Verhandlungen rund um Valentino Rossi (Archivversion) Doktor-Spiele

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Die Meldung kam nicht unerwartet: Valentino Rossi verlängert seinen Vertrag mit Yamaha um zwei Jahre. Der MotoGP-Pilot will unbedingt den WM-Titel zurückerobern und braucht dafür ein Team, das mit Zukunftsperspektive arbeiten kann. Zudem erleichtert ein längerfristiger Vertrag die Verhandlungen mit dem möglichen neuen Hauptsponsor Fiat.
Die scheinen zäh zu laufen. Seit Wochen verleiten Fiats Sponsor-Spielchen rund um Doktor Rossi, wie ihn die Italiener liebevoll nennen, die Presse zu wilden Spekulationen. Von einem Budget zwischen acht und 15 Millionen Euro ist die Rede, einmal soll Rossi zum Werbeträger von Fiat werden, dann wiederum heißt es, der Vertrag betreffe nur das Team Yamaha, der Pilot selbst bleibe außen vor. Fest steht, dass Autobauer Fiat, der Pleite vor wenigen Jahren nur knapp entronnen, mehr junge Kunden will, und die erreicht man in Italien am besten über Superstar Rossi – siehe Honda Accord, dessen Verkaufs-
zahlen sprunghaft anstiegen, als der Weltmeister für ihn die Werbetrommel rührte.
Offiziell jedoch weiß Fiat von nichts. Gegenüber MOTORRAD mochte Norman Winkler von der Pressestelle in Turin noch nicht mal zugeben, dass überhaupt Verhandlungen laufen: »Spekulationen kommentieren wir nicht.« Fiats Geheimniskrämerei lässt den Verdacht aufkommen, dass es sich um eine Marketing-Operation handelt: Je länger man schweigt, desto mehr wird spekuliert, und desto länger bleibt Fiat in den Schlagzeilen.
Das nervt offenbar sogar Rossi selbst. In einer Pressemittelung, die
seine Freunde in Umlauf brachten, dient sich die Hühnerzucht Osvaldo als Ya-
maha-Sponsor an. GP-Fans ist sie längst
bekannt, denn mit dem Logo der »Polleria Osvaldo« auf der Brust feierte Rossi 1998 seinen Sieg beim 250er-WM-Lauf in Barcelona. Daraufhin explodierte in Italien die Nachfrage nach besagten Hühnern – doch bei Osvaldo handelte es sich um eine reine Erfindung. Der Rummel verärgerte die echten Sponsoren des damaligen Rossi-Teams aber derart, dass Osvaldo schlagartig in der Versenkung verschwand, aus der das fiktive Huhn erst jetzt wieder auftauchte.
Solche Gags am Rande freuen Rossis Team, zur Erhellung der Sachlage hat man allerdings auch dort derzeit nicht viel
beizutragen. Dass Verhandlungen mit Fiat
laufen, gibt man immerhin zu, doch Art und Höhe des Sponsorings stünden noch nicht fest. »Die Entscheidung muss bald fallen«, sagt William Favero vom Team Yamaha. »Bei den IRTA-Tests in Jerez ab 23. Februar brauchen wir unsere 800er in den offiziellen Farben – und das geht nur, wenn der Sponsor feststeht.« ebr

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