Bekleidung für die große Tour

Die zweite Haut muß sitzen

Zu einer Tour gehört die richtige Bekleidung. MOTORRAD griff auf den bewährten Zweiteiler aus Leder zurück, darunter Funktionsunterwäsche und ein Rückenprotektor. Neben den guten Abriebwerten bietet die Lederkombi den Vorteil nicht verrutschender Protektoren. Sie hat im Vergleich zu den Textilanzügen aber den Nachteil, meist weder wasserdicht noch atmungsaktiv zu sein. Als preisgünstiger Schutz vor dem Durchnässen bietet sich eine Regenkombi an. Die einteilige hält zwar dicht, flattert aber und macht jeden Einstieg zur Dehnübung. Die zweiteilige Regenkombi ist da komfortabler, das Oberteil bläst sich aber noch stärker auf. Der Vorteil beider Varianten: das kleine Packmaß. Eine Alternative, die zusätzlich noch mehr Wärme verspricht heißt: eine wasserdichte Textiljacke über der Lederkombi, von Innenfutter und Protektoren befreit, dazu eine einfache Regenhose und wasserdichte Stiefel.Bleibt noch ein zentraler Punkt, der Handschuh. Drei neue Sporthandschuhe waren mit auf Tour: der Held Profi (1) für 199 Mark, der Büse Carbon (2) für 159,90 und der Dainese R.R. (3) für 181 Mark. Alle drei verfügen über einen Schutz des Handrückens durch Carbon- beziehungsweise Kevlareinlagen. Dabei nimmt der Held seine Schutzfunktion besonders ernst. Die komplette Oberhand wird in Kevlareinlagen verpackt, hinzu kommt Kevlar und Protektoren an der gesamten Handkante inklusive der langen Stulpe. Zudem läßt sich der Handschuh dort und im Handgelenksbereich mit Klettverschlüssen justieren. Ähnliche Qualitäten bietet die vorgekrümmte Unterhand. Die neuralgischen Punkte sind mit besonders abriebfestem Känguruhleder gedoppelt. Trotzdem bietet der Handschuh noch ausreichend Gefühl für den Gasgriff und empfielt sich damit als echter Kauftip.Über ähnliche Features wie der Held verfügt der Büse Carbon. Hier ist die Stulpe etwas kürzer, dafür hat er eine Daumen- und Fingerriffelung, eine zusätzliche Kevlarverstärkung an der Handinnenfläche von Daumen und Zeigefinger sowie einen Stretcheinsatz am Handgelenk, der für besseren Tragekomfort sorgen soll. Doch gerade diesbezüglich kann der Büse nicht überzeugen. Auch nach mehreren tausend Kilometern bleibt der Handschuh steif, das angenehme Sicherheitsgefühl wird mit weniger innigem Kontakt zum Drehgriff erkauft. Zudem verteilt er seine weiße Farbe gleichmäßig auf beiden Lenkergriffen.Ganz anders der Dainese R.R. Farb- und gefühlsecht, gibt der Leichtbau glasklare Rückmeldung vom Gasgriff und ist angenehm zu tragen. Mit Karbonfaser ist er nur dafür nur im Knöchelbereich des Ring- und des kleinen Fingers ausgestattet. Zudem weitete sich der R.R. im Verlauf der Tour ein wenig. Tip: Lieber eine halbe Nummer kleiner kaufen. Auch nicht eng genug : der simple Stretch am Handgelenk (Klettverschluß nur an der Stulpe), der weniger Vertrauen in die Sturzqualitäten weckt.

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