Eine Klasse für sich: Bikes bis 78 PS

Das Ende der Vergangenheit kam am ersten Januar 1993. Bis dahin kosteten alle Maschinen über 50 PS gleiche Versicherungsprämien. Seither sorgen sieben Leistungsklassen für mehr Gerechtigkeit: jeweils bis 17, 27, 34, 50, 78 und 98 PS sowie über 98 PS. Ihren ersten Frühling erlebte die 78-PS-Klasse mit Modellen wie BMW K 75 und Ducati Monster M 900, ihren ersten Boom mit
der Suzuki Bandit 600 im Jahr 1995. Von diesem Trendsetter verkaufte Suzuki allein in Deutschland binnen zehn Jahren satte 46401 Exemplare.
Niedrige Unterhaltskosten sprechen für Typen bis 78 PS. Sie stellen trotz des anhaltenden Trends zu mehr Leistung noch immer mehr als jedes fünfte verkaufte Motorrad in Deutschland. Kaufpreis und Reifenverschleiß sind geringer als bei Big Bikes, die Versicherungsprämien viel günstiger: 78 PS sparen in Haftpflicht plus Teilkasko gegenüber 98 PS jährlich 175 Euro ein – 290 statt 465 Euro. Gegenüber der offenen Klasse ab 99 PS beträgt die Differenz sogar saftige 625 Öre (Quelle: HDI).
Schon die Ur-Bandit startete das Recycling bewährter Motoren. Meistens leistungsreduziert, lassen sie sich ohne Extra-Entwicklungskosten kostengünstig produzieren, kommen mechanisch kaum an Grenzen. Der Bandit-Vierzylinder basierte auf dem der GSX 600 F, derjenige von Hondas CBF 600 auf der supersportlichen CBR 600 PC 31, letztlich sogar der PC 25. Und die Suzuki V-Strom 650, in MOTORRAD 20/2005 unter 20 Modellen zum Alpenkönig gekürt, befeuert der fulminante 90-Grad-V2 aus der SV, mit nunmehr 67 PS.
Zum anderen lassen viele Mittelklässlerinnen der Kundschaft die Wahl zwischen nackten und verkleideten Varianten. Neben der Bandit die Suzuki SV 650 oder die Honda CBF 600. Aktuell folgt Hyosung diesem Trend, mit der vollverkleideten GT 650 R (MOTORRAD 19/2005). Und Kawasaki legt ab Dezember eine ER-6f auf – mit f wie Vollverkleidung.

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