ABS: Vergleichstest und Technik c

Beim Integral-ABS von BMW in der teilintegralen Variante werden mit dem Handbremshebel die beiden vorderen und die hintere Bremszange voll betätigt. Der Fußbremshebel dagegen steuert nur die hintere Bremse an. Nützlich bei leichten Anpassungsbremsungen in
Kurven. Die Regelung des Bremsdrucks übernehmen zwei analoge
Modulatoren (siehe Foto). Je nach Beladungszustand optimiert das Steuergerät bei jedem Regelvorgang die Bremskraftverteilung für Vorder- und Hinterrad. Zum Beispiel wird bei Soziusbetrieb mehr Bremsdruck auf den hinteren Stopper verlagert als bei Solofahrt. Gleichsam als Nebenprodukt dienen die Elemente dieser adaptiven Bremskraftverteilung auch als Bremskraftverstärker um etwa 30 Prozent. Bei Vollbremsungen sehr angenehm, jedoch schwieriger zu dosieren als eine konventionelle Bremse.

Superkompliziert ist das CBS/ABS (CBS für Combined Brake
System) der VFR, es besitzt jedoch bestechende Qualitäten, nicht zuletzt dank der ausgefeilten ABS-Regeltechnik.
Zum Verbundsystem: Wer den Handbremshebel zieht, betätigt vorn
fünf von insgesamt sechs Bremskolben der beiden Zangen und zugleich über einen Hilfsbremszylinder einen Bremskolben der hinteren Zange. Mit dem Pedal werden hinten zwei Bremskolben, vorn an der linken Zange der mittlere Kolben betätigt, der dann aber wieder über den Sekundärbremskreis den dritten Kolben der hinteren Zange aktiviert. Über Proportionalventile wird zudem der Druck in den Hilfsbremskreisen gesteuert, so dass bei leichten Anpassungsbremsungen mit dem Pedal der vordere Bremskolben fast keinen Druck erhält. Umgekehrt wird das Hinterrad
bei einer Vollbremsung über den Hilfsbremskreis nicht mehr mitverzögert, weil es weitgehend entlastet ist. Einen logischen Bruch hat das CBS allerdings: Obgleich als Verbundbremse konzipiert, verlangt es doch die Betätigung aller Bremshebel, um die maximale Verzögerung zu erzielen.

Ein ABS nach dem Prinzip wie es die BMW F 650 GS, die Honda CB 1300, die Suzuki Bandit 650, die Triumph Sprint ST und die Yamaha TDM 900 A besitzen. Zwei getrennte Bremskreise für Vorder- und Hinterrad mit je einem Druckmodulator. Die Modulatoren erhalten von einem zentralen Steuergerät, das die Informationen über Raddrehzahlen und Ventilstellungen verarbeitet, ihre Befehle. Die Druckregelung erfolgt über ein Ventilsystem, also quasi digital. Das spart Kosten, die Regelung ist jedoch prinzipiell nicht so fein wie bei den analogen Systemen von K 1200 S und VFR. In der Praxis aber völlig ausreichend.

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