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Vergleichstest BMW K 1600 GT und Yamaha XT 1200 Z Super Ténéré Reiseenduro oder Sporttourer?

"Die" Reiseenduro - oder "der" Supertourer: Schon der Artikel macht deutlich, dass es hier um eine Entscheidung grundsätzlicher Art geht. Ist der klassische Tourer im Luxusformat der bessere Reisepartner - oder doch die Großenduro, obwohl es weder ins Gelände noch in die Wüste geht? Ein Erfahrungstrip auf die Isle of Man.

BMW K 1600 GT gegen Yamaha XT 1200 Z Super Ténéré

Geht es nach der Zulassungsstatistik , ist die Sache geklärt, bevor wir den ersten Meter unter die Räder nehmen: Die Motorradwelt will reisen - und zwar mehrheitlich auf einer Großenduro. In Deutschland hat das Tradition, dort steht die BMW R 1200 GS seit Jahren mit riesigem Abstand an der Spitze der Charts. Aber auch in Südeuropa hält dieser Trend ungebremst an, und selbst die Superbike-verrückten Briten klettern mittlerweile häufiger auf eine hohe Sitzbank, als sich nach den Lenkerhälften eines Supersportlers zu bücken. Reiseenduros scheinen in diesen Tagen alternativlos.

Aber sind sie das wirklich? Immerhin gibt es eine Motorradklasse, auf die dieses Anforderungsprofil genauso passt. Supertourer: Da ist der Name doch Programm. Da gibt es fette Koffer und hohe Scheiben serienmäßig, da locken digitale Unterhaltungsprogramme, mächtige Hubräume, gelassene Leistung und modernste Fahrwerkselektronik. Wenn schon reisen, dann mit allem Pipapo - so lautet das Motto einer Motorradklasse, die durch niemanden besser vertreten wird als BMWs Touring-Hammer BMW K 1600 GT. Knapp 1650 Kubikzentimeter Hubraum, 175 Newtonmeter bei gelassenen 5250/min und 161 PS - da bleiben selbst bei eiligen Reisenden keine Wünsche offen. Vorausgesetzt natürlich, man bringt das nötige Kleingeld mit. Zum Grundpreis von 20 500 Euro addiert sich in der Regel nämlich noch ein happiger Aufpreis für zumeist sinnvolle, aber auch teure Extras, die den Preis der 1600er schnell auf rund 25 000 Euro treiben.

Die Yamaha XT 1200 Z Super Ténéré World Crosser hingegen verkörpert genau das, was Reiseenduros so beliebt gemacht hat, nämlich einen zuverlässigen Zweizylinder ohne High-End-Ambitionen und Hammerleistung, ein hochbeiniges Fahrwerk, das auch leichte Offroad-Passagen wegsteckt, reichlich Stauraum (mit 877 Euro teuren Zubehörkoffern) und einen fetten 23-Liter-Tank. Auch preislich spielt sie in einer ganz anderen Liga, kommt mit Koffern auf 16 587 Euro. Für viele dürfte die Frage an dieser Stelle schon beantwortet sein.

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Foto: Henniges
Yamaha XT 1200 Z Super Ténéré - Reiseenduro: Mittlerweile hat sie (fast) jeder Hersteller im Angebot, denn das Segment boomt. Im Kielwasser der BMW R 1200 GS wollen alle mitschwimmen. Kein Wunder, denn der potenzielle Kundenstamm wächst. Egal, ob ehemalige Sportfahrer oder aktive Weltreisende: Die Reiseenduro mit ihren breit gestreuten Anlagen erfüllt viele Ansprüche, ist Sonntags auf der Hausstrecke ebenso zu Hause wie beim täglichen Weg zur Arbeit. Und eben auch beim Urlaubstrip.
Yamaha XT 1200 Z Super Ténéré - Reiseenduro: Mittlerweile hat sie (fast) jeder Hersteller im Angebot, denn das Segment boomt. Im Kielwasser der BMW R 1200 GS wollen alle mitschwimmen. Kein Wunder, denn der potenzielle Kundenstamm wächst. Egal, ob ehemalige Sportfahrer oder aktive Weltreisende: Die Reiseenduro mit ihren breit gestreuten Anlagen erfüllt viele Ansprüche, ist Sonntags auf der Hausstrecke ebenso zu Hause wie beim täglichen Weg zur Arbeit. Und eben auch beim Urlaubstrip.

