Grand Prix-Rennmaschinen der 500er-Klasse: Chronik WM-Chronik

1949 - 1955 Die erste 500er Weltmeisterschaft gewann Leslie Graham auf AJS. Doch der stärkste Fahrer in der Anfangsphase der 500er WM war sicherlich Geoff Duke. Vier Titel - einen auf Norton, drei auf Gilera - gewann der Brite zwischen 1951 und 1955. 1956 - 1960 Wieder dominierte ein Engländer die WM. John Surtees gewann für MV Agusta viermal die 500er Krone und holte zudem drei Titel bei den 350ern, bevor er in den Autosport wechselte und 1964 im Ferrari Formel 1-Weltmeister wurde. Deutsches Highlight in jener Epoche: Walter Zellers 500er Vize-Weltmeisterschaft 1956 auf der Werks-BMW. 1961 Der Rhodesier Gary Hocking setzte die Erfolgsserie des MV Agusta-Vierzylinders fort.1962 - 1965 Mit Mike Hailwood war erneut ein Brite für MV Agusta am Drücker. Nach vier Titeln in Folge ging er zu Honda, wo er in den kleineren Klassen noch mehrmals Champion wurde. Später wechselte Hailwood auf vier Räder, gewann für den Surtees-Rennstall 1972 die Formel 2-Europameisterschaft und stieg bis in die Formel 1 auf.1966 - 1972 MV Agusta setzte jetzt auf die handlichere Dreizylindermaschine und einen jungen Italiener als Nummer eins-Piloten: Giacomo Agostini. Diese Kombination raste zu sieben 500er WM-Titeln am Stück - eine bislang einmalige Siegesserie in der Grand Prix-Geschichte. Honda blieb die 500er Krone weiterhin verwehrt, die Japaner zogen sich erst einmal zurück.1973 - 1974 Die Zweitakter wurden immer stärker. Vor allem Jarno Saarinen auf der Werks-Yamaha setzte MV Agusta Anfang 1973 mit zwei Siegen zu. Doch in Monza verunglückte der finnische Überflieger im 250er Rennen tödlich. Phil Read war der neue Star bei MV und verlängerte die Siegesserie des italienischen Werks um weitere zwei Jahre. 1975 Der von Phil Read bei MV gedemütigte Giacomi Agostini schlug zurück und gewann die WM auf einer Yamaha - damit war er der erste Weltmeister der Königsklasse auf einer Zweitaktmaschine.1976 -1977 Agostini kehrte zu MV zurück und schrieb noch einmal Renngeschichte. Sein Sieg beim WM-Finale am Nürburgring war der letzte Triumph eines Viertakters. In der WM hatten aber längst die Zweitakter das Kommando übernommen. Der Titel ging in beiden Jahren an Barry Sheene auf der Werks-Suzuki.1978 - 1980 Aus den USA war ein neuer Star in die WM gekommen: Kenny Roberts. Auf der Werks-Yamaha mit dem Reihen-Vierzylinder düste er der Konkurrenz drei Jahre lang vornweg. Barry Sheene, Virginio Ferrari und Randy Mamola blieben in der WM-Tabelle jeweils nur die Ehrenplätze. Honda startete sein Comeback mit dem spektakulären Ovalkolben-Viertakter, allerdings ohne Erfolg.1981 - 1982 Suzuki fuhr mit dem Square Four-Motor und zwei jungen Italienern in der Erfolgsspur. 1981 ging der Titel an Marco Lucchinelli, im Jahr darauf war Franco Uncini an der Reihe. Honda kam mit einem handlichen Dreizylinder-Zweitakter und dem jungen US-Boy Freddie Spencer langsam wieder in Fahrt.1983 Das mitreißende Duell Kenny Roberts gegen Freddie Spencer prägte die Saison. Am Ende hatte Spencer mit zwei Punkten Vorsprung die Nase knapp vorn - Honda war in der Königsklasse endlich am Ziel.1984 Roberts-Nachfolger Eddie Lawson gewann auf der Yamaha, inzwischen mit einem V4-Motor ausgerüstet, vor der Honda-Armada.1985 Die Saison von Freddie Spencer. Mit der V4-Honda holte er einen weiteren 500er Titel und räumte nebenbei auch noch in der 250er WM ab. Nur bei Regen zeigte der amerikanische Überflieger Schwächen: In Hockenheim ließen ihn die Sieger Christian Sarron (500) und Martin Wimmer (250) ziemlich alt aussehen.1986 - 1989 Drei weitere Titel für Eddie Lawson, einer für den Australier Wayne Gardner. Freddie Spencer war bereits wieder in der Versenkung verschwunden.1990 - 1992 Wayne Rainey gewann die WM auf der Yamaha dreimal in Folge. Ein Sturz mit daraus resultierender Querschnittslähmung stoppte seine Karriere beim Misano-Grand Prix 1993 allerdings jäh.1993 Kevin Schwantz, bei den Fans wegen seines wilden Fahrstils überaus beliebt, gewann die WM für Suzuki. Viele Verletzungen verhinderten in der Folge jedoch einen weiteren Triumph des blonden Texaners.1994 - 1998 Mick Doohan war die 500er Lichtgestalt der letzten fünf Jahre. Doch der Traum vom sechsten Titel in Folge platzte beim Training zum diesjährigen Jerez-Grand Prix, als der Australier schwer stürzte und nun mehrere Wochen pausieren muß.

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