11 Bilder

GS-Party in Garmisch-Partenkirchen Vergessene BMW GS-Modelle

In Garmisch-Partenkirchen, mitten im Stammland der BMW GS, trafen sich neben dem Geburtstagskind auch BMW-Modelle, die auf eine nicht ganz so glanzvolle Vergangenheit zurückblicken können.

GS-Festspiele waren und sind die BMW-Motorradtreffen in Garmisch-Partenkirchen schon, seit es sie gibt - seit zehn Jahren. Dreimal so lang gibt es die GS. Grund genug, 2010 in Garmisch noch eins drauf zu legen und den runden Geburtstag der GS zu feiern, die doch gleichzeitig auch BMWs Cash-Kuh Nummer eins ist. Und viele, viele, viele GS-Fahrer feierten mit. Doch neben Tausenden von Reiseenduros von 800 bis 1200 Kubik zeigten vereinzelte Mauerblümchen, dass die breite Masse der BMW-Kunden bestimmte Modelle nie so schätzte und keineswegs alle Spandauer Produkte zu gefeierten, prämierten Evergreens wurden. Ein Spaziergang über das in praller Sonne vor sich hin brütende Gelände förderte von der Zeit vergessene BMWs zutage oder machte gar Lücken in der Palette der Besucherbikes bewusst.

So feierte im vergangenen Jahr im kleinen Kreis weniger Verehrer der einstige Spitzentechnologieträger BMW K 1 zwanzigsten Geburtstag. Öffentlich Notiz nahm niemand davon. Auch in Garmisch war weit und breit keine K1 zu finden. Und das, obwohl sie doch einst mit gro-ßem Tamtam als Spitzenprodukt deutscher Ingenieurskunst gefeiert worden war! Herbe Außenseiter sind mittlerweile auch die braven F 650-Vergasermodelle, und die einzige K 100 RT, die dem Autor vor Augen kam, verdient sich ihr Gnadenbrot beim Bayerischen Roten Kreuz. Die kurzhubige R 65 war nur als Alberich-Variante für kräftig gebaute Knirpse zu bewundern. Aber auch ein recht aktuelles Modell glänzte durch Abwesenheit: G 650 Xmoto? Fehlanzeige.

Doch von den Mauerblümchen zurück zum gefeierten Star: Kein Wunder, dass das GS-Jubeljahr in Garmisch entsprechend zelebriert wurde. Ohne sie bzw. ihren Erfolg würde es die BMW-Motorradsparte heute mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr geben. Auch der Boxermotor wäre ausgestorben. Aber es kam anders. Und so feierten mehr als 35 000 Besucher an allen drei Tagen mit im bestens organisierten Chaos, das die Münchner jedes Jahr in der sonst eher beschaulichen Marktgemeinde am Fuß der Zugspitze ausbrechen lassen.

Anzeige
Foto: Berger
Ärzte fahren Harley? Nicht alle. In Garmisch war einer auf der heute seltenen K 100 RT unterwegs.
Ärzte fahren Harley? Nicht alle. In Garmisch war einer auf der heute seltenen K 100 RT unterwegs.

Flankiert von sizilianischen Temperaturen und dem Sieg der deutschen Fußballelf gegen Argentinien durchströmte ein wohlig-warmes BMW-Gefühl die Massen: "Mir san mir!" Angesichts von Shows, Touren, Infos, Prämierungen und eines enormen Angebots an Zubehör und Dienstleistungen kam hier jeder auf seine Kosten.

Nach der Pressekonferenz, die, eingeleitet von BMW-Motorrad-Chef Hendrik von Kuenheim, durch fünf wichtige Zeitzeugen aus dreißig Jahren GS-Geschichte zur unterhaltsamen Zeitreise geriet, ging es zur Wahl der ältesten, am besten umgebauten und am weitesten gereisten GS: Johann Filleboeck brachte die Nr. 431 aus dem Oktober 1980 mit, Ulrich Beppler siegte mit einem kenntnisreich verfeinerten Zweiventiler in der Umbaukategorie, und Heidi Lupko reiste auf einer R 80 GS Basic mit sagenhaften 525174 Kilometern auf dem Tacho an. Sie wird wohl auch von 1. bis 3. Juli 2011 in Garmisch wieder dabei sein. Mal sehen, wer noch. Oder eben, wer nicht.

Anzeige

Themenseiten

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote

Alle Artikel