinnere mich an Motocross-Star David Bailey. Er war Gott für mich. Ich versuchte, seinen weichen Fahrstil zu kopieren. Als ich dann vom Motocross auf die Straße überwechselte, war Eddie Lawson mein neuer Bailey, weich, nie über dem Limit, perfekt eben. Kevin war nicht so – ich genoss es, ihm zuzuschauen, wollte ihn aber nicht kopieren.
Was ich sagen will: Ich hatte vor ein paar Jahren die Möglichkeit, Bailey bei einem Supercross zu treffen, und ich habe abgelehnt. Ich möchte ihn nicht treffen. Denn für mich ist er auf einem so hohen Thron, dass er sich nur selbst hätte herunterstürzen können.
Mit Kevin Schwantz war es anders herum. Ich sah ihm gerne beim Fahren zu, doch erst, als ich ihn kennen lernte, gewann ich echten Respekt vor ihm.

Roberts: Gewaltige Schräglage. Ich habe dieses Bild schon mal gesehen. Kevin unterscheidet sich von den 90 Weltmeistern der Vergangenheit. Ich mochte Eddie Lawson, weil er vier Titel holte, ohne übers Limit zu gehen, sich zu verletzen oder
andere Verrücktheiten zu machen. Wayne Rainey war vom Ehrgeiz besessen. Jeder hatte seine Eigenheiten, doch bis auf Schwantz hatten sie eines gemeinsam: verbittert zu sein und sich über andere
Piloten schlecht auszulassen. Kevin ist
der Einzige, der nichts Schlechtes über andere Fahrer in die Welt setzt. Er steht da drüber. Wenn ich an Kevin denke, denke ich nicht an seine Fahrweise, denn ich
bin in der Ära von Rainey und dem Team meines Vaters aufgewachsen und war stets überzeugt, Wayne sei der Beste. Dann fuhr ich das Motorrad, das Kevin
gefahren hatte, und erkannte: Er hatte doch eine Menge Talent. Auf einer Honda wäre er noch schneller gewesen. Aber vor allem betrachte ich Kevin als Person und in der Weise, wie er sich gibt. Ich bewundere
insbesondere seinen Respekt für andere Fahrer, den andere Champions der Vergangenheit vermissen lassen.

Edwards: Es klingt komisch, doch wenn ich dieses Bild sehe, denke ich an den
11. September 2001. Denn wir waren an diesem Tag in Euro-Disney. Wir haben alle Achterbahnen ausprobiert und das ganze Zeug gemacht, das man eben macht in Disneyland, kommen zurück ins Hotel, werfen den Fernseher an und sehen Flugzeuge, die in Häuser einschlagen. Keine gute Erinnerung an Micky Maus.

Roberts: Disneyland ist nichts Interessantes für mich. Ich war ehrlich gesagt nie in Disneyland. In meiner Kindheit drehte sich alles ums Rennfahren.
Meine früheste Erinnerung an etwas in
dieser Art war der Weihnachtsmann. Natürlich glaubte ich an den Weihnachtsmann. Als ich später meine Frau traf, sie war 18, fragte sie mich, ob ich noch immer an den Weihnachtsmann glaube. Sie wollte mir nicht verraten, dass es ihn in Wirklichkeit nicht gibt, für den Fall, dass ich das nicht wusste.

Edwards: The Duke – John Wayne. Ich habe ein paar seiner Filme gesehen, doch ich war zu jung, um alle von ihnen wirklich zu genießen. Es passierte alles zehn Jahre vor meiner Zeit. Wenn mir ein Nicht-Texaner ein Western-Bild zeigt, denke ich vor allem an eins: Jeder ist überzeugt davon, dass Texas wie in den Filmen ist. Wüste, durch die Gegend rollendes Buschwerk, Trockenheit. Aber das ist nicht Texas. Der Osten, wo wir leben, ist wie Italien. Grün, fruchtbare Erde, alle fünf Minuten ein neues Waldgebiet. Woran ich auch denke, sind die Indianerkriege, denn ich habe Indianerblut in den Adern. Mein Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Großvater war Häuptling der Choctow-Indianer. Er hat vergewaltigt, geraubt und gebrandschatzt. Weil die Indianer die rechtmäßigen Landbesitzer waren. Dann kamen die Leute aus dem Osten und haben einfach entschieden, dass sie nun das Land haben wollen. Keiner dieser Indianerkriege war gerecht. Es steht in den Geschichtsbüchern.

