Test Rieju MRX 125

Spanischeziege

Sie wissen, wie Rieju ausgesprochen wird? Prima. Für alle anderen: Rieju wird »Ri-je-chu« ausgesprochen, mit Betonung auf der zweiten Silbe. Der spanische Hersteller ist spätestens seit den sech-
ziger Jahren bekannt für seine 50er und 125er mit Minarelli-Zweitaktmotoren, hat der MRX 125 aber zur Abwechslung einen Yamaha-Motor spendiert. Einen bewährten Viertakter mit TÜV-konformen 10,7 PS, der die 112 Kilogramm leichte MRX durchaus auf Trab bringt. Hat der Fahrer die Start-
prozedur mit dem fummeligen Choke hinter sich gebracht und den Zweiventiler per E-Starter zum Leben erweckt, outet sich die schlanke Rieju als echte, temperamentvolle Spanierin. Zurückhaltung ist nicht ihr Ding. Trotz (oder wegen) im Testbetrieb zunehmend kerniger werdendem Sound machte die drehfreudige MRX mit kräftigem Antritt aus mittleren Drehzahlen mehr und mehr Spaß. Mit 100 km/h Spitze fährt sie der Konkurrenz nicht davon, dafür erweist sich die Rieju am Berg als Kletterziege, mit Verbrauchswerten um die 3,6 Liter auf 100 Kilometer als genügsame dazu.
Die schmale Sitzbank entpuppt sich als nicht so unbequem, wie sie zunächst scheint. Die Ergonomie stimmt ebenfalls, die Schaltung funktioniert knackig, ein Anflug von Hardenduro-Feeling kommt auf. Nicht zuletzt durch den rau laufenden, kräftig vibrierenden Motor und das straffe, jedoch schluckfreudige Fahrwerk, das für die Straße beinahe eine Spur zu hart ausfällt. Die Rieju ist jedenfalls für den Ausritt ins Gelände gerüstet und rollt auf grob-
stolligen Reifen, die auf Asphalt allerdings nicht den Mördergrip bieten und in Kurven teilweise etwas störrisch und kippelig wirken. Lob gibt’s hingegen für die verlässlichen Bremsen, die echten Biss zeigen und trotz knochigem Druckpunkt ordentlich dosierbar sind.
Zwar erreicht die Verarbeitung des spanischen Heißsporns nicht ganz japa-
nischen Standard, aber Enduro-Freaks werden der Rieju einen gewissen herben Charme nicht absprechen können. Und der macht sie sympathisch. ei
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Technische Daten - Rieju MRX 125

Motor: luftgekühlter Einzylinder-Viertaktmotor, eine oben liegende Nockenwelle, zwei Ventile, Vergaser, ungeregelter Katalysator, Fünfganggetriebe, Kette.
Bohrung x Hub 54,0 x 54,0 mm
Hubraum 125 cm3
Nennleistung
7,9 kW (10,7 PS) bei 7500/min
Max. Drehmoment 10,1 Nm bei k.A.

Fahrwerk: Doppelschleifenrahmen aus Stahl, Telegabel, Zentralfederbein mit Hebelsystem, Scheibenbremse vorn, Ø 260 mm. Scheibenbremse hinten, Ø 200 mm.
Reifen 90/90-21; 120/80-18

Maße und Gewichte: Radstand 1332 mm, Sitzhöhe 900 mm, Gewicht vollgetankt 112 kg, Zuladung* 153 kg, Tankinhalt 8,4 Liter, Reserve k. A.

Garantie zwei Jahre
ohne Kilometerbegrenzung
Farben Blau, Gelb, Rot
Preis inkl. Nebenkosten 3690 Euro

MOTORRAD-Messungen - Rieju MRX 125

Höchstgeschwindigkeit 100 km/h
Beschleunigung
0–50 km/h 4,2 sek
0–80 km/h 12,5 sek
Verbrauch im Test
Durchschnittsverbrauch 3,6 l/100 km

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