Die Tugend gerät zur Not

»Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen.« Der gute, alte Goethe, was? Hat doch tatsächlich was von Motorrädern verstanden. Im Grunde kämpft die neue Yamaha TDM 900 mit dem gleichen Problem wie jede andere eierlegende Wollmilchsau: Ihre Tugend gerät ihr zur Not. Anstatt anerkennend zu nicken, schärft die gemeine Welt das Messer und seziert das ungewöhnliche Wesen erst mal gründlich. Um schließlich befriedigt festzustellen, dass es das und das und das nicht kann. Klar braucht man Anhaltspunkte ( wer kauft schon gerne die Sau im Sack? Und festzuhalten bleibt, dass die Yamaha in einigen Punkten nicht überzeugt. Nur darf man dabei nicht vergessen, dass es kein anderes Motorrad gibt, das sich freiwillig nach so vielen Maßgaben streckt.So gesehen hätte man die Sache auch ganz anders aufziehen können. Frei nach dem frisch-fröhlichen Motto: »Schau mal, was die alles kann!« Kommt fast so mächtig wie eine Triumph-Tiger daher und lädt in angemessener Sitzhöhe zum handlichen Umgang mit immerhin 223 Kilo Maschine ein. Bremst wie ein Sportler, vermittelt große Weite-Welt-Gefühle und geht für 80 PS nicht schlecht. Überhaupt ( der Motor: Einspritzung, Motormanagement, geregelter Kat, SLS. Die Lastwechselreaktionen sind Panne, stimmt. Und die Abstimmung der Federelemente haut ebenfalls nicht hin. Aber mit solchen Problemen kämpfen auch andere Bikes, die wesentlich weniger bringen.

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