Roberts: Ich bin aus einer anderen Zeit als die John-Wayne-Filme. Natürlich kenne ich den Namen, aber ich weiß nicht viel mehr, als dass er im Krieg in den Rücken geschossen wurde. Und dass er eine Lunge verlor. Ich habe nie Cowboy und Indianer gespielt. Und ich interessiere mich nur aus sportlichen Gründen für Schießeisen. Nicht für Duelle und nicht für die Jagd. Mit einem Gewehr zu jagen ist bescheuert. Man sollte diese Jäger mit Pfeil und Bogen in der Wildnis aussetzen. 90 Prozent von ihnen würden verhungern. Ich habe in
meinem ganzen Leben nur einmal einen Hirsch erlegt, und zwar mit Pfeil und
Bogen. Es war sehr schwierig. Ein Tier zu töten tut weh. Ich gehe lieber in den Laden und kaufe das Fleisch, das ich essen will.

Edwards: Ich habe ein großes Herz für Kriegsveteranen. Es tut mir leid für das, was sie durchmachen mussten. Aber sie haben für unser Land gekämpft, und jetzt haben wir die Freiheit zu tun, was wir tun möchten. Wenn es hart auf hart zuginge, würde auch ich für mein Land kämpfen. Ich sage nicht: Ich will, doch wenn ich es müsste, würde ich es tun.

Roberts: Kein Spaß. Schlechte Zeiten. Die Art und Weise, wie sie vom Strand her attackiert haben, war möglicherweise ein Fehler. Viele der Jungs haben diesen Tag nicht überlebt. Doch die Geschichte zeigt: Es war, was wir tun mussten. Wir retteten Frankreich. Vielleicht auch die ganze Welt.
Edwards: Das war Neil Armstrong, stimmt’s? Was mir zuerst dazu einfällt, ist das Wort Verschwörung. In einem Dokumentarfilm wurden Fragen aufgeworfen wie: Es gibt keinen Wind auf dem Mond, warum bewegt sich die Flagge? Warum sieht man keine Sterne? Warum gibt es keine Schatten? Deshalb: Wer weiß? Wer wird es je wissen? Bis vor zwei Monaten glaubte ich fest daran, dass wir damals auf dem Mond gelandet sind. Der Film hat diesen Glauben erschüttert. Jetzt steht es 80 zu 20 – das kleine bisschen an Zweifel. Wie auch immer, ich bin kein Astronaut, und will auch keiner sein. Vielleicht Gynäkologe, aber kein Astronaut. Wahrscheinlich waren sie dort, und das ist cool. Warum sie dort hingeflogen sind – keine Ahnung. Eine Leistung war es auf jeden Fall.

Roberts: Eine gute Sache. Falls wir sie nicht gefälscht haben. Wenn sie echt ist, ist es sicher etwas, was alle jungen Leute gerne nachmachen würden. Irgendwo hinzugehen, wo noch nie jemand zuvor war. Natürlich gibt es jede Menge Theorien darüber, ob es wahr ist oder nicht. Ich hätte nie daran gezweifelt, bis diese Dinge mit dem Winkel der Sonne und dergleichen verbreitet wurden. Seit der Einführung des Internets sind die Zweifel an der ganzen Sache sprunghaft angestiegen. Ich finde, wir sollten es einfach glauben. Das Wissen, das für ein solches Unternehmen benötigt wird, das Training und die Geisteshaltung sind schon eine Leistung für sich. Du musst komplexe Fähigkeiten haben und die richtige Mentalität mitbringen, dich voll und ganz investieren. Gewiss eines der Dinge, die ich tun würde, falls ich die Möglichkeit dazu hätte.
Edwards: Ich erkenne das Bild nicht. Denn wenn ich Arnold Schwarzenegger sehe, denke ich an den »Terminator«. Oder das »Kommando«. Oder den »Predator«. Deshalb sieht dieses Bild für mich nach
einer Retusche aus. Er steckt in einem
Anzug, frisch gebügelt. Ich weiß nicht – meinen Glückwunsch. Ronald Reagan hat das gleiche Ding gedreht, und es gibt noch ein paar andere. Clint Eastwood ist auch einer von denen, der das durchzieht, was er eben tun will. Der American Dream. Wenn du es nur willst, wird es in Erfüllung gehen. Ich habe keine Ambitionen, Gouverneur von Texas zu werden. Ich gehe heim und ziehe einen Wurf Kinder groß. Was die Filme angeht: Ich mag »Predator«, das war gut. Und die »Terminator«-Serie. Vor allem aber »True Lies«. Das ist der mit Jamie Lee Curtis. Mehr brauchst du nicht: »...Zieh dich aus. Tu es ... langsam ...”

