Test Yamaha DT 125 RE

Jugendfreund

Foto: fact
Yamahas kleine Enduro, neu aufgelegt
Yamahas kleine Enduro, neu aufgelegt
Bereits vor zwölf Jahren löste die DT 125 R das LC-Modell mit Cantilever-Schwinge ab. Mit Einführung der 125er-Einsteiger-Klasse 1996 konnten Jugendliche endlich mit dem zweirädrigen Untersatz zur Schule und zum Treffpunkt fahren oder Kiesgruben unsicher machen. Doch nicht nur deshalb rangiert die Yamaha in der Beliebtheitsskala der Youngster ganz oben. Ihr Zweitaktherz schlägt erfrischend heftig, und sie sieht sportlicher und erwachsener aus als manche große Viertakt-Enduro.
Rechtzeitig vor Inkrafttreten der Euro-2-Regelung hat Yamaha den Motor stark überarbeitet, sonst wäre die DT aus dem Rennen gewesen. Ausgestattet mit neuem Auspuff, ungeregeltem Kat und Sekundärluftsystem, bleibt sie unter den verschärften Schadstoff-Grenzwerten. Als DT 125 RE verzichtet sie auf einen Kickstarter, stattdessen erweckt sie ein E-Starter zum Leben.
Natürlich wurde auch das Äußere modernen Zeiten angepasst. Schließlich kauft das Auge mit. Sportlicher anmutende Seitenverkleidungen und Kotflügel, gestrecktere Lufthutzen am Kühler und ein kompakteres Scheinwerfergehäuse trimmen die DT 125 RE in Richtung Sportenduro. Drehzahlmesser und Gepäckträger fielen bei der Neuen dem Rotstift zum Opfer. Dafür fasst der Tank nun elf statt zehn Liter – bei einem Testverbrauch von 5,7 Litern auf 100 Kilometer war diese Änderung dringend nötig.
Wie eh und je hängt der 14 PS starke Zweitakter spontan am Gas. Ab mittleren Drehzahlen geht es mit gutem Schub voran, weshalb man die Gänge nicht ständig ausdrehen müsste. Das man es trotzdem gern tut, liegt an der Drehfreude und Spritzigkeit des Einzylinders. Die Delle in der Leistungskurve zwischen 6000 und 7000/min ist beim Fahren kaum zu spüren. Dafür sind die sechs Gänge zu gut aufeinander abgestimmt. Spielend leicht und auf kurzen Wegen rasten sie ein.
Dank breitem Lenker und schmaler Reifen ist das Handling perfekt, Schräglagenwechsel gelingen kinderleicht. Mit ihren schluckfreudig langen Federwegen (270 Millimeter vorn, 260 hinten) macht die DT im Gelände eine gute Figur, und auf der Straße bieten die weich ansprechenden Federelemente erstaunlichen Fahrkomfort. Einziges Manko: Schon bei etwas stärkeren Bremsmanövern geht die Gabel mächtig in die Knie. Apropos Bremsen: Die wirken etwas stumpf und erfordern vergleichsweise viel Handkraft. Für die mäßigen Verzögerungswerte sind aber auch die grobstolligen Reifen verantwortlich. NK
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