Kurztest Reimo-Suzuki SV 800

Frisch und fit

Suzukis zierliches Einsteiger-Bike, die SV 650, meldet sich aus dem Reimo-Fitness-Studio zurück: mit satten 800cm³.

Die Luft vibriert vom sonoren Bollern des V2, der mit sanftem Druck aus der Kehre schiebt. Sich auf den Rhythmus der Nebenstraßen einlassen, jeder Kurve als einer neuen Herausforderung begegnen - Faszination Landstraße. Um sie zu genießen, braucht man kein Edel-Bike und eine vernünftige Portion Sportlichkeit sind auch diesseits der 100-PS-Grenze möglich. Das wissen SV 650-Fahrer. Für die Fans der schlanken Suzuki gibt’s jetzt einen satten Nachlag vom Suzuki-Händler Reinhard aus Böhl.

Mit vergrößerten Zylinderbohrungen (90 statt bisher 81 Millimeter) samt neuen Schmiedekolben ergeben sich bei identischem Hub 796 cm3. Ein schön gefertigter ABE-Schalldämpfer von Devil sorgt für den sportlichen Touch. So geliftet liegen bei der Reimo-SV 80 PS bei 7900/min an der Kupplung an. Dank penibler Vergaserabstimmung stehen dazu noch bis zu 79 Newtonmeter bereit, und der sonst für die SV 650 typische Drehmomenteinbruch zwischen 4000 und 5500/min fehlt bei der Reimo-SV ganz– saubere Arbeit.

Das Fahrwerk und die Federelemente beließ Händler Reinhard im Serientrimm. Um jedoch einen standesgemäßen 180er-Pneu vom Typ Metzeler ME Z3 montieren zu können, wurde hinten auf die 5,5-Zoll-Felge der Suzuki GSF 1200 Bandit umgerüstet. Hierfür mussten die Achsaufnahmen der Schwinge modifiziert werden. Ein TÜV-Gutachten für diesen Umbau ist in Vorbereitung.

Beim Einsatz auf der Landstraße fällt sofort der spürbar erstarkte Motor auf. Auf gewundenen Bergaufstrecken bietet er deutlich mehr Reserven als die Serienversion und schiebt mit mehr Nachdruck an. Dabei beflügelt weniger die gewonnene Spitzenleistung als vielmehr der mustergültige Drehmomentverlauf. Hier steckt der enorme Spaßfaktor, der die SV 800 prägt. Dazu untermalt ein satter Auspuff-Sound den Einsatz des V2 – ein stimmiges Konzept.
Das Umrüstung des Hinterreifens von der Seriendimension 160/60 ZR 17 auf einen imageträchtigen 180er bremst dabei die bekannte Agilität der kleinen Suzuki keineswegs ein. Nach wie vor lässt sie sich temperamentvoll und flink über Nebenstraßen jeglicher Couleur scheuchen, wenn da nicht die sehr softe Gabel wäre. Damit fehlt für eine sportorientierte Gangart das nötige Feedback, ein altes SV-Leiden. Ein Paar straffere Federn und ein etwas zäheres Gabelöl sollte man deshalb gleich mit ordern, wenn man den Motor seiner SV schon für 4800 Mark plus 900 Mark für den Schalldämpfer aufrüsten lässt.
Anzeige

Artikel teilen

Anzeige
Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote