6 Bilder
Alle Kandidatinnen der diesjährigen Alpen-Masters. Doch nur fünf von ihnen werden ins Finale kommen.

Alpen Masters 2015 So sieht die Teststrecke aus

Das Alpen-Masters 2015 startet in die nächste Runde: Im zweiten Teil liefern sich auf den Dolomitenpässen im Trentino zwölf Motorräder einen packenden Kampf um den Einzug ins Finale. Auf geht’s, Kehren und Kurven, wir kommen!

Kehren mit höchstem Anspruch, Kurven mit atemberaubendem Rhythmus, turbulente Streckenführungen, grandiose Ausblicke: Die Dolomiten ziehen Motorradfahrer unweigerlich in ihren Bann. Auf engem Raum reihen sich in den Dolos, wie Kenner sie liebevoll nennen, zahlreiche Hochgebirgspässe in stürmischer Berg- und Talbahn aneinander. Zwischen dramatischen Felsformationen führen ungemein abwechslungsreiche Strecken durch die imposante Bergwelt. Auf haarnadelscharfe, holprige Serpentinen folgen weite, gut ausgebaute und schnelle Kurvenbögen, hinter griffigem Asphalt lauert unverhofft rutschiger Rollsplit.

Was auch immer ein Motorradfahrer in den Bergen erfahren kann – die ­Dolomiten halten es bereit. Ein perfektes Revier also für das Alpen-Masters, das MOTORRAD bereits zum elften Mal veranstaltet. Bei diesem größten Vergleichstest der Welt, der auch international ein großes Echo findet, ringen 20 Maschinen um den Titel des besten Motorrads für alpine Gefilde.

Anzeige

Nur neue oder überarbeitete Maschinen

Sie treten dabei in Vierergruppen gegeneinander an, die Sieger ziehen ins Finale ein. Diese Gruppen möglichst homogen zu gestalten, entpuppt sich regelmäßig als echte Herausforderung, denn die MOTORRAD-Tester können nicht aus dem Vollen des kompletten Marktangebots schöpfen: Am Alpen-Masters teilnehmen dürfen nur neue oder überarbeitete Maschinen, weshalb beispielsweise die BMW R 1200 GS in diesem Jahr außen vor blieb.

In den fünf Gruppen, die sich schließlich formieren, gehen die Tester mit sämtlichen Maschinen ans Limit. Das Testverfahren wird dabei den Anforderungen in den Bergen angepasst, in der Bewertung rücken bergtaugliche Faktoren wie Durchzug und Handlichkeit in den Blickpunkt. Üblicherweise in den MOTORRAD-Tests berücksichtigte Kriterien wie Höchstgeschwindigkeit oder Inspektionskosten fallen aus der Wertung, denn sie sind fürs Alpenvergnügen ohne Belang. Hinzu kommen Sonderprüfungen in den Dolos wie Bremsen bergab mit Sozius oder der Durchzug in 2000 Meter Höhe. 

Anzeige
MOTORRAD
Die Teststrecke - Sellaronda à la MOTORRAD: Länger und ohne Sella, denn Testers Lieblinge sind Valparola und vor allem der Pordoi.
Die Teststrecke - Sellaronda à la MOTORRAD: Länger und ohne Sella, denn Testers Lieblinge sind Valparola und vor allem der Pordoi.

Die Teststrecke

Sellaronda, so heißt die beliebte Umrundung des Sellamassivs für Ski- und Radfahrer auf Ladinisch, dem Dialekt, der im Testgebiet zwischen Trentino, Südtirol und Venetien gesprochen wird. MOTORRAD wählt fürs Alpen-Mas­ters in den Dolomiten eine Runde, die ebenfalls rund um den Sella führt. Das Joch selbst mit seinen schroffen Türmen dient dabei aber nur als Fotomotiv.

Die 100 Kilometer lange Testrunde führt am Sella vorbei über den anspruchsvolleren Pordoi-Pass. Ausgangspunkt war in diesem Jahr das Hotel „Andes“ (1) in Vigo di Fassa. Die eigentliche Teststrecke beginnt im zwölf Kilometer nördlich gelegenen Canazei, dem Hauptort des Fassatals. In weiten Kurven und Kehren geht es hinauf zum Fedaia-Pass (2) mit der dicken Staumauer am Fuß des Marmolada-Gletschers.

Nach der breiten, steilen Abfahrt folgen die ersten Sonderprüfungen (3) für alle Maschinen: Bei 15 Prozent Steigung respektive Gefälle messen die Tester den Durchzug bergauf sowie den Bremsweg bergab, jeweils mit Sozius; steile Stoppies kommen dabei immer wieder vor. Die enge Auffahrt zum Falzàrego (4) macht endgültig klar, welche Motorräder das Prädikat „handlich“ verdient haben. Auf der langen Geraden am Valparola (5) mit seiner eindrucksvollen Gerölllandschaft wird bei einer weiteren Sonderprüfung der Durchzug in 2000 Meter Höhe gemessen. Die abwechslungsreiche, aber sehr wellige Talfahrt dient unter anderem dazu, Gabeln und Federbeine auf ihre Tauglichkeit zu prüfen. Eine Dauerbaustelle mit Spurrillen und Rollsplit in den Kehren hinter Corvara (6) stellt so manche Traktionskontrolle auf die Probe. Über testdienliche Schlaglöcher am Campolongo (7) führt die Runde schließlich zum Pordoi (8) mit seinen schwindelerregenden 60 Kehren: Der Lieblingspass der Tes­ter hilft mit seiner anspruchsvollen Streckenführung, selbst kleinste Schwächen der Motorräder aufzudecken, und macht dabei auch noch jede Menge Spaß.

Alle Tests vom Alpen Masters 2015

Themenseiten

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote