Große Schwestern

Computerretusche: Guerin
"Darf´s ein bisschen mehr sein?" Diese Frage stellt sich ganz speziell, wenn eine Ducati oder Suzuki auf dem Wunschzettel steht. 848 oder 1098, 750 oder 1000 – dabei geht es nicht nur um rund 250 Kubikzentimeter oder ein paar PS mehr, sondern natürlich auch ums Image. Aber wie stellt sich die Sache abseits der öffentlichen Wahrnehmung dar? Beispiel Topspeed: Ob ein Motorrad in Geschwindigkeitsregionen jenseits der 250 km/h runde zehn oder 15 km/h schneller fährt, dürfte für die meisten eher akademischer Natur sein. Schnell genug sind alle vier Kandidaten allemal. Gleiches gilt für die Beschleunigung von null auf 100 oder 140 km/h. Hier entscheidet viel mehr die Tagesform des Fahrers als das Potenzial des Untersatzes. Die Unterschiede bewegen sich ohnehin im niedrigen Zehntelsekundenbereich und werden erst im Geschwindigkeitsbereich bis 200 km/h wirklich registrierbar.

Anders sieht es beim praxisrelevanteren Durchzug aus. Insbesondere die unglücklich lang übersetzte 848 verliert gegenüber der mächtig anschiebenden 1098 richtig an Boden, während sich der Rückstand der GSX-R 750 in überschaubaren Grenzen hält. Ob einem dieses Plus an Fahrdynamik (im Fall GSX-R auch an Gewicht, denn die Große ist immerhin zwölf Kilogramm schwerer) 1900 (Suzuki) beziehungsweise 3450 Euro (Ducati) mehr wert ist, muss letztlich jeder selbst entscheiden. Bis zum Juli dieses Jahres verkaufte Suzuki 1419 GSX-R 1000 sowie 1110 GSX-R 750 (mit deutlich weniger Händlerzulassungen), während 660 Ducati 1098/1098 S und 394 der kleinen 848 einen Liebhaber fanden. Dazu nur am Rande: Von der Siegerin dieses Vergleichstests, der Triumph Daytona 675, gingen gerade einmal 287 über den Ladentresen.

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