Die Motoren Wer hat hier Tränen in den Augen?

Mit um die 60 PS Spitzenleistung verfügen alle drei Motoren über ausreichend Power. Damit hören die Gemeinsamkeiten aber auch schon auf. Startverhalten: Starthilfen wie Fliehkraft-Deko-Einrichtungen sind Standard, aber nur die der Husky bricht den Widerstand des Verdichtungstakts. Auf die TE kann man gedankenlos eintreten, fast immer springt sie nach ein, zwei Tritten an. Und falls man den Motor im Eifer des Gefechts mal abgewürgt hat, lspringt die TE beim Ausrollen am leichtesten wieder an. Bei Husaberg und KTM gibt der Totpunkt noch deutliche Lebenszeichen, da muß systematischer gekickt werden. Leider fehlt der hilfreiche Hand-Dekohebel an der Husaberg, nach einem Sturz kann man den Brennraum nicht so leicht »freipumpen«. Zumal die Hebelverhältnisse des hoch sitzenden Kickstarters ungünstig sind. Leistung und Drehmoment: Das Leistungsdiagramm verrät auf einen Blick: Die KTM ist der Hammer. Brutale Power in allen Lebenslagen. Oben herum ähnlich stark, geben sich die beiden anderen im unteren und mittleren Bereich deutlich zahmer. Aber der Prüfstand ist Theorie, das praktische Leben anders. Die Leistung der SXC umzusetzen fordert einen Fahrer von der Sorte Kinigadner. Von zarter Dosierbarkeit auf glitschigen Hängen keine Spur, für die KTM gilt nur volle Pulle. Jeder Millimeter am Gasgriff wird spontan in heftigen Vortrieb umgewandelt. Unter solchen Umständen eine Husky über den Berg zu bringen ist erheblich leichter. Der TE-Motor hängt weich dosierbar am Gas. Auch die Husaberg ist laut Prüfstands-Prokoll kein Durchzugs-Wunder. Trotzdem beschleunigt sie aus den Kurven heraus wegen bestem Leistungsgewichts und wenig Schwungmasse wie die Kanonenkugel. Laufruhe: Den Sportfahrer stört es im allgemeinen wenig, wenn der Motor sich mit kernigen Vibrationen zu Wort meldet. Die LC 4 ist allerdings ein Grenzfall. Im Gelände noch gerade eben tolerierbar, hört der Spaß bei schneller Straßenfahrt auf. Das sind nicht nur Vibrationen, die SCX bebt zermürbend und zerbröselnd. Nur kräftiges Zupacken verhindert, daß sich der Gasgriff von selbst im Handschuh zurückdreht. Ein Tester beklagte gar Sichtprobleme, da sogar die Augen manchmal im Drehzahltakt schwingen. Getriebe: Vorteile bieten die Sechsganggetriebe von Husaberg und Husky, damit ist eine größere Spreizung für On- und OffRoad-Betrieb möglich. Im Gelände reicht aber auch das Fünfganggetriebe der SXC, dessen zweiter Gang nun besser anschließt als bei früheren Modellen. Leider schaltet es nicht ganz so zuverlässig, ab und zu erwischt man zwischen allen möglichen Gängen einen Leerlauf. Die Husaberg muß zwar mit Nachdruck geschaltet werden, dafür rasten die Gänge exakt. Das Husky-Getriebe geht entschieden weicher, auch bei ihr sind Fehlschaltungen praktisch ausgeschlossen.

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