Bescher, Klaus: Interview

? Wo sehen Sie Vor- und Nachteile der Einspritzung gegenüber dem Vergaser?Von Vorteil ist, dass mehr Motor- und Umweltbedingungen erfasst werden und somit eine günstigere Gemischanpassung ermöglicht wird. Bereits am grünen Tisch können einzelne Funktionen wie die Höhenanpassung vorbelegt werden. Die Nachteile sind weniger prinzipbedingt, sie liegen vielmehr in den hohen Entwicklungsaufwendungen und in der Verfügbarkeit geeigneter Komponenten wie etwa der Einspritzventile. Im Gegensatz zum Vergaser, der sich relativ schnell abstimmen lässt, müssen bei der Einspritzung viel mehr Parameter verarbeitet werden.? Nach den zum Teil hohen Schadstoffemissionen der ersten F 650 GS-Modelle haben sich unseren neuesten Messungen zufolge die Werte drastisch verbessert. Worauf führen Sie das zurück?In letzter Zeit haben wir viel an der GS gearbeitet und »Kennräume«, in denen »fetter« Motorbetrieb erforderlich war, drastisch eingeschränkt. Der Bereich, in dem mit Lambda 1 gefahren wird, hat sich dadurch deutlich vergrößert.? Warum hat der Einspritzer unter Konstantfahrruckeln zu leiden, die Vergaserversion dagegen nicht?Der Teillastbereich zwischen 3000 und 3500/min ist äußerst kritisch. Bei Lambda 1 entsteht das Problem, eine gleichmäßige und saubere Verbrennung sicherzustellen. Vergasermotoren laufen bei diesen Drehzahlen fetter, somit stabiler.? Neben der Einspritzung hat sich bei der F 650 GS gegenüber dem Vorgängermodell vor allem der Zylinderkopf konstruktiv stark verändert. Wie viel Prozent der Verbrauchssenkung rechnen Sie den konstruktiven Maßnahmen, wie viel der Einspritzung zu?Auf den komplett neuen Ladungswechsel und die von 9,7 auf 11,5 angestiegene Verdichtung dürften etwa 50 Prozent entfallen, auf die Einspritzung ebenfalls.

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