Test Wunderlich-BMW F 800 Supermoto

BMW-Supermoto-Umbau

Kaum ein Wunsch, den der Katalog von Zubehör-Spezialist Wunderlich BMW-Fahrern nicht erfüllen kann. Einzig ein Supermoto-Umbau, der fehlte. Nun ist auch diese Lücke geschlossen.

Foto: Künstle
Im Wunderlich-Trimm gewinnt die F 800 an Handlichkeit.
Im Wunderlich-Trimm gewinnt die F 800 an Handlichkeit.
Die Basis: eine BMW F 800 GS. Im Mittelpunkt des Umbaus: ein 17-Zoll-Vorderrad mit eigener Nabe, damit der umbauwillige F-Eigner nicht sein Original-Rad zerlegen muss.

Für etwas mehr Pep in Sachen Leistung und Sound bekam die F 800 Supermoto einen Remus-Hexagonal-Dämpfer aufgepflanzt, und ihr Fahrwerk wurde mit härteren Gabelfedern nebst passendem Öl sowie einem Federbein mit hydraulischer Vorspannung und einstellbarer Zugstufe von Öhlins fit gemacht. Für den Fall der Fälle kümmert sich eine Legion von Schutz-bügeln darum, dass exponierte Teile wie Wärmetauscher, Regler oder hinterer Bremsflüssigkeitsbehälter nicht zu Bruch gehen. Tourenfahrer werden dagegen eher mit dem Lenkergewicht mit Rändelschraube, eine Art mechanischer Tempomat, liebäugeln. Genau, Tempo, jetzt wird gefahren. Der Remus-Endtopf übersetzt den drögen O-Ton in ein rotzfreches, kehliges Knurren, passt gut zum frechen Supermoto-Auftritt. Die Sitzposition dagegen ist durch die Kombination aus Serien-Lenker und durch die Wunderlich-Sitzbank, die die Sitzhöhe um zehn Millimeter reduziert, eher aufrecht-entspannt und lässig.
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Foto: Künstle
Die Sitzbank reduziert die Sitzhöhe um zehn Millimeter, der Komfort ist ausgezeichnet.
Die Sitzbank reduziert die Sitzhöhe um zehn Millimeter, der Komfort ist ausgezeichnet.
Ganz lässig geht es auch durch die ersten Kurven. Das kleinere Vorderrad bewirkt einen um zwei Grad steileren Lenkkopf und entsprechend kürzeren Nachlauf – mit belebender Wirkung für das eher betuliche Handling der Serien-F 800. Das Einlenken geht locker von der Hand, und man swingt easy über verschlungene Sträßchen. Der Motor lebt dank des Nachrüst-Dämpfers ebenfalls spürbar auf. Ab 4000/min legt er bezüglich Leistung und Spritzigkeit gegenüber der Serie etwas nach. Die sportlichen Talente der SM haben dennoch ihre Grenzen. Nicht nur, weil bei hohem Tempo Richtungswechsel immer noch Kraft erfordern. Zum einen sind die Federelemente – vor allem das Federbein – eher komfortabel abgestimmt, für ernsthaft sportliche Einlagen fehlt es an Dämpfung und Lenkpräzision. Zum anderen wirkt die SM bei großen Schräglagen etwas kippelig. Ihre große Stärke liegt durch den hinzugewonnenen Schuss an Wendigkeit und Federungskomfort im genussvollen, zügigen Kurvenschwingen.

Wer also seiner F 800 GS in erster Linie Straßenpellen verpassen möchte und gerne entspannt größere Touren absolviert, sollte mal einen Blick in den Wunderlich-Katalog werfen; Info: www.wunderlich.de.

Technische Daten BMW F 800 Supermoto

Motor
Wassergekühlter Zweizylinder-Viertakt-Reihenmotor, zwei oben liegende Nockenwellen, vier Ventile pro Zylinder, Einspritzung, geregelter Katalysator, mechanisch betätigte Mehrscheiben-Ölbadkupplung, Sechsganggetriebe, O-Ring-Kette.
Bohrung x Hub 82,0 x 75,6 mm
Hubraum 798 cm³
Nennleistung 62,5 kW (85 PS) bei 7500/min
Max. Drehmoment 83 Nm bei 5750/min

Fahrwerk
Gitterrohrrahmen aus Stahl, Upside-down-Gabel, Ø 45 mm, Zweiarmschwinge aus Alu, Zentralfederbein, direkt angelenkt, verstellbare Federbasis und Zugstufendämpfung, Doppelscheibenbremse vorn, Ø 300 mm, Doppelkolben-Schwimmsättel, Scheibenbremse hinten, Ø 265 mm, Einkolben-Schwimmsattel.
Speichenräder 3.50 x 17; 4.25 x 17
Reifen 120/70 ZR 17; 150/70ZR 17
Bereifung im Test Continental Road Attack

Maße+Gewichte
Radstand 1578 mm, Lenkkopfwinkel* 66,0 Grad, Nachlauf* 84 mm, Federweg v/h 230/215 mm, Sitzhöhe* 870 mm, Gewicht vollgetankt* 217 kg, Tankinhalt16,0 Liter.
Grundpreis F 800 GS 9640 Euro

Messwerte
Höchstgeschwindigkeit 210 (210) km/h
Beschleunigung
0–100 km/h 3,6 (4,0) sek
0–140 km/h 6,5 (6,9) sek
0–200 km/h 19,5 (20,8) sek
Durchzug
60–100 km/h 4,2 (4,4) sek
100–140 km/h 4,7 (5,0) sek
140–180 km/h 7,6 (7,9) sek

Aufgefallen

Plus
+ Komfort auch auf längeren Etappen ausgezeichnet
+ Wendekreis angenehm klein
+ Wendigkeit verbessert
+ Zubehör hochwertig
+ Motor hat an Spritzigkeit gewonnen

Minus
- Handlichkeit bei hohem Tempo nur durchschnittlich
- Lenkpräzision bei scharfer Gangart nicht optimal

Umbaumaßnahmen

- Windschild 99 Euro
- Schnabelumbau 119 Euro
- 17-Zoll-Vorderrad mit Nabe 799 Euro
- Cruise Contro l79 Euro
- Handhebel Vario Leverje 79 Euro
- Spiegelverbreiterungen 59 Euro
- MFW-Spiegelje 76,90 Euro
- Öhlins-Federbein 835 Euro
- Öhlins-Gabelfedern, Öl 125 Euro
- Neopren-Gabelschützer 29 Euro
- Schalthebel klappbar 29,95 Euro
- Sitzbank 300 Euro
- Remus-Schalldämpfer 439 Euro
- Wärmetauscherschutz 79 Euro
- Gleichrichterschutz 35 Euro
- Bremsbehälterschutz 19,90 Euro
- Wasserkühlerschutz 79 Euro
- Pivot-Pecs-Fußrasten 149 Euro

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