Mit reichlich Gepäck beginnt die Reise auf der Autobahn

Aber es geht ja nicht nur ums Geld, es geht ums Konzept. Also los, auf zur ersten Etappe auf unserem Weg zur kleinen Insel inmitten der Irischen See. Gut 600 Kilometer Autobahn von Stuttgart zum Fährhafen im belgischen Zeebrügge stehen an. Hier scheint ganz klar, wer Vorteile einfahren kann, die Papierform spricht eindeutig für die BMW K 1600 GT. Doch Papier ist geduldig. Erst recht, wenn sich hinter dem Fahrer ein Gepäckberg aus Zelt, Isomatte und Campingstuhl aufbaut. Das lässt sich auf den massiven Gepäckbrücken der beiden Reise-Riesen zwar problemlos verzurren, kühlt aber den Mut für eventuelle Highspeed-Passagen schnellstens. Auf der BMW, weil man bei theoretisch möglichen 250 km/h und voll angreifendem Fahrtwind den Spannriemen und der Haltbarkeit des Verpackungsmaterials dann doch nicht mehr ganz traut - und auf der Yamaha XT 1200 Z Super Ténéré World Crosser , weil voll beladen schon deutlich vor den theoretisch möglichen 210 km/h Höchstgeschwindigkeit ein gewisser Wankelmut aufkommt. Die Super Ténéré pendelt jenseits der 180er-Marke ein wenig: nicht schlimm, aber auch nicht schön.

Also bestimmt die Yamaha XT 1200 Z Super Ténéré World Crosser das Reisetempo. 150, 160 km/h - das ist genug, auf Dauer will man auch auf der BMW nicht schneller. Dann schnurrt ihr famoser Sechszylinder im mittleren Drehzahlbereich gelassen vor sich hin, während der Schein-V2 der Yamaha (ein Reihentwin mit 270 Grad Hubzapfenversatz) den Fahrwiderständen spürbar mehr Engagement entgegenstemmen muss. Die BMW K 1600 GT fährt trotzdem vor. Schon allein deshalb, weil ihr clever integriertes und herausnehmbares Garmin-Navigationssystem (870 Euro extra), dessen wichtigste Funktionen sich bequem vom Drehdrückschalter am linken Lenkerende bedienen lassen, zuverlässig den Weg durch das Saarland und Luxemburg weist. Wir wollen reisen, nicht rasen. Nicht zuletzt deshalb, weil die Vorfreude auf diese grandiose Insel und spannende Rennen auf jedem Meter mitfährt. Da werden Kaffeepausen zu gerne genutzten Plauschrunden mit anderen TT-Fans, prall gefüllt mit Anekdoten von der Insel. Zum Glück haben wir großzügig geplant, werden in jedem Fall rechtzeitig zum Check-in an der Fähre sein.

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Die Autobahn ist BMW K 1600 GT-Domäne

Während der Fahrt gestaltet sich das bordeigene Unterhaltungsprogramm durchaus unterschiedlich. Auf der Yamaha XT 1200 Z Super Ténéré World Crosser sind es vor allem die heftigen Turbulenzen hinter der kleinen, weit entfernten Scheibe, die einen großen Teil der Aufmerksamkeit beanspruchen und die überhaupt nicht zu der relaxten Sitzposition mit ihrem großzügigen Platzangebot (selbst für ganz lange Beine) passen wollen. Der Helm wird hin und her geworfen, es herrscht ein Höllenlärm, der nur mit Ohrenstöpseln zu ertragen ist. Also noch ein Stopp, die Yamaha-Scheibe in die höhere Position bringen. Vier Schrauben sind dafür zu lösen, vier Gummipfropfen in die Bohrungen zu friemeln. Das nervt, vor allem, wenn der Kumpel auf der BMW K 1600 GT immer wieder genussvoll schildert, wie er die Höhe der Scheibe einfach per Wippschalter der gerade bevorzugten Sitzposition anpasst und bei Lust und Laune einfach mal das Visier offen lässt, um weitgehend zugfrei Land und Landschaft zu genießen. Immerhin: Mit hoher Scheibe fährt es sich auch auf der XT turbulenz- und geräuschärmer als zuvor.

Den guten Windschutz der BMW kann sie natürlich trotzdem bei Weitem nicht bieten. Ebenso wenig, wie die toll funktionierende Griff- und Sitzheizung oder die Informationsflut des Bordcomputers. Egal, ob Navi, Fahrwerksabstimmung, Heizgriffe, Sitzheizung oder Fahrerinformationen zu allen Reisedaten oder Aggregatzuständen - alles lässt sich vom linken Lenkerende aus steuern, lediglich die drei unterschiedlichen Motormappings (Regen, Road, Dynamik) werden von rechts bedient. Das alles über ein modernes Farbdisplay in Szene gesetzt - da wird einem garantiert nicht langweilig, während der XT-Fahrer mit der flachen belgischen Landschaft vorliebnehmen muss und seine spärlichen Informationen zu Außentemperatur und Durchschnittsgeschwindigkeit per Knopfdruck aus dem eher kargen Cockpit saugen muss. Unter dem Strich ist es also gar keine Frage: Die Autobahn ist BMW K 1600 GT-Domäne. Aber, und das ist ganz wichtig: Auch auf der Yamaha XT 1200 Z Super Ténéré World Crosser ist man auf der Autobahn nicht schlecht unterwegs. Unter dem Strich kommen beide Fahrer ähnlich entspannt an der Nordsee an.

Foto: Henniges
BMW K 1600 GT - Luxustourer: Immer stärker, immer luxuriöser, immer technischer: Von der Behäbigkeit vergangener Tage hat sich die All-inclusive-Fraktion längst verabschiedet, strebt in Sachen Fahrdynamik immer neue Höhen an und liefert ein Ausstattungsvolumen ab, das sich gewaschen hat. Aber: Eine Reise besteht nicht nur aus Autobahn und Infotainment. Wie schlägt sich die mächtige K 1600 GT, wenn es mal eng wird? Oder auf unbekanntem, schlechten Terrain.
BMW K 1600 GT - Luxustourer: Immer stärker, immer luxuriöser, immer technischer: Von der Behäbigkeit vergangener Tage hat sich die All-inclusive-Fraktion längst verabschiedet, strebt in Sachen Fahrdynamik immer neue Höhen an und liefert ein Ausstattungsvolumen ab, das sich gewaschen hat. Aber: Eine Reise besteht nicht nur aus Autobahn und Infotainment. Wie schlägt sich die mächtige K 1600 GT, wenn es mal eng wird? Oder auf unbekanntem, schlechten Terrain.

Auf der Fähre hat es die wuchtige BMW K 1600 GT nicht leicht

In Zeebrügge saugt uns und viele andere Biker die Fähre auf, um uns am anderen Morgen in Hull wieder auszuspucken. Schlüpfrige, nasse Metallplanken, Bodenschweller, enge Auffahrten im dichten Motorradpulk tief im Bauch des Dampfers - hier freut man sich auf der BMW K 1600 GT das erste Mal über ABS und über die Traktionskontrolle. Vor allem aber flucht man über den hohen Schwerpunkt, die ausladende Verkleidung. Und über 342 Kilogramm Gewicht. Ohne Gepäck, wohlgemerkt.

Wie viel einfacher macht es da doch die Yamaha XT 1200 Z Super Ténéré World Crosser. Rund 80 Kilogramm leichter, breiter Lenker, viel bessere Übersicht - und ein Motor, der nicht bei jedem Anfahren gierig losschreit, sondern gelassen losstampft. Über Traktionskontrolle und ABS macht man sich hier keine Gedanken, sondern wuselt zusammen mit den anderen auf den zugewiesenen Stellplatz. Festspannen, fertig. Und dann merken, dass die Yamaha-Koffer sich nach minutenlangem Schloss-Gefummel trotzdem nicht öffnen lassen. Toplader eben, die quer aufgeschnallte Gepäckrolle versperrt den Zugang. Die BMW-Koffer sind (auch wenn es dafür wegen der weit öffnenden Deckel viel Platz braucht) längst entleert, nehmen beide Helme auf und schließen per Knopfdruck am Schlüssel fernbedient zusammen mit den übrigen Staufächern.

