Valentino Rossi: Kommentare und Fakten Weltmeister und Rekordhalter

Foto: 2snap
Dieses Wochenende gewann Valentino Rossi den GP von Japan – und damit seinen achten Weltmeistertitel. Alleine das Gewinnen eines Weltmeistertitels zeugt von außerordentlichem Können, aber das Aufstellen von Rekorden, praktisch im Vorbeigehen, lässt Rossi in den Kreis der allergrößten Motorradfahrer aufsteigen – wenn er dort nicht schon lange ist. So ist Rossi, neben Giacomo Agostini, der einzige Motorradfahrer, der sechs oder mehr Weltmeistertitel in der Königsklasse, aktuell also die MotoGP-Klasse gewonnen hat. Einzig, wenn die Weltmeistertitel aller Motorradklassen gezählt werden, fällt Rossi auf Platz fünf der Bestenliste zurück. Vor ihm liegen dann Mike Hailwood und Carlos Ubbiali mit jeweils neun, Angel Nieto mit 13 und der unvergessliche Agostini mit 15 Weltmeistertiteln. Allerdings war es zu Agostinis Zeiten noch erlaubt in mehreren Klassen gleichzeitig zu starten, so dass zum Beispiel Agostini 1972 Weltmeister der 350er- und 500er-Klasse wurde. Ebenfalls neben Agostini ist Rossi der Einzige, der den Weltmeistertitel nach zwei Jahren Pause wiedergewonnen hat. Einmalig an Rossis Siegen ist, , dass er MotoGP-Weltmeister auf vier verschiedenen Motorrädern wurde; einer Honda mit 500 cm³-4-Zylinder-Zweitakter, einer Honda mit einem 990 cm³-V-5-Viertakter, einer Yamaha mit einem 990 cm³-R-4-Viertakter und einer Yamaha mit einem 800 cm³-R-4-Viertakter. Mit seinem Sieg in Motegi 2008 konnte Rossi Agostinis Rekord von 69 Siegen in der Königsklasse überflügeln. 37 seiner Siege hat Rossi mit Yamaha gefeiert – mehr als er mit jedem anderen Hersteller errungen hat. Und auch für Yamaha ist er der erfolgreichste Fahrer aller Zeiten – so hat er schon jetzt 13 Rennen mehr gewonnen, als der zweitplatzierte Kenny Roberts.
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Als Rossi, der 1979 in Urbino, Italien, geboren wurde, 1997 der jüngste Weltmeister in der 125er-Klasse wurde und 1998 der jüngste 250er-Weltmeister, ahnte man schon, dass er ein sehr großes Talent ist. Dieses Talent stellte er auch 2004 unter Beweis, als er nach drei Weltmeistertiteln mit Honda zu Yamaha wechselte und sofort wieder Weltmeister wurde – auch das ist eine Leitung, der vorher nur Eddie Lawson gelang.

Rossi selbst erklärt, dass der achte Sieg etwas ganz Besonderes sei – zwar sei der erste Weltmeistertitel und der Erste mit Yamaha etwas gewesen, mit dem niemand gerechnet hatte – aber der achte Titel sei eine Antwort auf die Kritiker, die ihn Ende letzter Saison abgeschrieben hatten und Casey Stoner als neuen Rossi proklamierten. All diesen Kritikern habe er nun gezeigt, dass er weiterhin Motorrad fahre, um zu gewinnen.
Allerdings hält Rossi Stoner für den härtesten Konkurrenten, den er je hatte und freut sich auf einen harten, aber fairen Kampf im nächste Jahr.

Für das nächste und für das übernächste Jahr hat Rossi weiterhin einen Vertrag bei Yamaha. Zwar haben ihm auch andere Hersteller Verträge angeboten, aber Rossi gibt an, dass er sich unglaublich wohl bei Yamaha fühle und noch weitere Titel mit dem Team einfahren wolle.

Rückblickend sei es eine riskante, aber weise Entscheidungen gewesen, zu Yamaha zu wechseln, so Rossi, aber nur so habe er entkräften können, dass er nur aufgrund einer überlegenen Maschine gewinnen würde. Ebenso richtungsweisend sei für ihn der Wechsel zu Bridgestone gewesen, da er so intensiver an der Entwicklung der Reifen teilhaben könne.

Um die Zeit nach dem Motorradfahren macht Rossi sich weniger Sorgen, hofft allerdings, dass seine Rekorde lange bestehen bleiben. Vielleicht bleibt Valentino Rossi der MotoGP noch ein Weilchen erhalten, denn er will einmal gegen seinen Bruder Luca ein MotoGP-Rennen fahren und muss dafür noch warten, bis sein Bruder dort startet. Es bleibt also spannend, was wir von Rossi noch erwarten können.

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