Hausstrecke PS: Unterwegs mit Lesern Motorradfahren im Remstal

PS-Leser treffen PS - Robert Streit trifft auf Redakteur Robert Glück. Und zusammen erkunden sie das Revier des "Remstal-Gixxers".

Foto: Jahn

Ehrlich gesagt bin ich „a bisslä stolz“ auf unseren Leser. Robert Streit entspricht in vielen Dingen exakt jener Vorstellung, die ich bislang von einem echten PS-Leser hatte. Die meisten von Ihnen kenne ich aus den Fahrerlagern der Rennstrecken, andere nur von kurzen Gesprächen auf Messen oder vom Telefon. Aber einen richtigen PS-Leser in seinem ureigenen Revier, den habe ich noch nicht getroffen, zumindest nicht wissentlich. Mit Robert Streit, alias „Remstal-Gixxer“ ändert sich dies Ende März 2012 nun - und macht mich ein wenig stolz.

Stolz deshalb, weil Robert nicht nur vom Thema Motorradfahren völlig angefressen, sondern auch dem -Kevin Schwantz-Virus verfallen ist. Und, weil er da, wo es geht, seine Suzuki GSX-R 1000 K1 richtig laufen lässt. Vor Ortsschildern wird feist gebremst, innerorts stehen niemals mehr als 60 km/h auf dem Tacho. Das zeugt ebenso von Reife, wie sein flotter und überlegter Strich in seinem Revier. Dem Fahrstil entsprechend und passend zur K1-Gixxer geht es ab Schechingen in sanften Bögen los. Locker werden die Pellen aufgewärmt, bis es im legendären Kochertal zur Sache geht. „Früher“, erklärt Robert mit glänzenden Augen, „ging da alles mit über 200. Heute muss man sogar unter der Woche zurückhaltend agieren, weil die ,Sheriffs’ regelmäßig am Straßenrand lauern.“

Da hilft die Flucht auf kleinere Wege. Ab Gaildorf geht es über eben solche kleine, aber flüssig zu fahrende Straßen südlich durch den Schwäbisch-Fränkischen Wald, mit dem Städtchen Gschwend im Visier. Von dort aus dann weiter „über die Käffer“ bis Lorch. Hier durchqueren wir das Remstal, halten nach Wäschenbeuren ostwärts auf die Burgruine Hohenstaufen zu. Dieser Spot mit herrlicher Aussicht ist ebenfalls unter der verschärften Beobachtung der Gesetzeshüter. Zeit für einen Plausch.

Robert, Jahrgang 1975, erzählt aus seiner Garage und erklärt seinen Stammbaum. Begonnen hat er seine Zweirad-Karriere auf einer Suzuki RG 80. Der folgte eine GSX-R 750, Modelljahr 1990, die wiederum von einer Kawasaki ZX-7R beerbt wurde. Die Liason mit der Grünen war von kurzer Dauer - unüberbrückbare  Differenzen schafften Raum für eine 2001er-GSX-R 750. Dann kam der Drang, etwas Exklusiveres zu besitzen. Die Gixxer musste die Garage für eine andere 750er, eine frühe MV F4 räumen. Aber auch diese schaffte es nicht lange, den Bedürfnissen von Robert zu genügen. Die „Luftpumpe“ wurde von der mächtigen Kilo-Gixxer verdrängt, die mittlerweile genau so umgebaut ist, wie Robert Streit sie immer haben wollte. Lucky Strike-Dekor, Underseat-Auspuff, gemachtes Fahrwerk und vieles mehr.

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Foto: Jahn

Der kühle Frühlingswind vertreibt uns vom Hohenstaufen, es geht weiter Richtung Südosten, dem Albtrauf entgegen. Über Böhmenkirch brennen wir Lauterstein entgegen, wo der legendäre Motorradtreff „Ställe“ mit leckeren Kässpätzle auf uns wartet. Gestärkt folgen wir unserem Versuchsmechaniker und Schwantz-Fan weiter über die Dörfer, lassen Heidhöfe, Bartholomä, Heubach und Möggingen hinter uns und zielen zurück zum Startpunkt Schechingen. Dort angekommen, begutachten wir das  Schwantz-Autogramm auf dem Soziushöcker der K1. Kevin Schwantz, so Streit, traf er auf dem Sachsenring. Dort fragte er den Suzuki-Champ nach einem Autogramm, es mangelte -jedoch an einer würdevollen Unterlage. Kevin schlug vor, dass Robert ihm irgendetwas vernünftiges schicken sollte. Daheim packte Robert seine Soziusab-deckung in ein Paket, schickte sie Kevin nach Hause - und bekam sie signiert zurück. Zwei Männer, zwei Worte - eine Tat. Auch das macht mich ein wenig stolz. Ein Leser lebt sein Thema, so intensiv wie wir. Ein schöner Tag!

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Foto: Jahn

Ostalb

Robert Streits Jagdgründe bieten für jeden Motorradfahrer interessante Straßen. Die gefahrene Strecke ist der GSX-R 1000 wie auf den Leib geschneidert. Viele schnelle und flüssige Straßen verführen zum Ballern, sind teilweise, so das Kochertal, aber wegen der erhöhten Präsenz der Ordnungshüter nur bedingt empfehlenswert. Wer sich allerdings zurückhält, kann nicht nur schöne Bögen genießen, sondern ist vor allem jetzt im Frühling in sehr abwechslungsreicher Landschaft unterwegs. Eigner einer Supermoto müssen nur kurz von der gefahrenen Strecke abbiegen und finden sich in einem wahren Paradies wieder. Attacke!

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