Bremsdosierung (30 P.): Nicht selten hebt das Hinterrad bei den Bremstests ab. So auch bei der Kawasaki Z 1000 SX - die Bremsen sind dennoch perfekt dosierbar.

Bremsdosierung So testet MOTORRAD: Bremsdosierung

Während der Test-Runde, auf dem Top-Test-Parcours und mit der 1000 Punkte-Wertung nimmt MOTORRAD jede einzelne Maschine genau unter die Lupe. Getestet wird auch, wie gut sich die Bremsen dosieren lassen.

Foto: fact
Bremsdosierung (30 P.): Nicht selten hebt das Hinterrad bei den Bremstests ab. So auch bei der Kawasaki Z 1000 SX - die Bremsen sind dennoch perfekt dosierbar.
Bremsdosierung (30 P.): Nicht selten hebt das Hinterrad bei den Bremstests ab. So auch bei der Kawasaki Z 1000 SX - die Bremsen sind dennoch perfekt dosierbar.

Ein kurzer Bremsweg ist zweifellos ein entscheidendes Sicherheitskriterium. Daher wird eine gute Verzögerung mit maximal 30 Punkten honoriert. Jede Bremsmessung ist allerdings ein synthetischer, vom Tester genau kalkulierbarer Versuch. Das bedeutet, dass er sich auf die jeweilige Situation, also Motorrad, Reifengrip, Fahrbahnbeschaffenheit et cetera einstellen kann. In der Praxis passiert ein Bremsmanöver hingegen oft urplötzlich, dann fällt das exakte Bremsen entlang der Schlupfgrenze viel schwerer, hohe Verzögerungen um 10 m/s sind kaum zu schaffen. In solchen Situationen spielt die Dosierbarkeit eine ganz entscheidende Rolle, daher wird sie von MOTORRAD mit der gleichen Gewichtung wie die Verzögerung bewertet. Schlechte Bremsen lassen den Fahrer völlig im Unklaren, ob das Vorderrad noch haftet oder bereits zu blockieren beginnt. Gute Bremsen geben ein glasklares Feedback, dem Piloten gelingen selbst unter erschwerten Bedingungen ordentliche Verzögerungswerte. Die Bremswirkung sollte proportional zu den Betätigungskräften steigen, bei progressiver Wirkung fällt die Dosierung im Grenzbereich schwer. Weitere Mängel können nicht klar definierte oder gar wandernde Druckpunkte sein, auch die unterschiedliche Wirkung zwischen heißer und kalter Bremse ist nicht gerade hilfreich. Der Schwerpunkt der Beurteilung liegt naturgemäß auf der vorderen Bremse, die aufgrund der dynamischen Radlastverlagerung den weitaus größten Teil der Verzögerung übertragen kann. Rennbremsen dürfen gern extrem bissig zupacken, im Straßenverkehr sind solche Stopper mitunter zu viel des Guten, man denke nur an Schrecksituationen bei nasser Straße.
Besonders gut dosieren lassen sich die Bremsen der Triumph Daytona 675, Kawasaki Z 1000 SX oder der Honda CBR 600 RR – sie erreichen jeweils 26 von 30 Punkten. Die Kawasaki VN 900 Custom erreicht hier nur 11 Punkte.


> Vergleichstest mit der Triumph Daytona in PS 04/2009

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote