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MOTORRAD-Tourentipp Mainfranken Wasser und Wein

Wo gurgelnde Wasserläufe und sonnige Rebhänge die Landschaft bestimmen, hat man gute Chancen, dem Frühling zu begegnen. So zum Beispiel im weinseligen Mainfranken.

Wein und Wasser begleiten unsere Frühjahrstour durch Mainfranken. Eingerahmt vom Spessart im Westen und der Fränkischen Schweiz im Osten, schlängelt sich unsere Route zwischen den beiden überlaufenen Motorrad­revieren auf verträumten Nebenstrecken entlang unzähliger Flüsse und Flüsschen. Damit wir das Beste aus der Region mitnehmen, haben uns Manfred, Tom und Christian von HMF Motorräder aus Würzburg ihre Streckentipps durch Mainfranken verraten. An dieser Stelle: danke vielmals für die freundliche Unterstützung!

Wir starten von der A 7, Ausfahrt 100 und schweben über den Gramschatzer Wald hinunter ins Maintal, das uns hier nicht wirklich aus den Socken haut, weshalb wir bei Karlstadt nach Westen ausscheren. Und schon wieder: der Main, den wir als windigen Gesellen noch etliche Male überqueren werden. In Lohr halten wir uns rechts und erreichen auf der ruhigen Mainseite Gemünden. Über eine schöne Runde durch den Bayerischen Spessart kommen wir nach Burgsinn, von wo uns eine kleine Straße zum neuen Schloss und über eine dicht bewaldete Nebenstrecke an die Fränkische Saale leitet, die wir auf einer kurvigen Schleife bis nach Hammelburg begleiten.

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Wenig Verkehr, kurvige Bergstrecken und tolle Aussichtspunkte

Ein Traum: die Fränkische Saale rund um Morlesau. Wer in dieser Bilderbuch-Landschaft eine ganz exotische Bleibe sucht, kann sich im Baumhaushotel Seemühle niederlassen, das im Frühjahr 2014 eröffnet werden soll. Oder man sucht ganz konventionell einen der netten und urigen Landgasthöfe rund um Hammelburg auf. Tipp: der motorradfreundliche Gasthof Noeth in Morlesau, direkt an der aufgezeichneten Strecke.

Wenig Verkehr, kurvige Bergstrecken links und rechts der Fränkischen Saale und tolle Aussichtspunkte, zum Beispiel vom Sodenberg, prägen diesen Streckenabschnitt. Weiter geht es Richtung Osten, wo wir hinter Stadtlauringen die bis zu 400 Meter hohen Haßberge erklimmen.

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Foto: fact/Joachim Schahl
So schmeckt der Frühling: weiße Blüten und grüne Wiesen, gelb getupft. Wer da am Wochenende noch auf dem Sofa kleben bleibt, der ist selber schuld – außer er guckt MotoGP.
So schmeckt der Frühling: weiße Blüten und grüne Wiesen, gelb getupft. Wer da am Wochenende noch auf dem Sofa kleben bleibt, der ist selber schuld – außer er guckt MotoGP.

Über Königsberg in Bayern kurven wir im besten Sinn des Wortes wieder Richtung Main. Allerdings nicht auf direktem Weg, sondern in zwei großzügigen Schleifen, um die schönsten Strecken und Kurven zusammenzupuzzeln. Bei Appendorf verlassen wir das idyllische Lautertal und bringen hurtig die lästige Ansammlung an Schnellstraßen und Eisenbahnlinien im Maintal hinter uns. Bei Eltmann hangeln wir uns in den Steigerwald. Über das Tal der Rauhen Ebrach führt uns die Strecke zum imposanten Klostergebäude in Ebrach, heute eine Jugendstrafanstalt. Auf dem Weg nach Oberschwarzach machen wir einen Abstecher in die Sackgasse nach Handthal.

Dort bietet sich eine nette Motorradkneipe und der Aussichtspunkt auf dem Stollberg für eine Pause an. Richtung Westen erreichen wir den Main bei Nordheim und überqueren ihn per Fähre. Genau genommen verlassen wir hier eine Insel, die vom Main und vom Mainkanal zwischen Volkach und Schwarzach um­geben ist. Steil bergauf geht es durch die geometrisch akkurat angelegten Weinberge in Richtung A 7, an der wir unsere Reise beenden. MOTORRAD wünscht viel Spaß und noch mehr Sonne auf der Frühlingstour zwischen Wein und Wasser.

Infos

Eingebettet von sonnenhungrigen Weinreben und sanften Hügelketten, verknüpft die Strecke die unterschiedlichsten Landschaften im nördlichsten Zipfel Bayerns.

