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Friedel Münch verstorben Technik-Pionier und Visionär

Der geniale Techniker und Konstrukteur Friedel Münch ist am 27. April 2014 im Alter von 87 Jahren verstorben.

Das Urgestein der Motorradszene fuhr 1948 sein erstes Motorradrennen auf einer 500er Horex, der Einzylinder-Motor zerbröselte und Münch konstruierte einen neuen Zylinderkopf mit obenliegenden Nockenwellen, der im Renneinsatz hielt.

Der Kfz-Meister arbeitete kurzfristig in der Entwicklungsabteilung von Horex, bevor er nach der Produktionseinstellung 1956 die Fertigungseinrichtungen und den Ersatzteilebestand der Firma übernahm. Schließlich entwickelte er 1964 eine Duplex-Rennbremse, bis zur Einführung von Serien-Scheibenbremsen das Maß der Dinge.

Als Höhepunkt seiner bisherigen Laufbahn stellte der Hesse 1966 das damals stärkste Serienmotorrad der Welt vor, die Urversion der Münch-4. Dabei fertigte Münch nahezu das gesamte Motorrad rund um den luftgekühlten Vierzylinder-Motor des NSU Prinz 1000 TT selbst. Der legendäre Name für das Bike, Mammut, durfte offiziell nie verwendet werden, weil er schon geschützt war.

Die zweite gebaute Münch-4 war das erste Straßenmotorrad, das mit einer Gussfelge ausgestattet war. Auf der IFMA in Köln präsentierte Friedel Münch 1966 eine Version mit 1100er-NSU-Motor. Das 55-PS-Triebwerk beschleunigte die 260 Kilogramm schwere Maschine in 4,5 Sekunden  von Null auf 100 km/h – von infernalischen Ansauggeräuschen begleitet. Mit einem stabilen Fahrwerk ausgerüstet war die Münch eine Sensation.

In den folgenden Jahren arbeitete Friedel Münch mit einer Reihe von Investoren zusammen, allerdings war ihm der geschäftliche Erfolg dauerhaft nicht vergönnt. Die Firma ging pleite und Münch suchte immer wieder neue Investoren. Dafür entwickelte der geniale Konstrukteur das erste Straßenmotorrad mit Einspritzanlage, die TTS-E mit 100 PS, und machte sich erneut selbständig.

Unter dem Markennamen Horex entstanden immer größere Motorräder mit immer mehr Hubraum: 1400 TI Turbo, Titan 1800, Titan 2000. Es blieb jedoch bei Einzelstücken. Insgesamt sind nur 478 echte Münch gebaut worden, darunter 130 TTS-E. Der umtriebige Münch erlitt 1991 einen Schlaganfall, der ihm schwer zu schaffen machte. Seinen Lebensabend widmete Münch seinem Motorradmuseum im oberhessischen Laubach.

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