Unterwegs: Fränkische Schweiz Fränkischer Felsengarten - für Motorradfahrer ein Paradis

Zackig wie Dolomitengipfel ragen die weißen Felswände der Fränkischen Schweiz in den Himmel. Was unter Kletterern ein weltbekanntes Revier ist, hat auch für Motorradfahrer die richtigen Kanten und Kurven in einem Labyrinth kleiner und kleinster Straßen.

Foto:

Dreihundert Kilometer Frän--kische Schweiz an einem Tag? Eigentlich ist diese Tour fast zu schade, um sie an einem Tag ab--zuspulen. Zu abwechslungsreich ist die Landschaft mit ihren Fachwerkdörfern, ver-schlun-genen Tälern, bi-zar-ren Felsen und unzählig vielen Burgen an her-aus-ragend schönen Stellen. Und eine Region mit der größten Brauereidichte der Welt - Aufseß hat es gar in das „Guinness-Buch“ geschafft - lädt zum Übernachten mit ausgiebiger Bierprobe. Aber wenn es denn sein soll, geneigter Leser, hier ist die Region, um einen Tag mit entsprechender Schräglagen-Neigung zu verbringen. Die Tour beginnt in Lauf. Von der Abfahrt 49 der A 9 entweder einen kurzen Abstecher westlich in die sehenswerte Fachwerkaltstadt von Lauf oder von der Ausfahrt gleich östlich Richtung Hersbruck/Sulzbach-Rosenberg (nicht gerade nach Schnaittach,das hier über einen sehenswerten Umweg angefahren wird). Zwei Kilometer nach der Ausfahrt geht es dann links Richtung Schnaittach (nicht versehentlich vorher links in das Gewerbegebiet Ottensoos einbiegen). Nach einem Kilometer in Speikern rechts ab Richtung Kersbach/Siegersdorf, aber vor Siegersdorf links steil den Berg hoch (sogar mit einer Serpentine) nach Rabenshof und auf kleinem Sträßchen durch den Wald nach Schnaittach. Im Ort rechts Richtung Hiltpoltstein/Simmelsdorf und in Simmelsdorf rechts rechts nach Diepoltsdorf. Dort links nach Groß-engsee und Hiltpoltstein. Im Ort mit dem steil aufragenden Schlossfelsen rechts durch das alte Tor und auf der B 2 fünf Kilometer bis zum Abzweig links nach Obertrubach.

Dort an der Kirche links, der Hauptstraße und dem Trubachtal entlang steiler Felsen und hoch gelegener Burgen folgend über Wolfsberg, Ergloffstein nach Pretzfeld. Im Ort an der ersten Kreuzung rechts nach Ebermannstadt, wo man auf die B 470 trifft und ihr rechts in das landschaftlich im-mer enger und schöner werdende Wiesenttal folgt (Anschrieb zunächst Weiden/Bayreuth, dann Behringersmühle). Dieser Sahnehäubchen-Strecke der Fränkischen Schweiz folgt man bis Behringersmühle. Dort links über Waischenfeld Richtung Holl-feld.

Anzeige
Foto: Eisenschink

Vor Plankenfels an der Kreuzung links nach Aufseß, eben jenem Ort mit der höchsten Brauereidichte weltweit, dessen Verlockungen man um die Tagesmitte aber besser widersteht und stattdessen Richtung Heiligenstadt weiterfährt. Vor Heiligenstadt an der T-Kreuzung rechts Richtung Scheßlitz/Zoggendorf und in Burggrub wieder rechts nach Scheßlitz. Es folgt eine schöne Talstrecke, die dann hochführt und zur Linken Blicke Richtung Bamberg und den Albrand als steilen Abfall freigibt. In Scheßlitz auf die mitunter herrlich gewundene B 22 Richtung Hollfeld/Bayreuth durch den oberen Teil des schon vom Anfang der Tour bekannten Wiesenttales. Aber ein sehenswerter Abstecher muss noch sein: 15 km nach Scheßlitz auf der B 22 in Treunitz links nach Eichenhüll und Stadel-hofen. Hier beginnt ein weiteres Juwel der Fränkischen Schweiz, das Kleinziegenfelder Tal, dem man mit Anschrieb Weismain durch fast schon alpin wirkende Felsenszenarien vier Kilometer weit folgt. Dann links ab und mit Anschrieb Wallersberg/Mosenberg/Frankenberg eine steile Felswand hoch - eine der markantesten Stellen der Tour.

