Test Wellbrock-Honda Hornet 900

Spassmobil

Foto: Bilski
Modifiziert: Wellbrock-Honda Hornet 900
Modifiziert: Wellbrock-Honda Hornet 900
Sie steigt. Das Vorderrad bleibt beim harten Beschleunigen einfach nicht unten. Schade. Denn im Kampf gegen das Überschlagen verliert der Fahrer wertvolle Sekundenbruchteile. So kommt es, dass die getunte Honda Hornet 900 des Spezialisten Wellbrock (Telefon 04298/3254) im direkten Vergleich zum Serienpendant nur beim Spurt auf 200 km/h einen marginalen Vorsprung herausfährt. Und das trotz einer von 109 auf 125 PS gesteigerten
Motorleistung und der verkürzten Sekundärübersetzung. Statt eines 16er-Ritzels kommt ein 15er zum Einsatz. Daraus er-
gibt sich eine um zehn km/h verringerte Höchstgeschwindigkeit auf 220 km/h.
Wer in der 900er-Hornet das nackte Allroundbike sieht, dem kann Motortuning egal sein. Ein Streetfighter-Fan kommt
jedoch um optische oder fahrwerksseitige Maßnahmen nicht umhin. Die Wellbrock-
Hornet ist fahrdynamisch hyperagil. Durchsticht Kehren und Bögen jeglicher Couleur knackscharf. Bügelt nahezu alle Boden-
unebenheiten glatt, führt beide Räder
sensibel am Boden und gibt sich noch
einen Deut handlicher als die ohnehin leichtfüßige Serien-Hornet. Kurzum: ein Rasiermesser, das seine Ideallinie in die Asphaltdecke ritzt. Wie kommt’s?
Da ist der breite Superbike-Lenker,
der bei Topspeed über die größere Windangriffsfläche zwar Unruhen ins Fahrwerk leitet, Lenkimpulse jedoch eins zu eins federleicht überträgt. Und das perfekt funktionierende Wilbers-Fahrwerk. Vorn kommen straffere Gabelfedern in Verbindung mit einer höheren Ölviskosität zum Einsatz, hinten arbeitet ein voll einstellbares Federbein. Eine Moriwaki-Fußrastenanlage – der Fuß stützt sich weiter oben und hinten ab – bringt eine aktivere Sitzposition.
Wenig geglückt ist die Motorabstimmung. Trotz erhöhter Verdichtung, polierten Kanälen und modifizierten Motormanagements fällt die Hornet bei 4000/min in ein Leistungsloch, das die Durchzugswerte extrem verschlechtert. Diese Karte des
Tuningquartetts ist also verspielt. Die ande-
ren stechen. Fahrwerkstechnisch. Optisch. Und akustisch. Doch das Moriwaki-Brüllrohr ist nicht zulassungsfähig. RH
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Modifikationen im Vergleich - Wellbrock-Honda Hornet 900

Modifikationen im Vergleich
zur Serien-Hornet 900:
Motortuning komplett inklusive Monta-
ge 1920 Euro, Moriwaki-Auspuffanlage (ohne TÜV) 839 Euro, Moriwaki-Fußrastenanlage 437 Euro, Wilbers-Fahrwerk 877 Euro, Moriwaki-Sturzpads 117 Euro,
BGK-Gabelbrücken mit Dreifachklem-
mung 793 Euro, Motor-, Ritzel-, Halte-
griff- und Radabdeckungen 439 Euro, Stahlflexbremsleitungen vorn und hinten 160 Euro, Kellermann-Micro- und Lenkerblinker 178 Euro, Aluminium-Superbike-Lenker 32 Euro, Spiegel »Confusion« 158 Euro, Felgen poliert und lackiert 480
Euro, Lampenverkleidung 469 Euro, Bugspoiler 399 Euro, Kühlerverkleidung
259 Euro, Montage und TÜV-Eintragungen 800 Euro.

Weitere Umbaumaßnahmen: Bremssättel der Honda VTR 1000 SP-2, Ritzel 15 Zähne

Preis Testmotorrad 15990 Euro

MOTORRAD-Messungen - Wellbrock-Honda Hornet 900

Höchstgeschwindigkeit
220 km/h (230 km/h)

Beschleunigung
0–100 km/h 3,1 sek (2,9 sek)
0–200 km/h 11,0 sek (11,5 sek)

Durchzug
60–100 km/h 8,5 sek (4,0 sek)
100–140 km/h 5,8 sek (4,2 sek)

Verbrauch im Test
Landstraße 6,5 l/100 km (5,3 l)

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