Die Yamaha XT 1200 Z hat immer die passende Antwort parat

So sieht echter Gepäckkomfort aus. Aber dennoch: Hier wie auch später auf den engen und engsten Sträßchen der Man sammelt die Yamaha XT 1200 Z Super Ténéré World Crosser wegen ihrer viel besseren Manövrierbarkeit kräftig Punkte. Neben dem D-Zug-Zuschlag beim Kaufpreis ist die mühsame Handhabung des Bayern-Kuriers nämlich gerade für zierliche Personen oder nicht ganz so versierte Motorradfahrer das zweite K.O.-Kriterium, gegen das sich die mit 845 bis 870 Millimeter doch enorme Sitzhöhe der Yamaha beinahe als Kleinigkeit ausnimmt. Wer während der Rennen verschiedene Standpunkte ansteuern will (was unbedingt zu empfehlen ist), erreicht diese nur über kleine und kleinste Wege (und manchmal erst nach mehreren Versuchen). Da ist man dann froh, wenn man auf der Yamaha sitzt.

Damit jetzt keine Missverständnisse aufkommen: Die BMW K 1600 GT schlägt sich wacker - für ein Motorrad ihres Formats. Doch selbst, wenn das ESA auf Komfort eingestellt ist und der Sechser im „Road-Mapping“ nicht mehr ganz so motiviert ans Gas geht, bietet die Yamaha XT 1200 Z Super Ténéré World Crosser mehr. Mehr Komfort, weil ihre großen Räder in weitaus weniger Schlaglöcher fallen und ihr wirklich toll abgestimmtes Fahrwerk selbst die ganz groben Absätze und Wellen wegfedert, während speziell die Hinterhand der BMW hier häufiger anfängt zu „trampeln, der Kardan (ganz im Gegensatz zur nahezu reaktionsfreien Yamaha-Lösung) mitunter heftig auf das Getriebe einhackt. Und mehr Gelassenheit, weil ihr Zweizylinder trotz kleiner Schwächen (etwas zu wenig Dampf im unteren Drehzahlbereich) auf jede Situation eine Antwort hat und sein Pulsschlag so herrlich zu der Ruhe und Entschleunigung dieser Insel - das gilt erstaunlicherweise selbst während der TT - passt.

Foto: Henniges
Creg-Ny-Baa am Ende der schnellen Bergpassage und TT-Mekka: Die K 1600 hat die XT auf dem Mountain Course ordentlich abgeledert - aber auf den engen Straßen das Nachsehen.
Creg-Ny-Baa am Ende der schnellen Bergpassage und TT-Mekka: Die K 1600 hat die XT auf dem Mountain Course ordentlich abgeledert - aber auf den engen Straßen das Nachsehen.

Auf dem Mountain Course spielt die BMW ihre Stärken aus

Halt, Stopp, es gibt eine Ausnahme: den Mountain Course, also jenen brutal schnellen Abschnitt des TT-Kurses zwischen Ramsey und Douglas, der an den rennfreien Tagen zur Einbahnstraße wird. Kein Gegenverkehr also, kein Speedlimit - und damit die Einladung an alle, es mal ein wenig fliegen zu lassen. Mit Gebrüll stürmt eine Horde Supersportler an uns vorbei, und die BMW K 1600 GT will mit wie ein Reitpferd mit einer Herde wilder Mustangs. Also blitzschnell die Scheibe nach unten gefahren, das Fahrwerk auf „Sport" gestellt, den Motor auf „Dynamik", und ab geht der Renn-Riese. Gemessene 159 PS, eine vorbildliche Gasannahme, ein sahniger Drehmomentverlauf, mit dem Metzeler Z8 Interact ein toll funktionierender Tourenreifen sowie Bremsen, die dieses Trumm perfekt dosierbar wieder zusammenstauchen - auf den vielen schnellen Passagen dieses Kurses fühlt sich die Münchnerin richtig wohl.

Dieses Tempo kann die Yamaha XT 1200 Z Super Ténéré World Crosser nicht mitgehen. Ihrem Motor fehlt es hier nicht nur an Leistung, sondern auch an Spritzigkeit, ihrem bei normalem Tempo grandiosen Fahrwerk an Dämpfung und den Bremsen, die in Reiseenduro-Kreisen durchaus überzeugen können, im Vergleich zur BMW ganz eindeutig an Biss. Wer es trotzdem versucht, erntet beim Anbremsen eine tief abtauchende XT-Front und eine leicht werdende Hinterhand, während der Motor sich an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit abrackert und der Fahrer trotzdem nur den schwarzen Strichen folgen kann, den die BMW K 1600 GT im Kurvenausgang zieht.

