Vergleich: MotoGP- und Superbike-WM (Archivversion) Gipfeltreffen

Zwei Top-Serien mit schweren Viertakt-Maschinen werben im internationalen Motorradrennsport um die Gunst des Publikums. MOTORRAD beleuchtet, was MotoGP-WM und die Superbike-WM ausmachen und wo die Unterschiede liegen.

Die Frage, in welcher der beiden Weltmeisterschaftsserien des Motorrad-Straßenrennsports am schnellsten gefahren wird, ist nach einem kurzen, aber heftigen Angriff der Superbiker im Jahr 2003 eindeutig beantwortet. Auch mit dem seit 2007 von 990 auf 800 cm³ reduzierten Hubraum sind die Superhelden auf den sündhaft teuren MotoGP-Prototypen auf allen sechs Rennstrecken, die gleichzeitig zum Kalender der MotoGP- und der Superbike-WM gehören, klar schneller als die besten Superbiker. Weltmeister Casey Stoner auf Ducati oder seine heftigsten Verfolger Daniel Pedrosa auf Honda und Yamaha-Mega-Star Valentino Rossi nehmen dort dem nun in die MotoGP-WM umgestiegenen Superbike-Weltmeister James Toseland auf der Ten-Kate-Honda oder den Spitzenfahrern der anderen Marken wie Noriyuki Haga (Yamaha), Troy Bayliss (Ducati) sowie dem gerade von Suzuki zu Ducati gewechselten Ex-GP-Star Max Biaggi rund drei Sekunden pro Runde ab.

Ein Großteil dieses Zeitunterschieds geht auf das Konto der Reifen. Dem weitgehend unbeschränkten Einsatz schnellster, exklusivster und in blitzartigem Rhythmus weiterentwickelter Gummis der zwei im MotoGP-Sport engagierten Marken steht eine rigide Einheitsreifenregel bei den Superbikes gegenüber (siehe Kasten auf Seite 125). Hinzu kommen Unterschiede zwischen dem recht freien technischen Reglement bei den Grand Prix und Homologationsregeln bei den Superbikes, die wenigstens noch einen gewissen Bezug zu den supersportlichen Serienmaschinen der Hersteller erhalten sollen (siehe Seite 124). Außerdem sehen die Fahrer – nicht zu Unrecht – die MotoGP-WM als erste Liga an, was zumindest in der Spitze zu einem etwas höheren fahrerischen Niveau ebendort führt. Gleichwohl zeigt auch die Superbike-WM hervorragenden Rennsport und kann sich durchaus selbstbewusst einer vergleichenden Analyse mit der Grand-Prix-Top-Liga stellen.

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