Ducati 916

Sie ist und bleibt die Königin im Sport: schlank, pfeilschnell und im Besitz dieses gewissen Etwas, das die Japaner wahrscheinlich noch im nächsten Jahrtausend vergeblich zu kopieren versuchen. Das Fahrwerk im Gitterrohrverband sucht in Sachen Stabilität seinesgleichen. Die Federelemente sind allererste Wahl. Und die Sitzposition ist durch und durch auf sportlichen Einsatz getrimmt.Daß so etwas im Alltag in die Hose gehen kann, darf nicht wundern. Obgleich eine 916 durchaus auch für Vergnügungsfahrten über Land zu gebrauchen ist. Allerdings sollten diese nicht von allzu langer Dauer sein und über gut ausgebaute Strecken führen. Denn auf zusammengeflickten, kleinen Sträßchen stellt sich die 916 ziemlich ungeschickt an. Und spätestens wenn die Handgelenke schmerzen, der Nacken steif und die Unterarme hart werden, beginnt der Stolz Italiens etwas von seiner Unwiderstehlichkeit zu verlieren.Ihren bislang als Wunderwerk der Technik gelobten Motor können die Tifosi dagegen langsam einstampfen. Da Suzuki mit der TL 1000, zumindest in Sachen Leistung, Drehmoment und Haltbarkeit, eine neue Dimension geschaffen hat. Besäße die 916 nicht diesen phantastischen, nahezu alles verzeihenden Sound (auch wenn dabei nicht alles legal zugehen mag), dem Desmo bräuchten wir unter rennsportlichen Gesichtspunkten wirklich keine Träne hinterherzuweinen.Dennoch, das Konzept als Ganzes ist nach wie vor unschlagbar: Es gibt kein zweites Serien-Sportmotorrad, das sich so deutlich von der Konkurrenz abhebt, das ein so eigenes, unverwechselbares Fahrgefühl vermittelt und so viele technisch wie handwerklich feine Details auf sich vereint.Bei aller Faszination sollte man aber nicht vergessen, daß dieser rote Renner fast doppelt so viel wie ein Japan-Twin kostet. Und die Folgekosten wie Inspektionen oder Reparaturen sind auf Dauer auch nicht mit dem Kleingeld aus der Portokasse zu finanzieren.

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