Valentino Rossis Steuerschulden Der Doktor und der Fiskus

Foto: 2snap
Valentino Rossi rudert zurück: Der siebenmalige Motorrad-Weltmeister legt gegen den Bescheid der italienischen Steuerfahndung keinen Widerspruch ein, sondern macht ein Friedensangebot. Im Sommer hatten die italienischen Behörden Rossi vorgeworfen, zwischen 2000 und 2004 rund 60 Millionen Euro am Italienischen Fiskus vorbeigeschleust zu haben und - Strafe und Zinsen eingerechnet - 112 Millionen Euro von ihm gefordert. Der Grund: Rossi, offiziell wohnhaft in London, habe seinen Lebensmittelpunkt nach wie vor in Tavullia nahe Rimini und sei daher in Italien steuerpflichtig. Daraufhin hatte Italiens Motorrad-Held ein überaus peinliches Video verbreiten lassen, in dem er sich als Opfer einer Medienkampagne darstellte und darauf beharrte, dass er in London lebe und sich nichts vorzuwerfen habe. Nun legt er eine erstaunliche Kehrwendung hin. Seine Anwälte teilten mit, dass sie mit den Steuerbehörden in Kontakt stünden und eine gütliche Einigung für ihren Mandanten suchten. Ein in Italien durchaus übliches Verfahren: Bei einem Eingeständnis des Steuersünders sieht das Gesetz eine Ermäßigung der Strafe auf bis ein Viertel vor - Rossi könnte demnach mit knapp 30 Millionen Euro davon kommen. Immer noch eine stolze Summe, aber schließlich wird der schnelle Italiener auf der Forbes-Liste der bestverdienenden Sportler auf Platz 11 geführt, mit einem Jahreseinkommen von rund 30 Millionen Dollar. Bei ein wenig Sparsamkeit ließe sich die Steuerschuld also durchaus begleichen.
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Zurückgeführt wird Rossis Sinneswandel vornehmlich auf die Trennung von seinem langjährigem Manager Gibo Badioli, der sich sowohl um das Image wie auch um die Finanzen seines Schützlings kümmerte. Nicht immer zu dessen Vorteil, wie die Ereignisse des letzten Sommers nachhaltig bewiesen, denn nach dem Steuerskandal stand Rossi sowohl als böser Bube wie auch als beleidigte Leberwurst da - selbst seine Fans gingen auf Distanz. Daraus zog Rossi nun die Konsequenzen. Dass er sich mit den Steuerbehörden einigen wird, steht für Italiens Medien außer Frage, schließlich gibt es bekannte Vorläufer, von Luciano Pavarotti über Sofia Loren bis zu Alberto Tomba. Deren Ruhm haben ihre Steueraffären nicht geschadet - reuigen Sündern verzeihen die Italiener nur zu gern.
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