Lautlos schalten kann die BMW K 1600 GT nicht

Es ist keine Frage: Wenn es bei der TT nicht nur eine Lightweight-Klasse (650er-Zweizylinder wie Kawasaki ER-6 und Suzuki SV 650) gäbe, sondern auch eine „Heavyweight“ (Motorräder mit einem Mindestgewicht von 340 Kilogramm) - die BMW K 1600 GT wäre das Motorrad, was es zu schlagen gälte.

Gibt es aber nicht. Dafür gibt es in Douglas, der Inselhauptstadt, eine wunderschöne Promenade, die während der TT zur Flaniermeile für Biker wird. Und zum Albtraum für K 1600 GT-Fahrer, weil das fachkundige Publikum jeden Schlag aus der BMW-Schaltbox mit mitleidigen Blicken quittiert. Den ersten Gang ohne ein markerschütterndes Krachen einlegen? Unmöglich. Geräuschlos durch die sechs Fahrstufen surfen? Ebenso. Und wer dann noch unbedacht mit dem Bug voran am abfälligen Straßenrand parkt, hat die Lacher endgültig auf seiner Seite. Ohne Hilfe kommt die BMW K 1600 dort nicht wieder weg.

Rückfahrt, irgendwann ist es leider so weit. Noch einmal quer durch England, noch einmal 650 Kilometer auf dem Kontinent. Bilanz ziehen: Der 1600er-Sechszylinder brauchte mit 6,1 Litern durchschnittlich nur unwesentlich mehr Sprit als der 1200er-Yamaha-Twin (5,8 Liter). Und musste später an die Tanke, weil die Leuchte der Yamaha XT 1200 Z Super Ténéré World Crosser viel zu früh leuchtet und eine Restreichweitenanzeige fehlt. Ist das unter dem Strich vielleicht das entscheidende Touring-Kriterium?

Foto: Henniges
Vergleichstest BMW K 1600 GT und Yamaha XT 1200 Z Super Ténéré.
Vergleichstest BMW K 1600 GT und Yamaha XT 1200 Z Super Ténéré.

Fazit

Man könnte es sich jetzt leicht machen mit einem entschiedenen „Sowohl als auch“, denn natürlich haben beide ihre Qualitäten. Und selbstredend ist, wer schnell und häufig große Distanzen auf der Autobahn überbrücken muss, mit einer BMW K 1600 GT besser bedient. Auf einer Reise wie dieser jedoch, mit ganz unterschiedlichen Anforderungen, ist es dann unter dem Strich doch die Yamaha XT 1200 Z Super Ténéré World Crosser , die das größere Spektrum abdeckt. Speziell da, wo der GT-Fahrer mit dem 340-Kilo-Trum an seine Grenzen kommt, auf engen Straßen, schlechtem Geläuf, beim Wenden oder im engen Stadtverkehr, bleibt die Yamaha immer Herrin der Lage, während die BMW den ganzen Mann fordert.

Foto: Henniges
Auch das ist Isle of Man: Im Innern der Insel finden sich kleinste Straßen und dichtes Grün.
Auch das ist Isle of Man: Im Innern der Insel finden sich kleinste Straßen und dichtes Grün.

Technische Daten

Yamaha XT 1200 Z Super Ténéré World Crosser

Zweizylinder-Viertakt-Reihenmotor, 1199 cm³, 81 kW (110 PS) bei 7250/min, 114 Nm bei 6000/min, Brückenrahmen aus Stahlrohr, Telegabel, Doppelscheibenbremse vorn, Scheibenbremse hinten, Ø 310/282 mm, Radstand 1540 mm, Lenkkopfwinkel 62 Grad, Federweg vorn/hinten 190/190 mm, Sitzhöhe 845/870 mm, Gewicht vollgetankt 269 kg, Zuladung 210 kg, Tankinhalt/Reserve 22,6/4,2 Liter, Höchstgeschwindigkeit 210 km/h, Beschleunigung 0-100 km/h 3,7 Sekunden, Durchzug 60-100 km/h 4,6 Sekunden, Testverbrauch 5,8 Liter, Grundpreis ohne Nebenkosten 15 495 Euro, Preis Testmotorrad inklusive Koffer und Nebenkosten 16 587 Euro.

