PRO SUPERBIKE-Revival 2014 (16. bis 18. Mai 2014) Power-Oldies rocken den Sachsenring

Elf Jahre lang war sie die Vorzeigeklasse des deutschen Motorradsports. In der PRO SUPERBIKE-Serie ging bis 2001 zwischen Importeuren, Händlern und Privatiers echt die Post ab. Im Rahmen der ADAC Sachsenring Classic 2014 lebt die Serie wieder auf.

Foto: MOTORRAD-Archiv

Lässig streifte er den Helm ab, zog sich den durchweichten Papierstreifen, der in Wirklichkeit eine Slipeinlage für das weib­liche Geschlecht war, von der glänzenden Stirn und pfefferte ihn in die Ecke. Der Typ war einfach irre, wusste sich aber zu helfen. "Weil ich so schwitze und mir die Suppe sonst in die Augen läuft." Wozu eine Damenbinde eben alles gut ist. Typisch Christer Lindholm. Er war der erfolgreichste Fahrer in der PRO SUPERBIKE-Serie, die von 1991 bis 2001 Asphalt und Zuschauer zum Beben brachte. Der große Blonde aus dem hohen Norden holte während seiner aktiven Zeit 36 Siege, also doppelt so viele wie seine Konkurrenten. Drei Mal gewann er den Titel: 1996, 1997 und 1999. Zwei Mal auf der Importeurs-Yamaha, ein Mal auf Ducati.

Das ist knapp 20 Jahre her, aber der Schwede ist bis heute so verrückt wie einst. Er fährt jetzt Porsche-Supercup. Das Wiedersehen mit den alten Motorrad-Kumpels und Haudegen auf dem Sachsenring lässt sich der mittlerweile 47-jährige Lindholm allerdings nicht entgehen. Und bringt auch gleich seinen Landsmann Peter Linden mit. Erinnern Sie sich? Das war der Ex-Kampfjet-Pilot der schwedischen Luftwaffe, der in der PRO SUPERBIKE mit der legendären Honda RC 30 angriff. Beim ersten Revival der Klasse überhaupt treten auf dem Sachsenring beide auf Ducatis an, die von Lindholms Ex-Teamchef Wolfgang Zeyen vor­bereitet werden.

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Die Riege der Gladiatoren von Gestern

Es haben sich etliche Konkurrenten von damals angesagt: der zweifache Meister Edwin Weibel aus der Schweiz, Kawasaki-Urgestein Rob Phillis aus Australien, Superbike-Legende Peter Rubatto, der langhaarige Ungar Arpad Harmati und Bayern-Ikone Michi Rudroff aus Übersee, das nicht in Amerika, sondern direkt am Chiemsee liegt. Auch Michael „Galle“ Galinski wird sich noch einmal in die Leder­kombi werfen. Der heutige Chef des SUPERBIKE*IDM-Teams von Yamaha baut sich extra fürs Revival eine Yamaha OW01 auf. Jochen Schmid versucht eine seiner giftgrünen Kawasakis aufzu­treiben, und auch der Schweizer Andy Hofmann, der Mann mit dem markanten Punkthelm, hofft, noch einen fahrbaren Untersatz von damals zu finden.

Die Riege der Gladiatoren von Gestern wird am Samstag und Sonntag bei sechs 20-Minuten-Trainings antreten und auch Präsentationsrunden fahren. Suzukis Rennausführung GSX-R 750 RR trifft auf Hondas RC 45, Kawasakis ZX-7RR und die knallrote Ducati. Zu Beginn der von Franz Rau und dem amerikanischen Ex-Rennfahrer Steve McLaughlin initiierten Serie hatten die Motorräder 120 PS, am Ende gewaltige 180.

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