Ducati Streetfighter S, KTM 990 Supermoto R (Teil 4) Fahreindruck KTM 990 Supermoto R
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Die KTM liegt zwar in schnellen Bögen nicht so knackig wie der italienische Supersport-Ableger; ihre langen Federwege erzeugen mehr Bewegung, und das Feedback ist etwas unsauberer. Außerdem hadert auch sie ein wenig mit der asynchronen Abstimmung von Gabel und Federbein. Das lässt sich mit ein paar Handgriffen weitgehend beheben: Zugstufe der Gabel fast komplett öffnen, beim Federbein weit schließen. Highspeed-Druckstufendämpfung hinten bis auf eine halbe Umdrehung öffnen, das Low-Speed-Schräubchen etwas schließen. Nun gleitet die Österreicherin selbst über fiesestes Flickwerk sanft hinweg, auch beim Kurvenwedeln setzt sie Highlights.
Selbst mit dem nicht für überragendes Handling berühmten Pirelli Dragon Supercorsa Pro pfeffert sie durch sämtliche Krümmungen, auch Wechselkurven nimmt die KTM im Sturm: anvisieren, abwinkeln, fertig. Daran haben der schmalere Hinterreifen (180/55) und die Sitzposition einen großen Anteil: Vom Boden aus gemessen steht der KTM-Lenker 170 mm höher als derjenige des Streetfighters; in Relation zur Sitzhöhe sind es noch gut 110 mm. Das Lenkrohr ist 110 mm näher am Fahrer und etwas breiter. Ergonomisch sind das Welten; aus dieser Position kann der Fahrer das Bike beliebig kommandieren.
Im Alltag müssen Fans der Edelnackten kleine Abstriche machen: Die Ducati-Kupplung fordert Riesenkräfte, außerdem stört die Auspuffblende neben der rechten Fußraste: Der Fuß findet daneben zu wenig Platz. Eine Benzindusche à la KTM vermeidet nur, wer den Tankrüssel schräg ins Spritfass der SMR steckt und den Saft vorsichtig einfließen lässt - was ja auch entfernt mit Verdrängung zu tun hat.