Test Ducati 749 R

Alla fine il sole

Schließlich kam die Sonne doch. Und die Gelegenheit, eine Ducati 749 R nach der verregneten Präsentation (MOTORRAD 7/2004) unter standesgemäß guten Bedingungen zu fahren. Immerhin ist die R das Spitzenmodell aller 749, das andere Ende der Reihe, die von der Dark
(siehe Seite 16) eröffnet wird. Schmerzhafte 19950 Euro teuer, gebaut als Basismotorrad für die Supersport-WM. Ausgestattet mit Titan-Pleueln, Titan-Ventilen und vielen verfeinerten Motorteilen im Inneren.
Außen prunkt die R mit hervorragend ansprechenden Öhlins-Federelementen, leichten Schmiederädern, radial verschraubten Bremszangen sowie einer verstärkten und zugleich erleichterten Schwinge. Mit Karbon-Abdeckungen und Magnesium-Ventildeckeln wird sogar grammweise Gewicht gespart, so dass die R trotz vergrößerten Tanks nur 207 Kilogramm wiegt. Zehn Kilo weniger als die S.
Der gegenüber den 749-Standard und 749-S-Motoren noch kurzhubigere und mit völlig neu gestalteten Zylinderköpfen ausgestattete V2 drückte auf dem MOTORRAD-Prüfstand renntaugliche 117 PS an der Kupplung, fünf mehr als die S. Dass die Beschleunigungswerte dennoch fast identisch, die Durchzugswerte der R sogar schlechter sind, hat zwei Ursachen. Zum ersten die längere Gesamtübersetzung der R, zweitens die wellenförmige Leistungsentfaltung. Erst ab 9000/min vermag
die R ihre Schwester zu überflügeln, bis 8000/min liegt die S gar um einige PS und Newtonmeter vorn. Das klingt nach einem wenig alltagstauglichen Rennmotor, tatsächlich benimmt sich das Edeltriebwerk jedoch tadellos. Die Wellen in der Leistungskurve sind zwar spürbar, aber nicht als Einbruch, sondern eher als freudiger Aufbruch in höhere Regionen. Und wenn auf der Rennstrecke die passende Übersetzung aufgelegt wird, lässt sich die Spitzenleistung auch nutzen.
Seit der Präsentation hat Ducati die Abstimmung der Anti-Hopping-Kupplung modifiziert. Mit Erfolg: Wird nach dem Zurückschalten auf geringe Drehzahlen um 5000/min eingekuppelt, stellt sie jetzt zuverlässig Kraftschluss her. Das andere Extrem, drei Gänge herunterklopfen und dann auf 10000/min einkuppeln, beherrscht die Kupplung ebenso anstandslos. Selbst wer den Hebel nach dem Zurückschalten einfach schnalzen lässt, spürt nur ein kurzes Blockieren des Hinterrads.
Fazit: Die R ist kein Showbike. Jedes edle Teil dient in erster Linie einem Zweck: dem schnellen Fahren. rs
Anzeige

Technische Daten - Ducati 749 R

Motor: wassergekühlter Zweizylinder-Viertakt-90-Grad-V-Motor, je zwei oben liegende, zahnriemengetriebene Nockenwellen, vier Ventile pro Zylinder, Einspritzung, ungeregelter Katalysator, Sechsganggetriebe, Kette.
Bohrung x Hub 94,0 x 54,0 mm
Hubraum 748 cm3
Verdichtungsverhältnis 12,7:1
Nennleistung
86,5 kW (118 PS) bei 10250/min
Max. Drehmoment 81,5 Nm bei 8250/min
Fahrwerk: Gitterrohrrahmen aus Stahl, Upside-down-Gabel, Ø 43 mm, Zentralfederbein mit Hebelsystem, Doppelscheibenbremse vorn, Ø 320 mm, Vierkolben-Festsättel, Scheibenbremse hinten, Ø 240 mm, Zweikolben-Festsattel.
Reifen 120/70 ZR 17; 180/55 ZR 17

Maße und Gewichte: Radstand 1420 mm, Sitzhöhe* 810 mm, Gewicht vollgetankt* 207 kg, Zuladung* 183 kg, Tankinhalt/Reserve 18,3/3 Liter.
Garantie zwei Jahre
Farbe Rot
Preis inkl. Nebenkosten 19995 Euro

MOTORRAD-Messungen - Ducati 749 R

Höchstgeschwindigkeit1 255 km/h

Beschleunigung
0–100 km/h 3,5 sek
0–140 km/h 5,5 sek
0–200 km/h 10,6 sek

Durchzug
60–100 km/h 5,6 sek
100–140 km/h 6,5 sek
140–180 km/h 6,9 sek

Verbrauch im Test
Landstraße 6,5 l/100 km

Artikel teilen

Anzeige
Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote