Eicma 2009 Vorschau: Motorradmesse in Mailand

Über 1000 Aussteller aus mehr als 30 Ländern werden sich und ihre Produkte vom 10. bis zum 15. November 2009 auf der Motorradmesse Eicma präsentieren. Wir sagen Ihnen, was Sie Mailand erwarten dürfte.

Foto: CR&S

Die Vorstellung der Motorrad-Neuheiten 2010 wird auf der Eicma in Mailand den Höhepunkt erreichen. Fast alle Motorradhersteller haben einen Stand auf der Messe. Mit YamahaundHondafehlen in diesem Jahr gleich zwei der vier großen japanischen Motorradbauer. Und dabei gehört Honda mit der V4-Sporttourenmaschine VFR 1200 F zu den wenigen Herstellern, die eine wirkliche Neuentwicklung für die kommende Saison in der Garage haben.

Was uns auf der Eicma 2009 (10. bis 15. November) erwarten wird:

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Aprilia

Aprilias RSV4 R, die günstigere Basisversion der Factory, wird sicher in den Messehallen zu sehen sein. Das radikal auf die Piste getrimmte Serienmotorrad besitzt einen der kompaktesten V4-Motoren (180 PS). Vom selben Aggregat befeuert werden soll das extreme Naked Bike Tuono. Ein Prototyp ließ sich bereits bei Tests auf der GP-Rennstrecke Mugello erwischen. Eventuell wird die neue Aprilia Tuono mit V4-Motor auf der Messe offiziell vorgestellt. Außerdem können sich die Aprilia-Fans noch auf eine Factory-Version der Shiver freuen.

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Foto: BMW

BMW

Neben dem Auftritt des Elektrorollers C1-E darf beim bayerischen Motorradbauer wild spekuliert werden. Spätestens am 10. November werden wir mehr wissen, denn dann feiern laut Pressemitteilung "mehrere BMW-Motorräder Weltpremiere". MOTORRAD berichtete ja bereits über den neuen DOHC-Kopf für die Boxermodelle - man kann also davon ausgehen, dass die neuen Modelle in Mailand zu sehen sind. Im Rahmenprogramm erwarten wir auf jeden Fall Stunt-Fahrer Chris Pfeiffer, dem BMW ein Sondermodell der F 800 R mit Speziallackierung spendiert hat.

Foto: Hersteller
Mal rund, mal mit Flüglen, mal in Schreibschrift. Das heutige Ducati-Logo ist zunächst einmal die äußere Form, das Schild. Es soll für Erfolge und Prestige stehen. Farbe: Rot, seit den 1920er Jahren die offizielle italienische Motorsport-Lackierung und ein Zeichen für Leidenschaft. Und dann ist da noch die Kurve, das silberne Band unterhalb des Schriftzugs. Klar, weil die Kurve der spannendste Ort ist, eine Ducati zu fahren und deshalb im Logo nicht fehlen darf. Sagt Ducati.
Mal rund, mal mit Flüglen, mal in Schreibschrift. Das heutige Ducati-Logo ist zunächst einmal die äußere Form, das Schild. Es soll für Erfolge und Prestige stehen. Farbe: Rot, seit den 1920er Jahren die offizielle italienische Motorsport-Lackierung und ein Zeichen für Leidenschaft. Und dann ist da noch die Kurve, das silberne Band unterhalb des Schriftzugs. Klar, weil die Kurve der spannendste Ort ist, eine Ducati zu fahren und deshalb im Logo nicht fehlen darf. Sagt Ducati.

Ducati

Die Ducati Hypermotard 796 (Fahrbericht in MOTORRAD 23/09) wird es gewiss auf der Messe zu sehen geben. Im November soll sie auch bei den Ducati-Händlern erhältlich sein. Vermutlich wird eine große Reise-Enduro von den Italienern vorgestellt. Unter dem Codenamen "Cayenne" entwickelt man im Werk in Bologna ein großes Fun-Bike bzw. eine Reise-Enduro (Mehr dazu in MOTORRAD Ausgabe 24/2009 - ab dem 6. November im Handel). Mit der offiziellen Ankündigung rechnen wir auf der Ducati-Pressekonferenz am 9. November. UPDATE: Ducati hat die Katze ein bißchen aus dem Sack gucken lassen und die offizielle Präsentation der Multistrada 1200 angekündigt. Die sportliche Reiseenduro wird eine überarbeitete Version des bekannten 1198-Superbike-Triebwerks besitzen.

