Die Geschichte der 750er

Streng genommen gehen die Ursprünge der sportlichen 750er zurück bis ins Jahr 1969, zur Honda CB 750 Four. Sie war zu Beginn der 70er ein veritables Sportmotorrad, das sich an Königswellen-Ducati und schnellen Engländerinnen messen lassen musste. Den eigentlichen Urknall in Sachen Renn-750er gab es dann 1985. Da präsentierte Suzuki dem staunenden Publikum und der leicht geschockten Konkurrenz die GSX-R 750. Die Sensation waren weniger ihre 100 PS, die bot die zeitgleich präsentierte Yamaha FZ 750 mit ihrem Fünfventiler ebenfalls. Es war vielmehr die kompromisslose Ausrichtung auf den Rennsport und der dank Luft-/Ölkühlung radikale Leichtbau, der für Furore sorgte. Mit dem Start der Superbike-WM 1988 hatten dann alle vier japanischen Hersteller ein Superbike im Programm, nebst käuflicher Rennbasis. Im Falle von Kawasaki war dies die ZXR 750 R, bei Suzuki sollte– inzwischen mit Wasserkühlung – die GSX-R 750 als "R"-Version mit verstärkter Schwinge, leichtem Heckrahmen und spezifischen Detailänderungen gegenüber der Standard-GSX-R um Siege kämpfen. Honda hielt am V4 fest und Yamaha der FZR mit nach vorne geneigtem Fünfventiler die Treue. Allerdings wurde die Vierzylinder-Phalanx mitunter kräftig von den Ducati-Twins aus Bologna aufgemischt, die von einem Titel zum anderen eilten. Auch wenn 1993 Kawasakis ZXR und der Nachfolger der Honda RC 30, die eher glücklose RC 45, 1997 noch je einen Titel einfuhren, schickte Honda 1999 den V4 in Rente und setzte ab 2000 mit der VTR 1000 SP-1 ebenfalls auf einen V2.

Yamaha hatte bereits im Jahr zuvor die nur für Renneinsätze gedachte YZF-R7 ins und die zivile Straßen-750er YZF 750 endgültig aus dem Programm genommen. Insgesamt war der Stern der 750er ebenfalls im Sinken, mit der Yamaha YZF-R1 und der Honda Fireblade stand schon eine neue Generation von Big Bikes in den Startlöchern. Nur Kawasaki hielt noch immer gusseisern an der ZX-7R fest. Doch Suzuki zeigte im Jahr 2000 mit der neuen GSX-R 750 ebenfalls, dass der Dreiviertelliter noch längst nicht tot ist. Ironischerweise legte Suzuki bereits ein Jahr später die GSX-R 1000 nach. Und nachdem 2001 die ersten sechs und 2002 die ersten acht Plätze in der Superbike-WM Zweizylinder belegten, wurde das Hubraumlimit auch für Vierzylinder auf den vollen Liter angehoben. Die Ära der 750er war zu Ende, selbst Kawasaki nahm die ZX-7R aus dem Programm.

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