Ducati 748 SPS Die große Unbekannte

Sie war die große Unbekannte bei diesem Stelldichein. Als SPS-Version mit besonderen Fähigkeiten gerüstet, wurden der Ducati allerdings beste Chancen beim erbarmungslosen Schlagabtausch auf der Rennstrecke eingeräumt. Über alle Zweifel erhaben: das Fahrwerk. Wo sind nur die Wellen und Löcher hingekommen, die bei den anderen Maschinen so deutlich zu spüren waren? Die Ducati bügelt die Piste einfach glatt. Beste Dämpferelemente und eine für die Rennstrecke nahezu perfekte Abstimmung flößen Vertrauen ein. Gleichgültig, wie eng der Kurvenradius gewählt wird, die SPS folgt der anvisierten Linie wie die Eisenbahn den Schienen. Und wenn der Radius falsch gepeilt wurde, genügt eine leichte Korrektur, um die Welt wieder ins Lot zu bringen. Dieses Fahrwerk ist an Stabilität kaum zu überbieten. Einziger Nachteil: In den Schikanen muß mit ordentlich Kraft nachgeholfen werden, um die rassige Italienerin zum blitzschnellen Schräglagenwechsel zu zwingen. Sogar die Bremsen zeigen sich in ungewöhnlich guter, sprich bissiger und standfester Verfassung.Der Motor? Eine Wucht. Direktes Ansprechen dank Einspritzung, Beschleunigen in größter Schräglage dank Zweizylinder-Power und eine für diesen Kurs recht gut passende Übersetzung, die häufige Gangwechsel überflüssig macht, das sind die Stärken des V2.Dennoch: Der große Durchbruch gelingt der Ducati nicht ganz. In der Summe der Bewertung aller 14 Testfahrer kann sie sich »nur« bis auf den zweiten Rang nach vorne schieben. Gleiches gilt für die schnellste und die insgesamt gefahrenen Runden.

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