Harley-Davidson

Als erster der großen Motorradhersteller stellte Harley-Davidson seine Neuheiten wie den Luxus-Tourer Electra Glide Ultra Limited, die Fat Boy Special und die XR 1200 X vor. Die Amerikaner scheinen momentan voll mit Krisenbewältigung beschäftigt zu sein, wie der Untergang von Buell und die Käufersuche für MV Agusta zeigen. Ob da noch Spielraum für Neuigkeiten in der Modellpallette ist?

Foto: Hersteller
Leinen los hieß es für Kawasaki im Jahr 1878, in dem das Unternehmen sein Imperium im Schiffsbau begründete. Die ersten Motorräder wurden erst 1961 vom Stapel gelassen und nehmen einen vergleichsweise kleinen Teil der Kawasaki-Geschäfte ein. Dafür einen sehr emotionalen, was sich auch im Logo ausdrücken soll. Das
Leinen los hieß es für Kawasaki im Jahr 1878, in dem das Unternehmen sein Imperium im Schiffsbau begründete. Die ersten Motorräder wurden erst 1961 vom Stapel gelassen und nehmen einen vergleichsweise kleinen Teil der Kawasaki-Geschäfte ein. Dafür einen sehr emotionalen, was sich auch im Logo ausdrücken soll. Das "Flying K" symbolisiert die Herausforderung, sich der Zukunft zu stellen, so Kawa. Seit 2003 steht es nicht mehr alleine, sondern nur noch zusammen mit dem Firmennamen und wahlweise dem Slogan "Let the good times roll" (Lass die guten Zeiten rollen). Die Farbe ist Rot, in den 1960ern und 1970ern war sie Schwarz oder Grün.

Kawasaki

Die Japaner haben ihre Modelle für 2010 vor Kurzem präsentiert. Größte Neuerung im Programm ist die Kawasaki Z 1000. Ihr Vierzylinder ist eine komplette Neuentwicklung und soll zirka 135 PS leisten. Daneben haben die Kawasaki-Modelle 1400 GTR, Versys und ZX-10R eine Überarbeitung erfahren.

KTM

Der Motorradhersteller aus dem österreichischen Mattighofen wird in Mailand ein komplett neues MX-Motorrad vorstellen. KTM spricht in der Ankündigung davon, "neue Spuren zu definieren", was auch immer das heißen mag. Motocross-Fans dürfen auf jeden Fall gespannt nach Mailand blicken.

Foto: Hersteller
Und noch ein Adler. Was aber hat er mit einer Motorradmarke wie Moto Guzzi zu tun? Eine Vergangenheit als Flugzeugbauer ist es jedenfalls nicht. Doch Mitgründer Giovanni Ravelli war Pilot der italienischen Fliegerstaffel und kam bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Ihm zu Ehren und als Zeichen ihrer Kameradschaft haben die beiden anderen Mitgründer, Giorgio Parodi, ebenfalls Pilot, und Mechaniker Carlo Guzzi, den Adler, das Emblem der italienischen Fliegerstaffel, in ihr Logo übernommen. Das war 1921. Heute breitet er seine Schwingen über dem Moto-Guzzi-Schriftzug aus, umrahmt von einer roten, ovalen Fläche mit goldenem Rand. Seit 2005 ist das Logo dreidimensional.
Und noch ein Adler. Was aber hat er mit einer Motorradmarke wie Moto Guzzi zu tun? Eine Vergangenheit als Flugzeugbauer ist es jedenfalls nicht. Doch Mitgründer Giovanni Ravelli war Pilot der italienischen Fliegerstaffel und kam bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Ihm zu Ehren und als Zeichen ihrer Kameradschaft haben die beiden anderen Mitgründer, Giorgio Parodi, ebenfalls Pilot, und Mechaniker Carlo Guzzi, den Adler, das Emblem der italienischen Fliegerstaffel, in ihr Logo übernommen. Das war 1921. Heute breitet er seine Schwingen über dem Moto-Guzzi-Schriftzug aus, umrahmt von einer roten, ovalen Fläche mit goldenem Rand. Seit 2005 ist das Logo dreidimensional.

