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ADAC Moto Classic 2013 Klassiker-Wettfahrt ohne Zeitdruck

Oldtimer-Wanderfahrt nennt der ADAC seine 2003 im Trentino begründete Wettfahrt ohne Zeitdruck. Im Zweijahres-Rhythmus rollen bei der ADAC Moto Classic 2013 über 100 klassische Motorräder durch Eifel und Ardennen.

Die Beule an Kurts linker Schläfe sieht aus wie ein Wespenstich. Unsanfter Asphaltkontakt ist die wahre Ursache, ein Sturz zu Fuß beim ­Anschieben führte dazu. Wenn der Angeschobene losbraust statt anzuhalten, kommen die Helfer-Beine eben nicht mehr mit. Egal, Helm auf, die 1929er-Norton angetreten, und ab auf die Strecke. Andere traf es heftiger. Jens etwa, dessen 1978er-CBX den Dienst komplett verweigert. Immerhin, er darf bei Michael auf dessen CBX mitfahren. Stefans Norton Commando zündet nicht, also bekommt er das Ersatzmotorrad von Peter, eine BMW R 69 S. Der braucht sie nicht, seine gemeldete  Nimbus läuft. „Sigi“ Nissen, der Mechaniker dieser Veranstaltung, hat trotzdem viel Arbeit, die er mit unermüdlicher Freude erledigt. Kopfschütteln ernten allerdings die, die wegen Spritmangel liegenbleiben.

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WP heißt hier Wanderpause, nicht Wertungsprüfung

Schließlich sind auf der Routenkarte der bestens organisierten Veranstaltung auch die Tankstellen eingezeichnet, zudem weist eine penible Ausschilderung zuverlässig den Weg. Ein Dreieck mit Spitze nach oben heißt geradeaus, ein Quadrat bedeutet nach links, ein Kreis nach rechts abbiegen. Das ist üblich so, aber WP heißt hier Wanderpause, nicht Wertungsprüfung. Wettbewerb gibt es trotzdem, schließlich werden falsche Antworten im Fragebogen mit Strafpunkten geahndet, und wer bei der Fahraufgabe am schnellsten durch die Hütchen wedelt, hat gewonnen. Das schafft Reiner mit seinem Gold Wing-Gespann von 1982 reichlich spektakulär, leider fährt er in dem eher für Solomaschinen passenden Parcours dabei ein paar Pylonen um. Egal, nach 25 Jahren hat er sein Moped im Griff und Spaß dabei.

Wie überhaupt diese Jubiläums-Moto Classic nicht nur durch erstaunliche Hilfsbereitschaft, sondern auch durch viel Spaß an der Sache getragen wurde. Das älteste Motorrad, eine Wanderer, stammt von 1920. Und ist  irgendwie Namens­patronin dieser Veranstaltung. Auch das über 90 Jahre alte Krad schafft die Zeitvorgaben, kommt an den Steigungen aber ziemlich ins Schnaufen. Fahrer Wilhelm hat daher mit Zünd- und Gemischjustage sowie Tankschaltung alle Hände voll zu tun. Obwohl auch schon über 30 Jahre alt, wirken die Motorräder der frühen 1980er-Jahre – diesmal durften Bikes bis Baujahr 1983 teilnehmen – richtig modern. Sie machten es dem lenkenden Personal sichtbar leichter im Umgang, nicht nur bei den Fahr-Prüfungen.

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Spannend wurde es bei der Aufgabe, eine Strecke mit Zeitvorgabe zu absol­vieren, bei der nach eineinhalb Voll­kreisen und einem Slalom das Ziel in 40 Sekunden zu erreichen war – ohne Uhr natürlich! Dazu kamen Fragen zur Region und  der Erscheinungsweise von MOTORRAD Classic (alle sechs Wochen), außerdem galt es, alte Werbesprüche zur NSU Fox zu vervollständigen. Manche Teilnehmer erarbeiteten die Lösungen alleine, ­andere im Team.

Die herrlichen, oft kaum befahrenen Sträßchen der Route genossen alle Fahrer, ebenso die Volksfeste an den Haltepunkten. Rund 100 alte Motorräder sieht man eben auch in malerischen Orten wie Monschau nicht  alle Tage.

ADAC Moto Classic 2015

Lust bekommen? Im August 2015 steigt die nächste ADAC Moto Classic, dann in der Eifel. Teilnehmen können Motorräder mit und ohne Seitenwagen, die mindestens 30 Jahre alt sein müssen. Für die kommende Veranstaltung sind also Baujahre bis 1985 zugelassen. Die Nenngebühr beträgt 399 Euro, ADAC-Mitglieder erhalten zehn Prozent Rabatt. Mehr Infos gibt es im Netz unter www.adac.de/Oldtimer.

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