Der Motor: Ducati 999

Im tiefsten Innern seines Kurbelgehäuses fußt der Ducati-Twin eigentlich auf den luftgekühlten Pantah-Motoren der achtziger Jahre. Und trägt damit seine beiden im Winkel von 90 Grad gespreizten Zylinder traditionell L-förmig angeordnet. Zu Zeiten der luftgekühlten Motoren ein enormer Vorteil, waren so schmale Stirnfläche und maximale Kühlluft-Zufuhr für den stehenden Zylinder garantiert. Seit Einführung der Wasserkühlung ist dieser Vorteil freilich dahin. Nach wie vor baut der »L-shaped Twin« mit seinen hintereinander angeordneten Getriebewellen und den hohen Vierventil-Köpfen aber vergleichsweise lang. Was bei Einbaulage, Gewichtsverteilung und Schwingenlänge Grenzen setzt.
Dafür glänzt der 90-Grad-V2 prinzipbedingt mit
seidigem Lauf: Massenkräfte erster Ordnung sind praktisch vollständig eliminiert und die Massen-
momente sehr gering. Und: Mit 140 PS Literleistung ist das Ducati-Triebwerk der Kraftprotz dieses Trios. Leistung gewinnt man über Drehzahl. Konstruktive Rahmenbedingungen für das hochtourige Leben: Der Twin ist mit 63,5 Millimeter Hub der kurzhubigste im Feld, was die mittlere Kolbengeschwindigkeit bei Nenndrehzahl (9750/min) mit
20,6 m/s in unkritischen Grenzen hält. 54 Millimeter große Drosselklappen und riesige 40er-Einlassventile sorgen dafür, dass der Desmo-V2 selbst bei fünfstelligen Drehzahlen keine Atemnot bekommt. Beim Testastretta stehen Ein- und Auslassventile des mit 11,4:1 zivil verdichteten Triebwerks im sehr engen Winkel von 25 Grad zueinander. Was wiederum kompakte Brennräume ermöglicht.

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