Fahrbericht

Mako Shark Panther

Den Körper seh' ich wohl. Allein: Mir fehlt der Glaube - oder: Mancher Körper verspricht etwas anderes, als er halten kann.

Die Idee ist gut. Denn warum muß ein Chopper immer wie eine Harley-Kopie aussehen? Warum soll ein Chopper nicht eine entspannte Sitzhaltung und »Easy-Riding« auch mal mit einer völlig ungewohnten und unerwarteten Hingucker-Optik verbinden? Und ein absoluter Hingucker ist die vom italienischen Motorrad-Couturier Mako Shark in eine »Panther« verwandelte Moto Guzzi V 75 Nevada sicher - Geschmack hin oder her. Die Nevada, ein mit einigen Vmax-Reminiszenzen angereicherter 49-PS-Chopper, steht beim deutschen Moto Guzzi-Importeur A&G zur Zeit mit 12 255 Mark in der Angebotsliste. Doch die etwas angestaubte Macho-Nummer reißt pro Jahr kaum ein paar Dutzend Guzzi-Freunde hin, ihr Portemonnaie aufzusperren.Das könnte mit der Mako Shark Panther anders werden - wenn man das erstaunliche Interesse hochrechnet, das Motorradfahrer der Panther bei den MOTORRAD-Testfahrten entgegenbrachten. Dies wird Hans-Joachim Stuhlmüller freuen, der mit seinem Zweirad-Shop in Eppingen-Richen, nahe Sinsheim/Baden-Württemberg, den Import der umgebauten Guzzi Nevada übernommen hat.Die technische Basis der Panther ist in Ordnung. Der zweiventilige, 744 Kubikzentimeter große Nevada-Motor hat ausreichend Leistung und Bums, und seine Zuverlässigkeit ist heute um Klassen höher als in früheren Modellen der »kleinen« Moto Guzzi-Baureihe. Das Fahrwerk ist für einen Chopper erstaunlich handlich, aber dennoch spurstabil, und die Federelemente und Bremsen lassen für diese Kategorie von Motorrad sogar eine komfortabel sportliche Fahrweise zu. So weit, so gut. Doch die Mako Shark Panther will schließlich mehr sein als ein Chopper. Und an der Schnittstelle Guzzi/Panther klemmt noch einiges. Das beginnt damit, daß die Panther auf dem Seitenständer den Sprit nicht halten kann. Die Schwimmerkammern der Vergaser laufen über, weil das Motorrad zu schräg steht. Abhilfe schafft zwar das Zudrehen des Benzinhahns, aber dazu muß man ihn erst einmal im schlechtplatzierten Griffloch der Verkleidung greifen können. Die Paßform und Verarbeitungspualität läßt auch noch an anderen Stellen zu wünschen übrig. Gut, die gefahrene Panther ist das erste Modell in Deutschland. Aber jedes Motorrad, daß mit gediegenen Wurzelholz-Intarsien, Leder, Wunschlack und Karbonfiber-Teilen Blicke auf sich ziehen soll, wird einige schiefe Blicke kassieren, wenn alle Flächenteile windschief sitzen, Klappenschlösser im Fahren herausfallen, kein Blendenradius dem anderen gleicht, Ledernähte Fäden ziehen, Griffe während der Fahrt vom Lenker rutschen und Karbonfaserteile Blasen werfen wie ein Schaumbad. So ist der Preis von 24 000 Mark nur schwer zu rechtfertigen. Gut ist wiederum, daß die Sitzhaltung überraschend bequem, der Knieschluß schön schmal und der Sitz sehr niedrig ist. Aber ein Motor, der im unteren Teillast-Bereich zu mager bedüst ist und sich beim Gasgeben verschluckt, ein Seitenständer, der das Motorrad in Fahrt schon bei mildesten Schräglagen aushebelt, zu tief angesetzte Rückspiegel, die nutzlos sind, weil sie zu 90 Prozent nur die Fahrerknie zeigen, und ein seltsam aufwärts gekröpfter Lenker, der einem die Handgelenke verdreht, wären mit etwas Sorgfalt vom italienischen Hersteller Mako Shark leicht zu vermeiden gewesen. Stuhlmüller will nun die Rückspiegel ausbauen und gegen Lautsprecher ersetzen. Normale Rückspiegel geben dann echte Rücksicht, und ein CD-Radio im Handschuhfach soll dem Fahrer über die Boxen die Zeit vertreiben. Bei den restlichen Kritikpunkten ist Importeur Stuhlmüller nicht zu beneiden: Er hat die wenig dankbare Aufgabe, Mako Shark klar zu machen, daß ihre Ideen zwar gut sind - daß aber eine gute Idee allein nicht reicht.
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Moto Guzzi Panther von Mako Shark (FB) (Archivversion) - Technische Daten

MotorLuftgekühlter Zweizylinder-Viertakt-90 Grad-V-Zweizylindermotor, Kurbelwelle längsliegend, eine untenliegende Nockenwelle, zwei Ventile pro Zylinder, über Stößel, Stoßstangen und Kipphebel betätigt, Naßsumpfschmierung, Dellorto-Rundschiebervergaser, $ 30 mm, kontaktlose Transistorzündung, keine Abgasreinigung, E-Starter, Drehstromlichtmaschine, 280 Watt, Batterie 12 V/20 Ah.Bohrung x Hub 80 x 74 mmHubraum 744 cm3Verdichtungsverhältnis 9,6:1Nennleistung 49 PS (36 kW) bei 6200/minMax. Drehmoment 6,2 kpm (61 Nm) bei 3000/minKraftübertragungMechanisch betätigte Einscheiben-Trockenkupplung, Fünfganggetriebe, Kardan.RahmenDoppelschleifenrahmen aus Stahlrohr, rechter Unterzug abschraubbar, Zweiarmschwinge aus Aluminium-Druckguß, im Getriebegehäuse gelagert, Telegabel, Standrohrdurchmesser 36 mm, Zwei Federbeine, Doppelscheibenbremse mit Zweikolbensätteln und schwimmend gelagerten Bremsscheiben vorn, $ 270 mm, Scheibenbremse mit Zweikolbensattel hinten, $ 260 mm, Drahtspeichenräder, Hinterrad verblendet.Radstand 1505 mmLenkkopfwinkel 62 GradNachlauf 100 mmGewicht vollgetankt 194 kg Federweg vorn/hinten 140/70 mmFelgengröße vorn 2.15 x 18 hinten 2.50 x 16Reifengröße vorn 100/90 H 18 hinten 130/90 H 16Höchstgeschwindigkeit 165 km/hPreis 24 000 MarkBezugsadresseZweirad-Shop Hans-Joachim StuhlmüllerStebbacher Straße 775031 Eppingen-RichenTelefon: 0 72 62 / 23 12

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