Pitlane: Triumph Tridays Heim-Spiel

Wenn dem verträumten österreichischem Dorf Neukirchen für
drei Tage Newchurch wird, dann ist es wieder so weit: Triumph zelebriert die Tridays, das Markentreffen der etwas anderen Art.

Foto: Jahn

Heim-Spiel

Motorradmarkentreffen. Eine durchaus schwierige Sache. Weil sie verkommen können. Zu viel Nepp, Kitsch, nackte Haut, Gewalt. Und, ganz schlimm, der größte anzunehmende Unfall: Die schicken Jungs und Mädels vom Marketing des Herstellers übernehmen das Kommando. Von nix eine Ahnung. Aber davon recht viel. Und jede Menge Anglizismen huckepack. Also denkt sich die Krawatten-, Anzug-, und Kostümfraktion einen schicken Event aus. Mit großem Budget und viel Customer-Kontakt, möglichst noch mit ­einer gewaltigen Präsentation am Point of Sale, wo die Dampfplauderer den Kunden mal so richtig abholen wollen. Ganz toll. Nicht mal den richtigen Führerschein, aber uns erzählen wollen, wie Motorradfahren geht. Und wie es sich gefälligst anzufühlen hat. Bleibt daheim.

Es geht aber auch anders; es kommt auf die richtige Besetzung an: Wenn beispielsweise ein Drehbuchautor, Schauspieler, Produzent, Kinderbuchschreiber, leidenschaftlicher Triumph-Fan und Wahl­österreicher namens Uli Bree in Ingrid Maier-Schöppel vom Tourismusverband Neukirchen eine kongeniale Partnerin findet, die eine Idee mittels eines umtriebigen österreichischen Triumph-Händlers mit Künstlernamen Jorge Jamon zu einem vi­sio­nären Triumph-Deutschland-Geschäftsführer Michael Nier transportieren, dann entsteht etwas Großartiges: die Tridays.
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Foto: Fact

Absolut jugendfrei

Dieses Jahr zu dritten Mal am Start. Ein etwas verschlafener Ort (Neukirchen) samt Hausberg Großvenediger heißt plötzlich Newchurch und feiert drei Tage lang. Dieselbe Party, dieselben Gäste? Funktioniert nicht wirklich. Weshalb die Tridays-Macher jedes Jahr aufs Neue vor einem Balanceakt stehen. Das Gute bewahren, die oberste Prämisse; Neues behutsam etablieren, was mit der offiziellen Teil­nahme von Triumph Italien toll gelungen ist. Aber vor allem wichtig ist, dass die Tridays ihren ungezwungenen, friedlichen und 100 Prozent jugendfreien Charakter behalten. "Familiär", das umschreibt das vorherrschende Gefühl wohl am besten.

Eine große Familie, am Rande bemerkt: Gut 12 000 Besucher, schätzte die Ingrid (in Österreich ist man schnell beim „Du“) vom Tourismusverband, drängten sich durch die stilvoll in Szene gesetzte Mainstreet in Newchurch, genossen Guinness-Bier, Fish & Chips, Hamburger und andere englische Leckereien, die preislich mit ­einer einzigen Ausnahme (ein halbes Hähnchen für 6 Euro) in einem erfreulichen Rahmen blieben.

Neben einem durchweg hochwertigen Musikprogramm durften die Besucher am PS-Stand fleißig das Tridays-Bike wählen. 39 Triumph standen zur Wahl, die Preise für Wähler und Gewählte stammten von ­X-lite, LSL, Bridgestone und dem Neukirchner Tourismusverband (danke schön!) und motivierten zusätzlich zur Stimmabgabe. Gewonnen hat das Team rund um den österreichischen Triumph-Händler Julian Schneider, das mit seinem Speed Triple-Umbau der neuseeländischen Motorrad-­Legende Burt Munro Respekt zollte. Gratulation und Hut ab. Die Redaktion PS freut sich auf die Tridays 2009.

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