25 Bilder

Unterwegs: Top-Alpenpässe Die besten Pässe Österreichs

In der MOTORRAD-Ausgabe 6 zeigten wir die zehn besten Alpenpässe der Schweiz. Hier nun die zehn besten Alpenpässe Österreichs.

Auch der längste Winter nimmt ein Ende. Wenn der Schnee schmilzt, machen die Pässe auf und locken mit Kurvenorgien, Höhenrausch und atemberaubenden Aussichten. Der Österreicher kennt praktisch kein Flachland und nennt seine Heimat nicht umsonst die Alpenrepublik. Höchste Zeit, die schönsten Klettertouren von Kärnten bis Vorarlberg in Angriff zu nehmen. Zehn alpine Highlights haben wir auf den folgenden Seiten zusammengetragen.

Anzeige
Zeichnung: Hornig
Insgesamt 19 Pässe bietet unsere Österreich-Schleife. Am reizvollsten ist die Tour durch die Alpenrepublik, wenn sie im Uhrzeigersinn gefahren wird.
Insgesamt 19 Pässe bietet unsere Österreich-Schleife. Am reizvollsten ist die Tour durch die Alpenrepublik, wenn sie im Uhrzeigersinn gefahren wird.

Infos

Die Route
Die Anreise führt über die A8 nach Salzburg, der Rückweg über die A96 nach Memmingen. Die besten zehn Pässe lassen sich zu einer Schleife verbinden, die auch in den Tälern nicht mit Reizen geizt und weitere neun Pässe bietet. Nassfeldpass, Plöckenpass, Timmelsjoch und Staller Sattel überqueren die Grenze nach Italien. Bei vielen Passstraßen wie Timmelsjoch, Nockalm und Staller Sattel lohnt sich eine beidseitige Überquerung. Der Staller Sattel bot auch die beste Herberge: Das Seehaus (www.hotel-seehaus.com) bei Antholz bietet Zimmer mit Seeblick schon ab 52 Euro und eine sterneverdächtige Küche für bezahlbares Geld.

Die Bewertung
Um den Charakter der Pässe kompakt, aber dennoch differenziert zu erfassen, haben wir auf einer Skala von eins bis zehn Punkte in fünf Kategorien vergeben. Neben dem generellen Fahrspaß, der vom Abwechslungsreichtum der Strecke bis zum Fahrbahnzustand reicht, geht es bei den Wertungen für langsame und schnelle Kurven zum einen um deren Zahl, aber vor allem um ihren Erlebnisfaktor. Für schönste Gegend und beste Aussicht gab es weitere zehn Punkte. Bei der Passhöhe zählen Gipfelpanorama und Infrastruktur für Pausen und Verpflegung.

Fahren in Österreich
Die Autobahn-Vignette kostet Biker 4,40 Euro für zehn Tage. Einige Autobahnen und Passstraßen fordern weitere Mautgebühren. Obwohl auf den ersten Blick finanziell wenig einladend, überschlagen sich die Österreicher fast mit der Gastfreundschaft für Motorradfahrer. Allerorten verkünden Schilder an Hotels und Restaurants: „Biker willkommen.“ Das Tempo­limit auf Autobahnen liegt bei 130 km/h, auf Landstraßen bei 100 und innerorts bei 50. Auf Autobahnen wird gern hinter Tunneln geblitzt, ansonsten hielt sich das Fallenstellen der Tempofahnder in Grenzen.

Anzeige
Foto: Stier
Platz 1: Nockalm - eine überragende Kurvenvielfalt bei bester Straßenqualität.
Platz 1: Nockalm - eine überragende Kurvenvielfalt bei bester Straßenqualität.

Platz 1: Nockalm

Länge: 34 Kilometer  •  Höhe: 2042 Meter  •  Öffnungszeiten: Anfang Mai bis Ende Oktober  •  Maximale Steigung: 12 Prozent  •  Maut: 7 Euro  •  Besonderheiten: reizvolle Strecke mit gleich zwei Passhöhen.

Zeichnung: Hornig
Die Route über den Nockalm-Pass.
Die Route über den Nockalm-Pass.

Die Kehren tragen klangvolle Namen wie Bärntatzn oder Bluatströpfl. Gleich 52 gibt es davon, und selten machten enge Biegungen so viel Spaß. Die Nockalmstraße schlängelt sich mit Kurven aller Radien und bester Straßenqualität durch den Nationalpark Nockberge. Zwischen Reichenau und Innerkrems stört auf 34 Kilometern keine Ortschaft den Fahrfluss. Die Nockalmstraße ist keine wichtige Verkehrsroute und dementsprechend auch nicht überlaufen. Auf der 2024 Meter hohen Schiestlscharte lädt ein Gasthaus zum Zwischenhalt ein. Der urigere Stopp ist die Hütte auf der 2042 Meter hohen Eisentalhöhe mit grandiosem Blick auf die "Nocky Mountains". Hier fängt der späte Vogel den Wurm: Offiziell ist von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Unser Tipp: Wer die Mautstelle nach 17 Uhr passiert, kommt auch schon mal kostenlos durch.

