MZ RE-Sonderklassen-Revival bei der ADAC Sachsenring Classic 2014 Hochgenuss für Augen und Ohren

Viele MZ RE-Sonderklassen-Modelle gibt es nicht mehr, aber ein paar originale Schätzchen aus der ehemaligen Motorradschmiede in Zschopau ließen sich für das ADAC Sachsenring Classic 2014 auftreiben. Freunde der Zweitakter made in East Germany sollten sich schon einmal das Wochenende vom 16. bis zum 18. Mai vormerken.

Foto: Nöll, Archiv, Holzwarth

Einmal tief Luft holen und gaaaanz langsam einatmen. Die Ohren auf Empfang stellen und einfach nur genießen. Zweitakter made in East Germany. Rennsägen aus dem Motorradwerk Zschopau. Sie zählten zu den schnellsten Zweitaktern der 60er-Jahre. Bis zur Wende 1989 gehörte das sächsische Unternehmen zu den größten Motorradherstellern der Welt.

In der MZ RE-Sonderklasse (RE steht für Rennmaschinen) gibt es ein Wiedersehen mit den Motorrädern der Baujahre 1958 bis 1977. Sie sehen noch immer so aus, wie sie einst aus dem Werk rollten, unverbaut und mit dem grandiosen Drehschiebermotor. Die meisten von ihnen sind in Privatbesitz.

Heinz Rosner, Mister MZ genannt, wird seine Präsentationsrunden allerdings auf einer Leihgabe des Motorradmuseums von der Augustusburg drehen. 1968 wurde der Mann aus dem Erzgebirge in der Motorrad-WM der 250er-Klasse Dritter. Das Benzin fließt bis heute im Blut des eingefleischten MZlers. Auch mit 75 Jahren zieht er noch am Kabel und ist regelmäßig auf Veteranenrennen anzutreffen.

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30 MZ-Koryphäen mit von der Partie

Etwa 30 MZ-Koryphäen machen sich auf den Weg zum Sachsenring. Ex-Racer Rainer Pommer, der als Beauftragter für den historischen Rennsport im ADAC Sachsen den Organisationspart übernommen hat, meint: „So ziemlich alle, die noch leben, wollen ihre Erinnerungen bei den Classics auffrischen.“

Sei es Bernd Köhler, der als Betriebsangehöriger mit Werksunterstützung eine 125er um die Ecken trieb und 1976 die internationalen Gegner auf der Naturrennstrecke von Horice in der benachbarten CSSR demontierte. Oder Günter Hilbig, dem es gelang, seine alte MZ-Rennmaschine, die er 1975 verkauft hatte, wieder zu erwerben. Durch fünf Hände gegangen und heruntergekommen, möbelte er die Rarität - 1972 wurden nur zwei Stück davon gebaut - detailgetreu wieder auf.

Wolfram Trabitzsch, WM-Fahrer Frieder Krause, Hans-Joachim Schnürer, 125-cm³-Veteran Siegfried Merkel und noch viele andere - Rainer Pommer liegt eine beeindruckende Anmeldeliste von Fahrern und Maschinen vor. Mögen die Zweitakter für manche auch aus dem Auspuff stinken, für andere verströmen sie einfach den schönsten Duft der Welt.

ADAC Sachsenring Classic 2014

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