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Alpen-Masters 2016.

Alpen-Masters 2016 Ahoi, Pordoi!

Nein, Schwimmwesten und Rettungsbojen waren beim Alpen-Masters 2016 nicht nötig. Doch heftige Wolkenbrüche und kalte Graupelschauer verwandelten die Dolomiten rund um den eindrucksvollen Pordoi-Pass in eine triefend nasse Herausforderung für Menschen und Maschinen.

Das Download-PDF umfasst auf 55 Seiten alle drei Teile des Alpen-Masters aus den MOTORRAD-Ausgaben 15, 16 und 17/2016.

Beim MOTORRAD-Alpen-Masters, dem größten Motorrad-Vergleichstest der Welt, kämpfen 20 Maschinen um den Titel des Alpenkönigs. Austragungsort der Vorrunde waren erneut die Dolomiten, die sich in diesem nasskalten Juni allerdings ungewohnt wild gebärdeten. Starke Regengüsse und niedrige Temperaturen stellten Fahrer und Fotografen vor schwierige Aufgaben, denn Bilder von nassgrauen Berggipfeln sehen nicht wirklich gut aus. Zudem sollten selbst Profis die technischen Grenzen von Motorrädern lieber im Trockenen ausloten.

Doch entgegen den katastrophalen Wettervorhersagen – denen man, auch das haben wir gelernt, nur begrenzt trauen sollte – erfüllten die Dolomiten am Ende alle unsere Hoffnungen. Sie bescherten uns ein paar strahlend schöne Vormittage zum Testen und Fotografieren, weshalb wir ihnen gern vergeben, dass die nachmittäglichen Starkregenschauer aus manchen Bergpässen regelrechte Rutschbahnen machten. Lohn der Mühe: Auf der immerwährenden Suche nach dem Loch in der Wolkendecke spulten wir noch mehr Kilometer ab als in sonnigeren Jahren, lernten die Motorräder noch besser kennen und erprobten besonders intensiv ihre Fähigkeiten auf nassen Berg- und Talbahnen.

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Alpine Punktewertung und Sonderprüfungen

Um die Qualitäten der Motorräder in den Bergen herauszuarbeiten, ändert MOTORRAD fürs Alpen-Masters das Bewertungsschema. Statt der bei Tests sonst üblichen 1000 Punkte vergeben wir in den Alpen nur 500. Kriterien wie Garantie, Unterhaltskosten und Höchstgeschwindigkeit spielen hier keine Rolle.

Noch stärker als sonst rücken dafür die fahrdynamischen Eigenschaften in den Mittelpunkt, denn auf sie kommt es an im hitzigen Auf und Ab der Dolomitenpässe zwischen Marmolada und Sella, zwischen Langkofel und Rosengarten. Vor allem sie entscheiden darüber, ob ein Motorrad sich als Alpenathlet oder doch eher als Flachlandtiroler verstehen darf. Zu den wichtigsten Kriterien zählen dabei Lenkpräzision und Handling, denn enge und verwinkelte Spitzkehren gehören ebenso zum Alpenkarussell wie gut ausgebaute, knackige Kurven. Diese und weitere Punkte werden zusätzlich in speziellen Tests im Vorfeld bewertet.

Immense Bedeutung kommt in den Bergen den Bremsen zu, speziell natürlich bergab, weshalb es in einer alpinen Sonderprüfung um die entsprechenden Verzögerungskünste mit Passagier geht. Ungerührt bringt Testfahrer Karsten Schwers jedes Motorrad an die physischen und seinen Beifahrer oft an die psychischen Grenzen. Alpine Bremsmessungen enden so manches Mal in einem steilen Stoppie – was dem betreffenden Motorrad Punktabzug beschert.

Hohe Relevanz für den alpinen Spaßfaktor hat auch der Durchzug, der beim Alpen-Masters gleich zweimal gemessen wird: bergauf mit Passagier, was dem Beschleunigen aus der Spitzkehre entspricht, und solo in 2000 Meter Höhe – denn wer will schon beim Überholen jämmerlich verhungern, weil der Motor in luftiger Höhe nach Atem ringt?

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Vorrunde mit 20 Motorrädern

Beim Alpen-Masters starten 20 Motorräder in fünf Gruppen. Jedes Modell bekommt nur eine Chance. Das bedeutet, dass im Wesentlichen neue oder überarbeitete Modelle des aktuellen Jahrgangs dabei sind, ergänzt um einzelne Motorräder, die bislang aus irgendwelchen Gründen noch nie dabei waren. Dies betrifft etwa die BMW R ­nineT, die angesichts der Flut neuer Boxer im Vorjahr ausgespart worden war. In der Vorrunde in den Dolomiten küren die Tester in jeder dieser fünf Gruppen einen Sieger.

    Alpen-Masters-Gruppen 2016

    • Easy Going (MOTORRAD 15/2016): Honda CB 500 F, Kawasaki Z 300, Suzuki SV 650, Yamaha MT-03
    • Naked Bikes (MOTORRAD 15/2016): Ducati Monster 1200 R, KTM 690 Duke, MV Agusta Brutale 800, Triumph Speed Triple S
    • Modern Classics (MOTORRAD 16/2016): BMW R nineT, Moto Guzzi V9 Roamer, Triumph Thruxton, Yamaha XSR 900
    • Adventure (MOTORRAD 16/2016): Aprilia Caponord 1200 Rally, Ducati Multistrada 1200 Enduro, Honda Africa Twin, Triumph Tiger Explorer XRT
    • Sport/Touring (MOTORRAD 16/2016): Ducati 959 Panigale, Kawaskai ZX-10R, KTM 1290 Super Duke GT, Suzuki GSX-S 1000 F

    Alpen-Masters-Finale: eine Klasse für sich

    Diese Gruppensieger ziehen ins Finale (MOTORRAD 17/2016) ein, wo sie mit dem amtierenden Bergkönig, der BMW R 1200 RS, im Valle d'Aosta um den Titel Alpen-Master 2016 kämpfen. Tester von Partnerzeitschriften aus ganz Europa reisen zum Finale an, um gemeinsam mit MOTORRAD den neuen Alpenkönig zu küren.

    Das Besondere: Über Sieg und Niederlage entscheiden dann keine Punkte, sondern die subjektiven Einschätzungen der Testfahrer. Lange Testrunden, heiße Diskussionen und viel Gesprächsstoff sind da garantiert. Wir freuen uns drauf – wünschen uns dafür aber etwas weniger Wasser von oben.

    Alpen-Masters 2016

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