Foto: Stier
Platz 2: Timmelsjoch - Am Timmelsjoch-Pass besticht neben der Strecke vor allem die abwechslungsreiche und malerische Landschaft.
Platz 2: Timmelsjoch - Am Timmelsjoch-Pass besticht neben der Strecke vor allem die abwechslungsreiche und malerische Landschaft.

Platz 2: Timmelsjoch

Länge: 44 Kilometer  •  Höhe: 2509 Meter  •  Öffnungszeiten: Mitte Juni bis Mitte Oktober  •  Maximale Steigung: 15 Prozent  •  Maut: 11–13 Euro  •  Besonderheiten: sowohl Strecke als auch Landschaft sehr abwechslungsreich.

Zeichnung: Hornig
Die Route über den Timmelsjoch-Pass.
Die Route über den Timmelsjoch-Pass.

Mit 2509 Metern ist das Timmelsjoch der höchste Pass unter unseren Top Ten und fahrerisch auch der abwechslungsreichste. Die niedrigste Kehre auf der Nordseite kommt auf 2000 Metern Höhe, da hören andere Pässe schon auf. Von St. Leonard in Südtirol aufwärts Richung Moos windet sich die Piste wunderbar fließend durch den Wald, es folgen verschiedenste Kurvenvarianten beim knapp 30 Kilometer langen Aufstieg. Im oberen Teil auf italienischer Seite des "Passo di Rombo" winden sich steile Kehren durch eine schroffe Felslandschaft, die Abfahrt auf der österreichischen Seite ist breiter, aber schön flüssig. Die Maut kostet einfach elf Euro, in beide Richtungen 13 Euro - aber nur von der österreichischen Seite aus. Unser Tipp: Von Süden kommen und vor der Zahlstelle umdrehen.

Foto: Stier
Platz 3: Staller Sattel - Einzigartig an diesem Pass: Die einspurige Abfahrtsstraße, die per Ampelschaltung alle volle Stunde für 15 Minuten auf grün schaltet.
Platz 3: Staller Sattel - Einzigartig an diesem Pass: Die einspurige Abfahrtsstraße, die per Ampelschaltung alle volle Stunde für 15 Minuten auf grün schaltet.

Platz 3: Staller Sattel

Länge: 52 Kilometer  •  Höhe: 2052 Meter  •  Öffnungszeiten: Mitte Mai bis Ende Oktober  •  Maximale Steigung: 10 Prozent  •  Keine Maut  •  Besonderheiten: einspurige Einbahn­straße auf italienischer Seite, auf der jede halbe Stunde die Richtung gewechselt wird.

Zeichnung: Hornig
Die Route über den Staller Sattel.
Die Route über den Staller Sattel.

Schon das Anwedeln durch das Deferregental mit seinen wie Burgen auf den Hängen thronenden Bauern-höfen ist ein Genuss. Nach einer waldigen Serpentinen-Strecke führt die Piste mit weiter gezogenen Kurven auf ein wildes Hochland mit zackigen Bergen. Störend ist nur die Ampel auf der Passhöhe. Runter nach Italien schaltet sie von sechs bis 22.15 Uhr nur zur vollen Stunde 15 Minuten lang auf Grün, denn der Abstieg verläuft über eine einspurige Straße. Das Warten lohnt sich allerdings. Abwechslungsreich kurvt es sich über besten Asphalt und ohne Gegenverkehr bergab. Der dichte Wald bietet nur keinen allzu großen Ausblick. Dafür ist der türkisfarbene Antholzer See im Tal ein toller Anblick. Unser Tipp: Die Sonnenuntergangstour mit Übernachtung im Seehaus am Antholzer See.

Foto: Stier
Platz 4: Hahntennjoch - Die teilweise extrem steile Strecke hat den Vorteil, dass kaum Verkehr herrscht.
Platz 4: Hahntennjoch - Die teilweise extrem steile Strecke hat den Vorteil, dass kaum Verkehr herrscht.

Platz 4: Hahntennjoch

Länge: 29 Kilometer  •  Höhe: 1903 Meter  •  Öffnungszeiten:  April bis November  •  Maximale Steigung: 16 Prozent  •  Keine Maut  •  Besonderheiten: der nördlichste hochalpine Pass Österreichs.

Zeichnung: Hornig
Die Route über das Hahntennjoch.
Die Route über das Hahntennjoch.

Die Tempo-30-Zone bei der Durchfahrt von Imst fordert etwas Selbstbeherrschung, doch danach können Biker ihren Kurventrieb bestens ausleben. Versteinerte Monsterwellen lauern beim Aufstieg am Straßenrand. Immer wieder gehen von dort Muren ab, die zuweilen die Durchfahrt blockieren. Ein Wermutstropfen ist die öde Passhöhe ohne Verpflegungsmöglichkeit. Die bietet ein Restaurant mit Biergarten beim Abstieg am Ortseingang von Pafflar. Das Hahntennjoch, das Inn- und Lechtal verbindet, ist ein Geheimtipp für die Verbindung vom Allgäu nach Tirol und im Gegensatz zum Fernpass für Wohnwagen und schwere Lkw gesperrt. Das hat auch gute Gründe, denn gerade die elf Kilometer Abfahrt auf der Westseite sind streckenweise extrem steil.

Foto: Stier
Platz 5: Großglockner - Eine der höchsten Passstraßen mit einer außergewöhnlichen Landschaft.
Platz 5: Großglockner - Eine der höchsten Passstraßen mit einer außergewöhnlichen Landschaft.

Platz 5: Grossglockner

Länge: 48 Kilometer  •  Höhe: 2504 Meter  •  Öffnungszeiten: Anfang Mai bis Ende Oktober  •  Maximale Steigung: 12 Prozent  •  Maut: 18 Euro  •  Besonderheiten: mäßiger Fahrspaß, dafür aber unschlagbares Panorama rund um den höchsten Berg Österreichs.

Zeichnung: Hornig
Die Route über den Großglockner.
Die Route über den Großglockner.

Das ist der Gipfel. 18 Euro Maut für Motorradfahrer sind Rekord. Dafür gibt es allerdings von sechs bis 19.30 Uhr rund um den höchsten Berg Österreichs reichlich zu sehen. Auch wenn die Tourismusbehörde mit 38 Kehren wirbt, die Hochalpenstraße ist eher etwas für Landschafts-Genießer. Als eine der Hauptverkehrsadern von Süd nach Nord ist der untere Teil auf beiden Seiten teilweise dreispurig ausgebaut. Wo es schmaler und kurviger wird, stehen meist kriechende Wohnmobile im Weg. Um den 3798 Meter hohen Großglockner und den Rest seines Gletschers zu sehen, ist ein Abstecher zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe ein Muss. Das Gleiche gilt für den Aufstieg von der öden Passhöhe zur Edelweißspitze, wo sich bei Strudel und Almdudler der Ausblick genießen lässt.

Foto: Stier
Platz 6: Sölkpass - Der Pass liegt zwar recht niedrig, hat allerdings einige andere Reize. Verschiedene Kurvenstrecken und schöne Ausblicke versüßen die Fahrt.
Platz 6: Sölkpass - Der Pass liegt zwar recht niedrig, hat allerdings einige andere Reize. Verschiedene Kurvenstrecken und schöne Ausblicke versüßen die Fahrt.

Platz 6: Sölkpass

Länge: 32 Kilometer  •  Höhe: 1788 Meter  •  Öffnungszeiten: Mai bis Ende Oktober  •  Maximale Steigung: 15 Prozent  •  Keine Maut  •  Besonderheiten: am Nordende schöner Abstecher zum Stoderzinken.

Zeichnung: Hornig
Die Route über den Sölkpass.
Die Route über den Sölkpass.

Vom Ennstal ins obere Murtal geht es zunächst parallel zu einer alten Römerstraße zügig bergauf. Auf der Abfahrt ist zunächst eine ziemliche Buckelpiste abzureiten, dann folgt ein Waldstück mit unterschiedlichsten Kurven. Unser Tipp: Vor dem Einstieg nach Süden ein 1800 Meter hoher Abstecher zum Stoderzinken mit 14 Kehren, tollem Blick ins Ennstal und gemütlicher Hütte zur Stärkung.

Foto: Stier
Platz 7: Plöckenpass - Spektakulär ist der Plöckenpass vor allem auf der steilen italienischen Seite.
Platz 7: Plöckenpass - Spektakulär ist der Plöckenpass vor allem auf der steilen italienischen Seite.

Platz 7: Plöckenpass

Länge: 30 Kilometer  •  Höhe: 1357 Meter  •  Öffnungszeiten: ganzjährig  •  Maximale Steigung: 13 Prozent  •  Keine Maut  •  Besonderheiten: drei komplett verschiedene Streckencharaktere.

Zeichnung: Hornig
Die Route über den Plöckenpass.
Die Route über den Plöckenpass.

