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Auf der weltgrößten Custombike-Messe in Bad Salzuflen gab es auch dieses Jahr wieder viel zu bestaunen.

Custombike - weltgrößte Messe für umgebaute Motorräder Report: Custombike-Messe in Bad Salzuflen

Vom 30. November bis 2. Dezember fand in Bad Salzuflen die Messe Custombike 2012 statt. Sie ist mittlerweile der weltgrößte Tummelplatz für Fans umgebauter Motorräder und schriller Einzelanfertigungen, ein einzigartiges Fest für alle Sinne.

Es sind Superlative einer Motorradszene, die weltweit ständig wächst: 323 Aussteller präsentierten auf über 25 000 Quadratmetern alles, was das Herz von Custombike-Fans schnel-ler schlagen lässt. Die Messe Bad Salzuflen zog über 28 000 Besucher in ihren Bann und ist mit 768 präsentierten Motorrädern mittlerweile die weltgrößte Fachmesse für individuelle Bike-Umbauten. Zum Vergleich: Auf legendären Shows wie der Rat’s -Hole in Daytona stehen oft nicht mehr als 200 Maschinen. Noch etwas ist anders: Auf den US-Messen basieren fast alle Umbauten auf Harley-Davidsons oder sind mit V2-Motoren von S&S oder RevTech bestückt. In Bad Salzuflen hatten 40 Prozent aller Motorräder japanische oder europäische Antriebe.

So holte sich beispielsweise Tobias Reichert den Sieg in der Kategorie „Best Chopper“ mit einem Motorrad auf Basis einer 250er-Awo. Er und viele andere der Szene präsentierten gute Beispiele, wofür der Begriff Custombike eigentlich steht. Denn er wird abgeleitet von Customer und bedeutet nichts weiter, als ein Motorrad auf seinen Besitzer oder Kunden (Customer) maßzuschneidern. Hier sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt. Trotzdem hält sich vielerorts hartnäckig das Vorurteil, Custom hätte nur mit Cruisern und Choppern zu tun, mit Schwermetall, V2-Motoren und unfahrbaren Skulpturen, die nichts mehr mit Motorrädern im Allgemeinen zu tun haben. Szene-Gurus wie Marcus Walz, den seine Drag-Style-Bikes berühmt machten, oder Roland Sands, der sich über alle Stile hinwegsetzt, haben schon früh alle Arten von Motorrädern veredelt. Da mutieren KTM-Wettbewerbsbikes wie die KTM EXC 525 zum Café Racer, oder eine Harley-Sportster wird zum sportlichen Naked Bike geadelt. Die Szene ist rührig - und ständig in Bewegung. Waren bis vor ein paar Jahren noch Breitreifen-Umbauten angesagt, so setzt man derzeit auf große Räder - der Bagger-Style aus den USA ist hierzulande mächtig auf dem Vormarsch. Bei Fred Kodlin, dem Custom-Urgestein aus der Nähe von Kassel, rotiert beispielsweise ein 26-Zoll-Vorderrad in seiner Maschine. Prognosen? Insider munkeln, dass der neueste US-Trend, nämlich Maschinen auf Basis japanischer Reihenvierzylinder aus den 1970er-Jahren, bald Europa erreicht.

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