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Doppel-Spaß: Museums-Chef Hermann Layher düste mit über 80 durch die Lande. Nicht km/h, sondern Jahren – das Alter des Beifahrers.

Nachbericht Klassiker-Treffen Sinsheim Nur die Harten kommen in den Garten

Nur die Harten kommen in den Garten: Dieser Spruch könnte als Motto für das Klassikertreffen 2013 in Sinsheim herhalten. Bei strömendem Regen kamen am Samstag zwar weniger Teilnehmer als sonst – die aber ließen sich den Spaß keineswegs verderben.

Regen in Wimbledon – das hieß in den 1980er-Jahren beim großen Tennisturnier: kompletter Stillstand der Veranstaltung nach Abdecken des Tennis-Courts. Regen in Sinsheim wird anders gehandhabt: Unverzagte Teilnehmer und Besucher  ummeln sich an diesem 5. Oktober trotz strömenden Regens im Außenbereich. Oder schlendern durch die Halle, wo sich diesmal witterungs­bedingt die zur Prämierung anstehenden Old- und Youngtimer versammelt haben. Die Organisatoren haben schnell reagiert, und so stehen dicht gedrängt die zwei­rädrigen Schätzchen, eng umlagert von Besitzern und Besuchern.

Ein Gefühl von heimeliger Intimität kommt unter den Gleichgesinnten auf,  die sich vom Regen nicht abschrecken lassen. Überall wird geredet, gefachsimpelt und gestaunt oder geschmunzelt. Über so manche Rarität – aber auch über das ­mobile Moderationskommando in Person von MOTORRAD-Mann Klaus „ich moderier hier alles in Grund und Boden“ Herder, der wie schon im Vorjahr so manch wortkargem Besitzer die lustigsten Geschichten zu seinem Gefährt entlockte.

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Sehr persönliche Geschichten

Was bei einigen wiederum gar nicht so schwer war, wenn bei einem Bike, wie im Falle von Karl-Heinz Braun und seiner Yamaha YR-1, Herkunft und Vorgeschichte schon skurril sind. Braun hat die Yamaha Ende der 1960er-Jahre in Südafrika gekauft, das Bike dann die ganze Strecke auf Achse überführt, besitzt die YR-1 somit seit über 40 Jahren. Fast jeder hat eine in jedem Fall sehr persönliche Geschichte zu erzählen, wann, wie und warum man zum eigenen Krad gekommen ist. Die Jury bewertete die Klassiker, und bei der Preisverleihung am Samstagnachmittag wusste Klassik-Experte und VfV-Urgestein Karl Reese wie immer spannende Details zu den Oldies und den Firmengeschichten zu erzählen.

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Foto: Wolf, Stefan

Manch launiger Plausch hatte schon am Freitag stattgefunden, dem traditionellen Tag der geführten Ausfahrt. Organisiert und geleitet vom MOC Steinsberg ging die Route dieses Mal die lieblichen Flusstäler von Neckar, Jagst und Kocher ­entlang, mit herrlichen Abstechern in die umgebenden Hügellandschaften und Weinberggebiete, wozu auch der Mittags-Stopp im idyllisch gelegenen Weingut bei Öhringen bestens passte.

Gut, dass die Ausfahrt wenigstens noch weitgehend im Trockenen stattfinden konnte, auch wenn die Straßen morgens teils noch nass und glitschig waren – Rutscher oder Unfälle gab es keine und nur einen technisch bedingten Ausfall. Lediglich die Länge der Route war mit über 200 Kilometern recht stramm kalkuliert. Das vorgelegte Tempo für den nötigen Schnitt konnte manch betagtes Bike kaum mithalten. Spaß hatten die Teilnehmer, viele davon erfahrene Wieder­holungstäter, trotzdem. Schließlich besagt eine alte Wander-/Biker-Regel: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. Und schlechte Stimmung gibt’s in Sinsheim schon gar nicht.

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