Bremsen

Ein weiteres wichtiges und sicherheitsrelevantes Testkriterium: die Bremsen. Um für alle gleiche Bedingungen zu schaffen, erfolgen die Versuche auf einem abgesperrten Testgelände. Die wichtigsten Kriterien: Bremsstabilität und die Bremsverzögerung, die mit beiden Bremsen erreicht werden kann, dokumentiert durch das spezielle Aufzeichungsgerät VZM 300, sowie durch eine Lichtschranke und die Wegstreckenmessung. MOTORRAD errechnet die mittlere Bremsverzögerung und den Bremsweg aus 100 km/h (siehe auch unten stehende Tabelle). Weitere Fragen: Wie hoch sind die benötigten Handkräfte? Neigt die Bremsanlage bei hoher Beanspruchung zum Fading?Bei extremer Verzögerung kommt das Verbundbremssystem der Honda CBR 1100 XX nicht an die Bremswege der Konkurrenten heran. Der Grund: Den Testern fehlt das letze Quäntchen Gefühl für die Blockiergrenze des Vorderrads. Zudem fällt die Dosierung der Bremse mit dem Fuß schwerer als bei den konventionellen Systemen. Bei der Kawasaki ZX-12 R bewegen sich Dosierbarkeit und Wirkung der vorderen Bremse auf sehr hohem Niveau, aber das Heck reagiert bei Vollbremsungen leicht unruhig, wenn auch immerhin ohne heftiges Stempeln. Die hinteren Stopper agieren stumpf und lassen sich schlecht dosieren.Was zumindest zu Beginn der Bremsung auch für die vorderen Stopper der Suzuki GSX-R 1000 gilt, erst mit zunehmender Handkraft verzögert die 1000er nämlich gut und stabil. Das Hinterrad steigt dabei jedoch leicht auf und tendiert, bedingt durch den Einsatz der hinteren Bremse, zum Stempeln.Auf der Höhe der Zeit präsentiert sich die Suzuki GSX 1400: Ihre Bremsanlage verlangt zwar nach vergleichsweise höheren Handkräften, spricht jedoch fein an und verzögert vorne wie hinten sehr gut. Das Vorderrad neigt gelegentlich zum Stempeln. Dererlei Tendenzen sind der Yamaha FZS 1000 Fazer fremd. Sie glänzt mit hervorragender Dosierbarkeit der vorderen und hinteren Bremse, phantastischen Verzögerungswerten und bleibt stabil auf Kurs. Etwas irritierend: die flexible Lenkerbefestigung, die den Lenker leicht nach vorne kippen lässt. Ebenfalls gut: die Vorstellung der gewichtigen Yamaha FJR 1300. Allerdings lässt sich ihre vordere Bremsanlage nicht so klasse dosieren, wie die bauähnlichen Vierkolbensättel der Fazer, zudem ist eine relativ hohe Handkraft nötig.

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