Roberts: Ich weiß nicht einmal, wie er
in den Wählerumfragen abschneidet. Ich denke aber, die Leute sehen ihn positiv, sie mögen ihn. Wenn ich wählen würde, würde ich sicher für ihn stimmen. Denn, wie er sagt: Er braucht kein Geld, um Entscheidungen zu treffen. Er hat seine eigenen Quellen, und es ist angenehm, jemanden auf diesem Posten zu sehen, der seine Hände nicht in den Taschen der Allgemeinheit hat. Das gefällt mir am meisten. Er steht auf schwere Motorräder, Harleys und so weiter, und ich habe eine Menge Freunde in Los Angeles, die für ihn gearbeitet haben. Nach allem, was ich höre, ist er ein feiner Kerl. Und er sieht gut aus. Vor allem in »True Lies« hat er sich sehr korrekt präsentiert. Es gibt nichts, was ihm peinlich sein müsste. Es wäre interessant herauszufinden, ob er schon immer Gouverneur werden wollte und sich deshalb in diesen Filmen positiv präsentiert hat. Ich selbst wähle übrigens nicht. Ich habe keinen Grund dazu. Ich bin nie lange genug in Amerika. Wenn ich mal langsamer mache und mit Rennfahren aufhöre, beschäftige ich mich vielleicht näher damit.

Edwards: Verfluchte Bastarde. Was soll ich sagen? Ich muss die Beherrschung bewahren und kann nicht alles ausposaunen, was mir dazu einfällt. Ich bin Amerikaner, reise um die Welt und will mir keine Feinde schaffen. Doch eins steht fest: Cheap shot – eine feige Attacke. Wenn sie kämpfen wollen, dann lass uns verdammt noch mal kämpfen. Aber sie sollen mich nicht von hinten erstechen. Bislang hat Amerika nicht die richtige Antwort gefunden.
Der Plan war einfach: Die Terroristen haben uns das angetan, also bringen wir alle Terroristen um. Doch man kann sie nicht schnell genug töten. Sie vermehren sich, und sie unterziehen mehr und mehr Leute ihrer Gehirnwäsche. Es ist unmöglich,
alle Terroristen zu erwischen. Sie kommen zurück. Wo ist der Sinn? Wir schicken
Soldaten, töten ein paar Tausend, und
ein paar Jahre später gehen wir wieder dorthin und machen das Gleiche noch einmal. Und sie kommen wieder. Das ist das Problem. Aber wenn wir unsere Truppen zurückziehen, kommen sie auf unseren Grund und Boden.
Wir haben keine Wahl. Wir werden weiterhin junge Leute für eine Sache verlieren, die nicht aus der Welt zu schaffen ist. Ich verstehe, dass wir dort hingehen müssen, gleichwohl wird das auch in 30 Jahren noch so sein. Jeder denkt, dass wir als US-Bürger der Überzeugung sind, die USA seien der beste Platz der Welt. Wir denken das aber nur, weil man es uns beigebracht hat. Uns wurde in den Schulen das Gehirn gewaschen, weil wir das glauben sollen. Das ist Patriotismus. So gesehen, kann man den Terroristen keinen Vorwurf machen, denn sie tun, was ihnen beigebracht wurde. Sie lernen das von jungen Jahren an, und deshalb geht das weiter und
weiter und weiter. Ich liebe mein Land – doch jeder hat bis zu einem bestimmten Punkt eine Gehirnwäsche hinter sich.

