Racebike: SKM Bimota DB7

SKM Bimota DB7

Bimota ist bekannt für kräftige Motoren in edlen Fahrwerken. Dass gerade im Rimineser Supersportler DB7 nur ein 1098er-Ducati-Herz statt des aktuellen 1198er-Triebwerks schlägt, grämt die Fans. SBK nahm sich des Problems an.

Foto: Jahn
Die Bimota fühlt sich an wie ein echtes Racebike. Der aufgepeppte Motor macht Laune und klingt nach Rock'n'Roll.
Die Bimota fühlt sich an wie ein echtes Racebike. Der aufgepeppte Motor macht Laune und klingt nach Rock'n'Roll.

Gefräste Aluteile, edelste Komponenten, wohin man schaut. Auf den ersten Blick ist eine Bimota DB7 kein typisches Tuning-Motorrad. Bereits im Serienzustand verfügt sie über so viel Luxus, dass es schwer fällt, noch Verbesserungspotenzial zu finden. SKM Teamchef Frank Krekeler und Bimota Deutschland wurden bei der Achillesferse jedes Supersportlers fündig: der Leistung. Denn unter der Verkleidung der DB7 schlägt das Herz einer Ducati 1098 und damit ein Triebwerk, das seit der Markteinführung der 1198 Anfang des Jahres zum alten Eisen gehört. 16 PS fehlen der edlen Riminesin nominell auf Ducatis aktuellen Supersportler. Um dieses Leistungsdefizit auszugleichen, entwickelten Krekeler und sein Team eine neue Auspuffanlage für die DB7. Die Serienkrümmeranlage wich einer 2-1-2 Edelstahl-Eigenkonstruktion, den wuchtigen Seriendämpfer ersetzten die Tuner durch die zwei filigranen Bodis-Schalldämpfer aus dem Zubehörregal für eine Honda CB 1000 R. Thomas Häffner passte per Power Commander das Mapping an die neue Abgasführung an und voilà: Statt 154 stehen plötzlich 168 Pferde im Stall, fast so viele wie bei einer Ducati 1198. Ziel erreicht!

Das Bimota-Fahrwerk blieb unverändert. Die 43er-Marzocchi Gabel und das Extreme-Tech Federbein sind üppig dimensioniert und sollten mit der zusätzlichen Power nach Meinung des Tuners keine Probleme haben. Christian Kellner, IDM-Pilot bei SKM kümmerte sich um die Abstimmung der erstarkten DB7. Ein paar Pazzohebel sollen die Ergonomie verbessern, Kennzeichenträger, Hupe, Licht und Spiegel wurden zur Gewichtsreduktion abmontiert. Auf dem Hockenheimer Grand-Prix-Kurs zahlen sich die Tuningmaßnahmen aus. Wie entfesselt feuert die Bimota aus den Kurven, verwöhnt den Piloten mit Drehmoment und betörendem sonorem Zweizylindersound. Auch in der Kurve überzeugt die Italienerin. Das steife Chassis und das sehr gute Handling geben dem Piloten das Gefühl, auf einem echten Racebike zu sitzen. Mühelos folgt die mit Pirelli Supercorsa bereifte DB7 der Linienwahl des Piloten und liegt in Schräglage sehr stabil. In der Parabolika bewirkt die steife Grundabstimmung dagegen genau den gegenteiligen Effekt: Das Motorrad wird unruhig. Beim harten Beschleunigen in Schräglage neigt das Federbein zum Pumpen, bei Highspeed beginnt die Italienerin etwas zu schlingern. Auf der Bremse gibt sie sich dagegen keine Blöße, verzögert fein dosierbar und nachdrücklich. Lediglich der Leerweg am schmucken Pazzohebel dürfte etwas geringer ausfallen.

Gewicht: 188,2 kg vorn/hinten: 52,5/47,5 Prozent Leistung: 168 PS

Preis: ca. 28000 Euro
Die selbt entwickelte Auspuffanlage und das angepasste Mapping bringen 14 PS und heben die SKM-DB7 auf das Niveau einer Ducati 1198. Das Drehmoment kann sich ebenfalls sehen lassen.

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