Eng schmiegt sich die schmale Straße an die Bergflanke, Kehre um Kehre geht es durch das Val Grande bergauf zur Grenze. Die Passhöhe bietet zwar Verpflegungsmöglichkeiten, der Blick auf verrottende Grenzgebäude ist aber wenig einladend. Auf österreichischer Seite ist die Piste zunächst besser ausgebaut, führt aber zwischenzeitlich zu einem spaßigen Bergaufstück mit zahlreichen Buckeln und Kuppen, bevor die letzten vier Kilometer flüssig im Tal auslaufen.

Foto: Stier
Platz 8: Silvretta - Landschaftlich ist die Silvretta-Straße ein Hit, aber ein rigides Tempolimit und die teure Maut trüben den Spaß.
Platz 8: Silvretta - Landschaftlich ist die Silvretta-Straße ein Hit, aber ein rigides Tempolimit und die teure Maut trüben den Spaß.

Platz 8: Silvretta

Länge: 22 Kilometer  •  Höhe: 2030 Meter  •  Öffnungszeiten: Anfang Mai bis Ende Oktober  •  Maximale Steigung: 14 Prozent  •  Maut: 10,50 Euro  •  Besonderheiten: Anfahrt von beiden Seiten ermüdend lang.

Zeichnung: Hornig
Die Route über die Silvretta-Straße.
Die Route über die Silvretta-Straße.

Die Dreitausender Piz Buin, Fluchthorn und die Kuchenspitze bieten einen eindrucksvollen Anblick, getrübt wird er neben der saftigen Maut durch das mächtige Wasser-Rohr, das zur Stromgewinnung die Bieler Höhe verschandelt. Der Aufstieg durch ein schroffes Hochtal erinnert an Schottland, hinter der Passhöhe stürzt sich die Straße in einem Dutzend Kehren in den Hochwald. Für Biker gilt leider durchgehend Tempo 60.

Foto: Stier
Platz 9: Nassfeldpass - Landschaft und Streckenführung des Passo di Pramollo sind reizvoll, aber der schlechte Asphalt lenkt den Blick häufig nach unten.
Platz 9: Nassfeldpass - Landschaft und Streckenführung des Passo di Pramollo sind reizvoll, aber der schlechte Asphalt lenkt den Blick häufig nach unten.

Platz 9: Nassfeldpass

Länge: 25 Kilometer  •  Höhe: 1530 Meter  •  Öffnungszeiten: März bis Anfang November  •  Maximale Steigung: 14 Prozent  •  Keine Maut  •  Besonderheiten: auf beiden Seiten völlig verschieden.

Zeichnung: Hornig
Die Route über den Nassfeldpass.
Die Route über den Nassfeldpass.

Die Auffahrt vom Obergailtal ist zuweilen steil, die Straße aber gut ausgebaut und schön flüssig. Hinter der Passhöhe ist eine rauere Gangart angesagt. Der Straßenbelag mit Buckeln, Rissen und Scharten verlangt volle Aufmerksamkeit. In zahlreichen engen Kehren (eine davon sogar in einem Tunnel) zieht sich die schmale Piste durchs Tal wie ein mit der Axt in die Berge gehauener Kanal.

Foto: Stier
Platz 10: Zillertaler Höhenstraße - Ein Fall für Cruiser: Die Höhenstraße bietet fantastische Ausblicke ins Zillertal und auf die umliegenden Berge.
Platz 10: Zillertaler Höhenstraße - Ein Fall für Cruiser: Die Höhenstraße bietet fantastische Ausblicke ins Zillertal und auf die umliegenden Berge.

Platz 10: Zillertaler Höhenstraße

Länge: 48 Kilometer  •  Höhe: 2040 Meter  •  Öffnungszeiten: Juni bis Oktober  •  Maximale Steigung: 20 Prozent  •  Maut: 4 Euro  •  Besonderheiten: kein eigentlicher Pass, sondern eher Panoramastraße.

Zeichnung: Hornig
Die Route über die Zillertaler Höhenstraße.
Die Route über die Zillertaler Höhenstraße.

Eine echte Passstraße ist sie nicht, dennoch verdient der Höhenweg entlang des Zillertals den Platz in den Top Ten. Zur Verbindung der Almen und zur Bergsicherung angelegt, schraubt er sich auf mehreren Auffahrten unaufhaltsam bis über 2000 Meter, wo sich ein fantastischer Blick auf die Zillertaler Alpen bietet. Für höheres Tempo ist die Piste zu schmal und wegen der Landwirtschaft zu schmutzig. Unser Tipp: am schönsten von Nord nach Süd. Die Mautstelle ist ab dem späten Nachmittag unbesetzt.

Themenseiten

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote

Alle Artikel