Moto Guzzi

Die Italiener sind wirtschaftlich angeschlagen; einen Messe-Auftritt im Heimatland lassen sie sich dadurch aber nicht nehmen. Ob es viel Neues geben wird? Angeblich soll eine Norge mit Vierventil-Motor kommen. Außerdem gibt es noch die bekannten optischen Neuerungen: In der Serie "Aquila nera" (Schwarzer Adler) bringt Moto Guzzi die Nevada 750, Bellagio 940 und California in (matt) Schwarz.

Zeichnung: Werk

Moto Morini

Während im Morini-Werk bei Bologna die Gespräche über mögliche Investoren weitergehen, bereitet man sich auf die Messe vor. Für 2010 steht bisher nur die leicht veränderte Reise-Enduro Granpasso 1200 fest, die nun auch für geländetaugliche Stollenreifen homologiert wurde.

MV Agusta

MV Agusta sieht ebenfalls schweren Zeiten entgegen, weil Besitzer Harley-Davidson die Motorradschmiede nach einem Jahr bereits wieder verkaufen will. Deshalb ist es für die Italiener immens wichtig, sich auf der Eicma gut zu präsentieren, um potenzielle Investoren anzulocken. Zum einen wären da die neuen Naked Bikes Brutale 990 R und 1090 RR, außerdem wird allgemein erwartet, dass MV in Mailand die neue F4 präsentieren wird. Der geheimnisvollen Dreizylinder-Supersportler, von dem einige Erlkönig-Bilder aufgetaucht sind, dürfte jedoch noch auf sich warten lassen. UPDATE: MV Agusta hat die offizielle Präsentation der neuen F4 1000 angekündigt. Ihr neuer Motor soll rund 186 PS leisten. 

Piaggio

Umweltbewusstsein wird bei Piaggio großgeschrieben. Zu sehen gibt es mit Sicherheit die Hybrid-Version des dreirädrigen Rollers MP3. die bereits vor der Eicma vorgestellt wurde. Der MP3 Hybrid besitzt einen 125er-Verbrennungsmotor, der von einem Elektromotor mit 3,5 PS unterstützt wird. Auf der Messe kann man mit Neuerungen rechnen, die in Richtung alternative Antriebskonzepte gerichtet sind. Krafträder, die ausschließlich mit Strom betrieben werden, sind denkbar.

Suzuki

Für die Saison 2010 liegt der Schwerpunkt bei Suzuki vor allem auf Überarbeitungen des Bandit-Konzepts. Bei der Pressekonferenz auf der IAA in Frankfurt wurde jedoch keine GSX-R gezeigt. Ob die 600er und 750er später präsentiert würden oder unverändert blieben, wollte der MOTORRAD-Redakteur daraufhin wissen: Suzuki-Marketingchef Paul Rowney bestätigte keine dieser Möglichkeiten; er verwies auf die Eicma in Mailand. Ein Hinweis, der nur dann einen Sinn ergibt, wenn wenigstens eines der genannten Modelle überarbeitet oder eingestellt wird.

Foto: Triumph

Triumph

Von Retro, über Naked Bikes bis hin zu Power-Cruisern wird es in Mailand die gewohnte Kost aus England geben. Viele hoffen darauf, dass Triumph einen Ein-Liter-Supersportler mit drei Zylindern präsentieren wird, dafür dürfte zurzeit allerdings noch der Motor fehlen, auch wenn erste Konzeptzeichnungen von Fans bereits durch das Internet geistern. Wahrscheinlicher ist da schon eine neue Enduro mit einer Version des 675er-Motors - Projektname "Kleiner Tiger".

Weitere Informationen zur Messe finden Sie unter www.eicma.it und ab Anfang November im großen Messe-Spezial hier auf www.motorradonline.de.

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