Anreise: Um sich in die Mainfrankentour einzuklinken und eines der umliegenden Motorradreviere einzubinden, empfehlen sich folgende Anreisewege: Von Norden über die Bayerische Rhön von Fladungen über die Rother Kuppe nach Bischofsheim, Sandberg, Oberthulba nach Hammelburg.
Von Osten über Burgkunstadt nach Weismain, Wallersberg, Wattendorf, Ebensfeld, Untermerzbach, Ebern nach Welkendorf.
Von Süden über Leutershausen, Oberdachstetten, Obernzenn, Sugenheim, Oberscheinfeld, Geiselwind, Kleinbirkach.
Von Westen über Hanau, Schöllkrippen, Wiesen, Frammersbach, Lohnhaupten, Hermanskoppe.

Lohnenswerte Ziele: Auf der Rundtour durch Mainfranken kreuzt man viele nette und rus­tikale Schlösser, Burgen und Klös­ter, die einen Besuch in der traditionell katholischen Region wert sind.

Unter www.frankentourismus.de kann man sich die historischen Sehenswürdigkeiten auf der gesamten Rundtour zusammenstellen. Wer mit seiner Enduro unterwegs ist, hat zusätzlich die Möglichkeit, die Motocross-Strecke in Arnstein am Wochenende gegen Gebühr zu befahren (www.msc-arnstein.de). Für Einsteiger gibt es ein 30-Minuten-Schnuppertraining.

Essen und schlafen: Für die Freunde leckerer Fisch­gerichte ist die älteste Fischzucht Deutschlands in Gräfendorf an der Fränkischen Saale zu empfehlen. Beim Hoffest vom 29. Mai bis 1. Juni 2014 gibt’s fangfrische Forellen: www.fischgut-seewiese.de
Schöne Biergärten, wie Schloss Hallburg bei Nordheim,  wo man sich preiswerte regionale Gerichte wie das fränkische Zwiebelfleisch einverleiben kann, findet man auf der gesamten Tour, deswegen decken die unten aufgeführten Gasthöfe nur einen kleinen Teil der gastronomischen Angebote ab.

www.das-baumhaushotel.de
www.der-hummelhof.de
www.gasthof-loebl.de
www.heigenbruecken.de/
waldhaus-am-englaender
www.hotel-noeth.de
www.weinrestaurant-schlosshallburg.de

Foto: fact/Joachim Schahl
Reisedauer: zwei Tage; gefahrene Strecke: 420 Kilometer.
Reisedauer: zwei Tage; gefahrene Strecke: 420 Kilometer.

Strecke und Region:  Im Zentrum der Streckenführung liegen die Städte Schweinfurt und Werneck, deren Ausläufer aber großzügig umfahren werden. Die  Weinregion Mainfranken gehört zu den sonnenreichsten Landschaften in Deutschland. Generell führt die Route über asphaltierte Straßen, die jedoch an einigen Passagen sehr eng sind und infolge aufgebrochenen Belages eine gute Maschinenbeherrschung erfordern. Weil die Route häufig über sehr verkehrsarme und abgelegene, tankstellenarme Strecken führt, sollte man bei der Vorbereitung auch einen Gedanken an die Reichweite seines Motorrades verschwenden.

Motorrad-Roadbook

A 7 Würzburg–Fulda A 7 Ausfahrt Nummer 100 Gramschatz (Foto 2/6), Retzstadt, Retzbach, Zellingen, Himmelstadt, Mühlbach, Stadelhofen, Steinfeld, Lohr am Main (Foto 5), Steinbach, Gemünden, Langenprozelten, Rupertshütten, Rengersbrunn, Burgsinn, neues Schloss, Gräfendorf (Foto 1/8) Schonderfeld, Kloster Schönau, Seifriedsburg, Aschenroth, Weikersgrüben, Morlesau (Foto 7), Diebach, Hammelburg, Fuchsstadt (Foto 3), Wülfershausen, Schwebenried, Kaisten, Brebersdorf, Wasserlosen, Heiligkreuz-Kapelle, Sulzthal, Ramsthal, Oerlenbach, Pfersdorf, Holzhausen, Pfändhausen, Rannungen, Maßbach, Rothhausen, Stadtlauringen, Wetzhausen, Birnfeld, Bundorf, Stöckach, Walchenfeld, Manau, Burgpreppach, Bischwind, Hohnhausen, Königsberg in Bayern, Altershausen, Jesserndorf, Köslau, Dörflis, Breitbrunn, Kirchlauter, Rudendorf, Lauter, Stettfeld, Eltmann, Trossenfurt, Kirchaich, Priesendorf, Trabelsdorf, Lisberg, Steinsdorf, Schönbrunn, Prölsdorf, Rauhenebrach, Ebrach, Kleinbirkach, Ebersbrunn, Schönaich, Oberschwarzach, Bimbach, Frankenwinheim, Lülsfeld, Rimbach, Laub, Reupelsdorf,  Dimbach, Sommerach, Nordheim am Main (Foto 4), Untereisenheim, Dipbach, A 7.

Das navitaugliche Roadbook gibt es auf der geschlossenen Website für MOTORRAD-Helden gratis.

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