BMW K 1600 GT

Sechszylinder-Viertakt-Reihenmotor, 1649 cm³, 118 kW (161 PS) bei 7750/min, 175 Nm bei 5250/min, Brückenrahmen aus Aluminium, Doppellängslenker aus Aluminium, Doppelscheibenbremse vorn, Scheibenbremse hinten, Ø 320/265 mm, Sitzhöhe 800/830 mm, Gewicht vollgetankt 342 kg, Zuladung 198 kg, Tankinhalt/Reserve 24 Liter. Höchstgeschwindigkeit 250 km/h, Beschleunigung 0-100 km/h 2,9 Sekunden, Durchzug 60-100 km/h 3,7 Sekunden, Testverbrauch 6,1 Liter, Grundpreis ohne Nebenkosten 20 500 Euro, Preis Testmotorrad inklusive Safety-Paket (870 Euro), Comfort-Paket (1140 Euro), LED-Zusatzscheinwerfer (325 Euro), Audiosystem (1120 Euro), Navigationssystem (870 Euro) 25 215 Euro.

Kommentar der Redakteure

Foto: Henniges
Rolf Henniges (48) fühlt sich eher zur Reiseenduro hingezogen:

Sicher, der Wind- und Wetterschutz ist auf der dicken K besser. Und mehr Bums hat der Sechszylinder ebenfalls. Aber wenn ich ICE fahren will, dann nehme ich die Bahn. Mich begeistern das Fahrwerk-Setup sowie das Feedback des Yamaha-Fahrwerks. Auch die Sitzposition ist super. Die Ténéré fühlt sich überall zu Hause. Auf Schotterpisten, kleinsten Straßen und rumpeligsten Wegen, ebenso wie auf Top-Asphalt. Ich liebe ihren großen Einsatzbereich, der Reisen so unkompliziert macht.
Rolf Henniges (48) fühlt sich eher zur Reiseenduro hingezogen: Sicher, der Wind- und Wetterschutz ist auf der dicken K besser. Und mehr Bums hat der Sechszylinder ebenfalls. Aber wenn ich ICE fahren will, dann nehme ich die Bahn. Mich begeistern das Fahrwerk-Setup sowie das Feedback des Yamaha-Fahrwerks. Auch die Sitzposition ist super. Die Ténéré fühlt sich überall zu Hause. Auf Schotterpisten, kleinsten Straßen und rumpeligsten Wegen, ebenso wie auf Top-Asphalt. Ich liebe ihren großen Einsatzbereich, der Reisen so unkompliziert macht.

Rolf Henniges (48) fühlt sich eher zur Reiseenduro hingezogen:

Sicher, der Wind- und Wetterschutz ist auf der dicken BMW K 1600 GT besser. Und mehr Bums hat der Sechszylinder ebenfalls. Aber wenn ich ICE fahren will, dann nehme ich die Bahn. Mich begeistern das Fahrwerk-Setup sowie das Feedback des Yamaha-Fahrwerks. Auch die Sitzposition ist super. Die Yamaha XT 1200 Z Super Ténéré World Crosser fühlt sich überall zu Hause. Auf Schotterpisten, kleinsten Straßen und rumpeligsten Wegen, ebenso wie auf Top-Asphalt. Ich liebe ihren großen Einsatzbereich, der Reisen so unkompliziert macht.

Foto: Henniges

Stefan Kaschel (47) mag die mächtige K 1600 GT und ihren Super-Sechser:

Man muss kein Weltreisender sein, um mit einer BMW K 1600 GT zu liebäugeln. Und auch kein Luxusfreak. Diesen Motor muss man einfach lieben. Und dieses Fahrwerk. Und diese logische Menüstruktur. Ich jedenfalls kann mich immer wieder für die Technik der 1600er begeistern - das Getriebe einmal ausgenommen. Und ich kann mich daran freuen, dass sich solch ein Trumm von Motorrad „relativ leichtfüßig bewegen lässt. Aber Rolf sieht das wie immer ganz anders.

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