Cruiser-Bremsen Ein trauriges Kapitel

Alle vier Japaner bauen tolle Tourer und Allrounder mit feinen ABS-Bremsen. Aber nicht bei den Cruisern. Hier verzögern nur Einzelscheibenbremsen auf niedrigem Niveau, jeweils als simple Doppelkolben-Schwimmsättel. Shadow und Intruder fehlt ein ertastbarer Druckpunkt, und als Heckstopper soll diesen beiden eine Trommelbremse genügen. Dabei ist Mitbremsen hinten in dieser Klasse überlebenswichtig. Denn geringe dynamische Radlastverteilung und hohe Hinterradlast halten den Hinterreifen stets am Boden.

Wer mit der Suzuki aus Tempo 100 auf Alltags-Asphalt allein vorne bremst, kommt erst nach katastrophalen 73 Metern zum Stehen. Soll das etwa sicher sein? Auch beim Cruisen kann einem ein dösiger Autofahrer die Vorfahrt nehmen. Und dann? Ohne gutes Gefühl fürs Vorderrad vorne reinlangen und hinten voll reinhufen. Im Klartext: Keine Klasse braucht ABS so dringend wie die Cruiser. Das gilt auch für die mit besseren Bremsen bestückte Triumph.

*Klammerwerte nur Vorderradbremse betätigt; Referenzmotorrad Harley-Davidson V-Rod Verzögerung 9,6m/sek2, Bremsweg aus 100 km/h 40,1 m
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