Der große Naked Bike-Vergleichstest Vernunft- und Emotions-Bikes im Vergleich
Keine andere Motorradgattung vermittelt das Fahrerlebnis so direkt wie die kraftstrotzenden Naked Bikes. Doch wie viel Vernunft muss, wie viel Emotion darf sein? MOTORRAD testete elf unverkleidete Power Nakeds in zwei Gruppen.
In diesem Artikel:
KTM 990 Superduke, Suzuki B-King, MV Agusta Brutale 1090 RR, Honda CB 1000 R, Moto Morini Corsaro 1200, Yamaha FZ1, BMW K 1300 R, Triumph Speed Triple, Ducati Streetfighter S, Benelli TnT 1130 Sport, Kawasaki Z 1000
Die Welt der Starke, Schönen und Nackten. Voll im Fahrtwind genießt der Pilot die Kraft der Maschine unmittelbar.
Foto: j.kuenstle.de
Power Naked Bikes. Allein der Name klingt nach Askese, nach Motorrädern, die nicht mehr besitzen als nötig. Außer einem: Kraft. Deutlich über 100 PS müssen es schon sein, um zum Club der Starken und Schönen zu gehören. Stark, schön, nackt? Die Assoziation von Körperkult ist nicht zu weit hergeholt. Im Wortsinn ursprüngliche Motorräder, die ohne Verkleidung oder spezielle Ausrichtung quasi ungeschminkt ihren Job erledigen, sind die aktuellen Nackten längst nicht mehr. Optisch betört die Mischung aus sportlicher Gedrungenheit und aggressivem Streetfighter-Flair. In der Praxis interpretieren Power Nakeds Motorradfahren auf ihre eigene Weise. Leistungen zwischen 121 PS der KTM Super Duke und 174 PS der Suzuki B-King verschieben die Kriterien.
Zum Artikel der Vernunft-Maschinen unter den Naked Bikes
Zum Artikel der Emotions-Maschinen unter den Naked Bikes
Ohne die schützende Hülle orientiert sich der Spaß am Motorradfahren plötzlich kaum noch an bloßer Geschwindigkeit oder gar an Nutzwert. Es dreht sich weniger um das Wieviel als um das Wie. Um knackiges Ansprechen, um Schub aus dem Drehzahlkeller, um leichtfüßiges Handling und um pure Beschleunigung. Um das Erlebnis, selbst auf der kürzesten Gerade einen Orkan zu entfachen, entspannt sitzend hinter den breiten Lenkern sich als Herr der Lage zu fühlen. Letztlich um ungefilterten Spaß am Motorradfahren. Oder anders ausgedrückt: um Emotion.
Das kommt an. Mittlerweile gehört jedes dritte verkaufte Motorrad in Deutschland (siehe Diagramm unten) zum Segment der Naked Bikes. Kassenschlager bei den großen Unverkleideten sind die Yamaha FZ1 (Platz 12 der Zulassungsstatistik 2009) und die Honda CB 1000 R (Platz 13). Mit Respektabstand folgen die Kawasaki Z 1000 (28.), die BMW K 1300 R (42.) und die Suzuki-B-King (51.).
Mit anderen Worten: Am Tag der Wahrheit entscheiden meist rationale Argumente. Technische Zuverlässigkeit, Laufkultur, Ausstattung (ABS), Händlernetz und nicht zuletzt der Preis beherrschen selbst dieses wenig rationale Segment - und teilen die Naked Bike-Gilde letztlich in zwei Lager ein: Die vernunftbetonte Fraktion aus Japan und Deutschland (BMW, Honda, Kawasaki, Suzuki, Yamaha) gegen das technisch breiter gefächerte Konglomerat der gefühlsorientierten Einzelkämpfer aus Italien und Österreich (Benelli, Ducati, KTM, Moto Morini, MV Agusta) sowie die Wanderin zwischen den Welten, die Triumph. Immerhin hangelte sich die Britin im vergangenen Jahr in den Verkaufscharts an der B-King und der K 1300 R vorbei auf Platz 38.
Zurück zur Vernunft: In der 1000-Punkte-Wertung von MOTORRAD basiert das Bewertungsschema allein auf harten Fakten, also wie die Maschine tut, was sie kann und leistet. Der emotionale Aspekt wird ganz bewusst von der Beurteilung abgekoppelt, Sound, Feeling, Charakter oder Design spielen keine Rolle. Extreme Konzepte, die spezielle Ausrichtungen haben, dafür aber bestimmte Schwächen in Kauf nehmen, tun sich da nicht leicht.
Doch Schwarz-Weiß-Denken wäre zu einfach. Kultivierte Vierzylinder-Motoren müssen nicht zwangsläufig langweilen, Vibrationen eines V2 nicht per se von Charakter zeugen. Außerdem: Besitzen italienische Bikes wirklich mehr Charme? Oder ist man nordeuropäischen und japanischen Konzepten gegenüber einfach weniger nachsichtig? Fragen, die nach Antworten suchen: von Hirn und Herz.Mit anderen Worten: Am Tag der Wahrheit entscheiden meist rationale Argumente. Technische Zuverlässigkeit, Laufkultur, Ausstattung (ABS), Händlernetz und nicht zuletzt der Preis beherrschen selbst dieses wenig rationale Segment - und teilen die Naked Bike-Gilde letztlich in zwei Lager ein: Die vernunftbetonte Fraktion aus Japan und Deutschland (BMW, Honda, Kawasaki, Suzuki, Yamaha) gegen das technisch breiter gefächerte Konglomerat der gefühlsorientierten Einzelkämpfer aus Italien und Österreich (Benelli, Ducati, KTM, Moto Morini, MV Agusta) sowie die Wanderin zwischen den Welten, die Triumph. Immerhin hangelte sich die Britin im vergangenen Jahr in den Verkaufscharts an der B-King und der K 1300 R vorbei auf Platz 38.
Zurück zur Vernunft: In der 1000-Punkte-Wertung von MOTORRAD basiert das Bewertungsschema allein auf harten Fakten, also wie die Maschine tut, was sie kann und leistet. Der emotionale Aspekt wird ganz bewusst von der Beurteilung abgekoppelt, Sound, Feeling, Charakter oder Design spielen keine Rolle. Extreme Konzepte, die spezielle Ausrichtungen haben, dafür aber bestimmte Schwächen in Kauf nehmen, tun sich da nicht leicht.
Doch Schwarz-Weiß-Denken wäre zu einfach. Kultivierte Vierzylinder-Motoren müssen nicht zwangsläufig langweilen, Vibrationen eines V2 nicht per se von Charakter zeugen. Außerdem: Besitzen italienische Bikes wirklich mehr Charme? Oder ist man nordeuropäischen und japanischen Konzepten gegenüber einfach weniger nachsichtig? Fragen, die nach Antworten suchen: von Hirn und Herz.