Von Frankenberg nach Weismain und im Ort mit seinem schönen Marktplatz wieder kehrt Richtung Wallersberg und durch das Kleinziegenfelder Tal mit Anschrieb Kleinziegenfeld/Stadelhofen zurück wieder bis Treunitz und links weiter im Wiesenttal, das sich in Sachen Landschaft mit dem Kleinziegenfelder Tal absolut messen kann. In Hollfeld die B 22 rechts verlassen (Anschrieb Behringersmühle) nach Waischenfeld und dem Wiesenttal weiter folgen bis Behringersmühle. Dort trifft man auf die B 470, auf der man unbedingt einen Abstecher machen sollte über Tüchersfeld (wohl bekanntestes Felsen-häuser-Ensemble der Fränkischen Schweiz) bis Pottenstein und auf gleichem Weg zurück. Auch der Wallfahrtsort Gößweinstein wäre als kurzer Abstecher von der Kreuzung Behringersmühle schnell erreichbar. Dann mit Gottes Segen in Behringersmühle in die nächste Sahnestrecke einbiegen, das Ailsbachtal, dem man kurvig bis Ahorntal folgt. Dort rechts nach Trockau, wo schon Anschluss an die A 9 besteht, falls die Zeit knapp wird. Sonst komplettiert man die Runde, indem man nach Unterfahrung der A 9 (Anschrieb Creussen/Pegnitz) rechts nach Pegnitz fährt. Die reizvolle Stadt mit ihrer Fachwerkarchitektur auf der B 85/470 (Anschrieb A 9) durchfahren. An der Autobahnauffahrt Richtung Nürnberg geht rechts ein Sträßchen durch den Veldensteiner Forst ab, das nach Plech führt. Im Ort links nach Neuhaus und im wunderschönen Pegnitztal über Velden, Vorra nach Hersbruck mit sehenswerter Altstadt. Richtung A 9/Lauf erreicht man nach wenigen Kilometern den Ausgangspunkt der Tour.

Anzeige

Streckenlänge: zirka 310 Kilometer

Region
Als Teil der Fränkischen Alb ist die Fränkische Schweiz geprägt von steilen weißen Kalkfelsen. Dazwischen winden sich kurvige Straßen durch naturnahe Täler mit Mühlen, Weihern und Fachwerkorten.

Anfahrt
Von Westen: nach Nürnberg, dann A 73 Bamberg. Ausfahrt Forchheim Süd, B 470 Richtung Wiesenttal/Pottenstein. Von Osten: A 9 (Berlin, Bayreuth, Nürnberg), Ausfahrt 49, Lauf/Hersbruck.

Sperrungen
Keine generellen Streckensperrungen, aber rigorose Geschwindigkeitskontrollen an schönen Strecken.

Pausentipps
Brauerei Bruckmayer in Pottenstein (www.hotel-bruckmayer.de), Krug-Bräu in Breitenlesau, Hübner-Brauerei in Steinfeld (www.huebner-braeu.de).

Bikertreff
Kathi-Bräu ist Kult: Die Kathi-Meyer-Brauerei in Heckenhof 1 unweit von Aufseß ist an den Wochenenden DER Magnet für Motorradfahrer. Wer es ruhiger möchte, kommt unter der Woche. Geöffnet ab 9 Uhr, Telefon 0 91 98/2 77.

Übernachten
In Aufseß, dem Guinness-Rekord-Ort mit der höchsten Braue-reidichte, kann man in einer Brauerei nächtigen: Gasthof Reichold, Hochstahl 24, 91347 Aufseß, Telefon 0 92 04/2 71, www. reichold.de. Im Zentrum der Region: Gasthof Drei Linden, Dorfstraße 38, 91286 Obertrubach (www.drei-linden.com).

Literatur/Karten

 „Fränkische Schweiz“, Michael Müller Verlag, 15,90 Euro, Marco-Polo-Karte „Bayern Nord“ MairDumont, 1:200 000, 8,50 Euro.

Adressen
www.fraenkische-schweiz.com, www.burg-rabenstein.de, www.fs-biker.de, www.burgpottenstein.de, Brünners Oldtimer-Museum, Tel. 0 92 45/12 31.

Themenseiten

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote

Alle Artikel