Roberts: Das war eine böse Überraschung. Ich kannte niemanden in den Gebäuden, ich kannte niemanden, der bei diesen Angriffen getötet wurde, doch am Ende ist das Ergebnis für alle dasselbe: Wir leben jetzt in einer anderen Welt. Es
ist sicherlich vergnüglicher, ein Bild von Monica Lewinsky anzuschauen als diese Gebäude. Momentan beschäftigt uns diese Schule in Russland. Man könnte sagen: Die russische Politik, geradewegs dort
einzumarschieren, ist schlecht. Doch auf irgendeine Weise müssen wir die bösen Leute loswerden. Punktum. Wie wir es tun, ist mir egal. Natürlich, mit diesen Kindern... Da steht das Leben von hunderten Schulkindern auf dem Spiel, aber es gibt trotzdem keine Wahl. Es muss so enden, wie es ausgegangen ist. Ob man nun zwei Tage damit verbringt, Russland und seiner Regierung diesen oder jenen Fehler anzulasten, ändert nichts – am Ende waren es immer noch die Terroristen, die das angestellt haben.
Der 11. September liegt jetzt drei Jahre zurück, und ich wünsche mir, dass so etwas nie wieder passiert. Wir müssen darüber hinwegkommen, doppelt so große Hochhäuser bauen und all diese Leute, die Böses anrichten wollen, eliminieren, egal, um welchen Preis. Es ist, als hätten wir einen Rennfahrer, der gefährliche Dinge tun will, und wir alle sagen: Hey, wir wollen, dass dieser Typ verschwindet. Wir müssen alle aufstehen und sagen: Wir wollen diese Leute loswerden. Doch ich habe meine Zweifel, ob uns das gelingen wird. Es gibt zu viele Menschen, zu viele Meinungen. Der eine sagt schwarz, der andere dunkelgrau. Wie kann man die Welt dazu
bewegen, an einem Strick zu ziehen? Es ist schwer genug, die MotoGP-Fahrer in
einem Fahrermeeting dazu zu bringen, für bestimmte Sachen zu stimmen. Mir fehlt jede Vorstellungskraft, wie schwer es in der Politik sein muss.

Edwards: M3, das fällt mir als Erstes ein. Vor ein paar Jahren hatte meine Frau so
einen, und es ist ein gutes Auto und eine gute Firma. Die Deutschen bauen immer die besten Autos, das habe ich schon
herausgefunden. Über BMW-Motorräder weiß ich nichts. Es wäre toll, wenn sie eine
MotoGP-Maschine bauen und in unse-
rer Weltmeisterschaft mitmachen würden. Immerhin gibt es entsprechende Gerüchte. Aber dann wären Honda und ich wahrscheinlich in Schwierigkeiten, angesichts all der deutschen Ingenieure...

Roberts: Vor vier, fünf Jahren hätte ich nie gedacht, dass ich einmal einen BMW besitzen würde. Mittlerweile dagegen kommen für mich die besten und sichersten Autos von BMW, und sie bieten jede Menge Fahrspaß. Ich habe keinen BMW für mich selbst, sondern meine Frau besitzt einen X5, aus Sicherheitsgründen. Ich selbst fahre einen Pick-up-Truck. Mir bedeuten schnelle Autos nichts, und ich weiß nicht viel über sie. Ich habe auch noch nie ein BMW-Motorrad bewegt. Mein Dad besitzt eins. Wenn ich in Amerika bin, gehe ich mit Dean zum Fitnesstraining, kann
ein paar Tage lang machen, was ich will, dann packe ich die Koffer wieder und verschwinde. Während dieser Zeit zu Hause Motorrad zu fahren ist das Letzte, was ich will. Natürlich würde ich es gerne sehen, wenn BMW bei den MotoGP mitmachen würden. Je mehr Firmen und Motorenhersteller, desto besser wird das Ganze.

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