Fazit Gruppensieger

Drei aus zwölf – die Gruppensieger nach Punkten stehen fest. Und sie glänzen zusätzlich mit sehr individuellen Attributen. Denn ein kraftstrotzender Motor oder ein stabiles Chassis allein entscheiden nicht über Sieg oder Niederlage...

Foto: Künstle
Die drei Siegerbikes repräsentieren ihre eigene Philosophie: BMWs K 1300 R besticht neben ihrem potenten Antrieb durch Alltagstauglichkeit und Ausstattung, während die kräftige B-King sich durch ihre problemlose Fahrbarkeit ins Rampenlicht drängt. Ehrlich: Mal abgesehen von den gewaltigen Abmessungen, könnte Suzuki die King als mustergültige Fahrschulmaschine anpreisen – quasi das Schaf im Wolfspelz. Der Wolf im Wolfsfell kommt aus Italien: Die recht störrisch und eigenwillig zu pilotierende Ducati, ein gestrippter Supersportler, setzt den Ur-Streetfighter-Gedanken am konsequentesten und typisch italienisch um – kompromisslos, hart, polarisierend.

Letzteres scheint der Schlüsselreiz zu sein, den endlich auch Europäer wie Japaner in wohl dosierter Form mit in die Planung ihrer Bikes einfließen lassen. Das italienische Function-follows-form-Prinzip, nach dem sich pragmatische Techniker scheinbar detailverliebten Designern unterordnen, greift nun auch in den Horten der Vernunft. Wie ist es sonst erklärbar, dass eine Designstudie (B-King) in Serie geht, oder die Weiß-Blauen 173 Rennpferde ohne Wetterschutz ins Freie schicken? Alle Hersteller haben über den Tellerrand geschaut und bieten in Zeiten stärker geforderter Individualität neben mehr Leistung auch mehr Charakter. Das Bike ist Aushängeschild und letztlich wie ein Schuh: Der sollte nicht nur gut sitzen, sondern auch gut aussehen. Ob BMW jemals Wanderstiefel in Stiletto-Optik oder Ducati bequeme Pumps offeriert, ist allerdings fraglich.
Anzeige

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote